Richtungsweisendes KAC-Heimspiel gegen Znojmo

Mit Orli Znojmo tritt der EC-KAC am Sonntagnachmittag vor eigenem Publikum gegen einen in der Tabelle nur einen Zähler hinter den Rotjacken liegenden Kontrahenten an.

Foto: QSpictures

 

Die Eckdaten:

In seinem drittletzten Heimspiel in der ersten Grunddurchgangsphase der Erste Bank Eishockey Liga empfängt der EC-KAC am Sonntagnachmittag (Spielbeginn: 16.00 Uhr) Orli Znojmo in der Stadthalle Klagenfurt. Im Rahmen dieser Begegnung findet der dritte Familientag der laufenden Spielzeit statt, an der Abendkassa sind Familienpakete (vier Sitzplätze nebeneinander für zumindest zwei Kinder) um 63 und „Single-plus Kind“-Pakete um 45 Euro erhältlich, sind alle Kontingente vergriffen, werden ebenfalls preisreduzierte Stehplatz-Pakete für einen abgesperrten Sektor hinter dem Tor angeboten. Im freien Verkauf via Online-Ticketshop oder am Spieltag ab 14.30 Uhr an der Abendkassa sind noch rund 20 Sitz- und 900 Stehplatz-Karten erhältlich.

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC punktete in fünf seiner letzten sechs Spiele und blieb sich in diesem Zeitraum lediglich bei der unnötigen Heimniederlage gegen den HCB Südtirol am Dienstag (0:1) ohne Zähler. Die Rotjacken nehmen die vierte Saisonbegegnung mit Orli Znojmo daher vom dritten Tabellenrang aus in Angriff, könnten bei einer Niederlage in regulärer Spielzeit aber wieder sowohl von den Tschechen als auch dem EHC Linz überholt werden. Mit 1,94 Gegentreffern pro Saisonspiel sind die Klagenfurter aktuell das defensivstärkste Team der Liga, einen niedrigeren Schnitt an Verlusttoren pro Partie wies Rot-Weiß zuletzt in der ersten Spielzeit nach der Liganeugründung 2000/01 mit 1,90 auf.

Nach einer herausragenden Serie von elf Partien am Stück mit Punktezuwächsen zwischen Ende November und Ende Dezember geriet Orli Znojmo zuletzt wieder etwas ins Straucheln: Die Adler verloren vier ihrer jüngsten sechs Partien. Am Freitag waren die Tschechen spielfrei, davor gelang am Dienstag ein 4:2-Heimerfolg gegen den Tabellenzehnten aus Innsbruck. In jedem der drei Saisonduelle mit dem EC-KAC entschied nur ein einziger Treffer über Sieg und Niederlage: Anfang Oktober in Znojmo siegten die Rotjacken nach 0:3-Defizit im Penaltyschießen, am Ende des Monats fixierte ein Ganahl-Treffer in der Schlussminute den rot-weißen 4:3-Erfolg, in der dritten Begegnung Mitte Dezember in Südmähren blieb die Klagenfurter Aufholjagd nach 2:6-Rückstand nur knapp nicht erfolgreich (5:6 aus KAC-Sicht).

 

Die Zahlen zum Spiel:

3 – Daniel Obersteiner hatte am Freitag sein bereits drittes Multiple Point-Game der Saison, also Spiel mit mehr als einem gesammelten Scorerpunkt. Nur vier Spieler im KAC-Kader (Hundertpfund 8, Ganahl, Bischofberger, Neal je 5) kamen auf mehr Partien, in denen sie multiple Zähler einfahren konnten.

17 – David Madlener verbuchte im Auswärtsspiel bei seinem Ex-Klub Dornbirn am Freitag sein bereits 17. EBEL-Shutout im Trikot des EC-KAC. Damit egalisierte der Goalie den bisherigen Klubrekord (seit EBEL-Neugründung im Jahr 2000). Allerdings benötigten Andrew Verner und René Swette mit 185 bzw. 227 deutlich mehr Partien für ihre 17 „Zu Null“-Partien als Madlener (97).

17 – Seit dem Heimspiel gegen Fehérvár AV19 am 22. Dezember (1:2) kassierte der EC-KAC keinen Gegentreffer bei numerischer Unterlegenheit mehr. Seither überstanden die Rotjacken insgesamt 17 Unterzahlsituationen á 2:00 Minuten unbeschadet.

32 – Im letzten Aufeinandertreffen mit dem EC-KAC – einem vogelwilden, mit 6:5 endenden Spiel, bei dem alleine im Mitteldrittel sieben Treffer fielen – konnte Orli Znojmo (32) mehr Schüsse aufs Tor abgeben als die Rotjacken (30). Die Tschechen sind eine von nur drei Mannschaften in der EBEL (neben zwei Mal Villach und ein Mal Wien), denen dies in der laufenden Saison gelang.

150 – Martin Schumnig verbuchte in Dornbirn mit dem zweiten Assist beim Game Winning Goal seinen 150. Scorerpunkt in der Erste Bank Eishockey Liga. Dies gelang ihm in seinem 635. Ligaspiel, wodurch er zum KAC-Verteidiger mit den zweitmeisten Einsätzen seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 avancierte.

 

Der Gegner:

Die neunte Saison von Orli Znojmo in der Erste Bank Eishockey Liga gehört zu den besseren für die Adler: Die aktuelle Winning Percentage von 54,3 Prozent übertraf der Klub in diesem Zeitraum nur ein einziges Mal, am Weg zum Vizemeistertitel 2015/16 siegten die Tschechen in 56,9 Prozent ihrer ausgetragenen Partien. Besagte Spielzeit war auch die letzte, in der es Znojmo in die Pick Round geschafft hat, ein Kunststück, dass heuer erneut gelingen könnte, weisen die fünftplatzierten Adler bei einem Spiel weniger doch einen Zähler Vorsprung auf den HCB Südtirol auf.

Prunkstück der Adler ist ihre Offensive, nur Salzburg (3,56) und Linz (3,46) haben im bisherigen Saisonverlauf mehr Treffer pro Spiel erzielt als das Team von Head Coach Miroslav Fryčer (3,40). Herausragend agiert bei Znojmo Stürmer Anthony Luciani, der die ligaweite Scorerwertung mit 50 Zählern (14 Tore, 36 Assists) souverän anführt. Seinem Punkteschnitt von 1,43 am nächsten kommt in der EBEL sein Landsmann und Klubkollege Rob Flick, der seit seinem Wechsel nach Südmähren im November auf 1,40 Punkte pro Partie kam. Als KAC-Spezialisten erwiesen sich neben Luciani heuer auch Stürmer Tomáš Svoboda sowie die Abwehrspieler Antonín Bořuta und Jakub Stehlík, das Quartett konnte in jedem der drei Saisonduelle mit den Rotjacken Punkte für sich verbuchen.

Insgesamt ist der EC-KAC allerdings eher ein „Angstgegner“ für Orli Znojmo: Seit ihrem Einstieg in die Erste Bank Eishockey Liga im Jahr 2011 traten die Tschechen bislang 44 Mal gegen Klagenfurt an, in 31 Fällen setzte sich Rot-Weiß durch. In der Stadthalle haben die Adler bei jedem ihrer jüngsten sieben Auftritte verloren und in diesem Zeitraum mit 1:20 Punkten und 8:24 Toren bilanziert.

 

Die Personalien:

Beim EC-KAC kehrt der zuletzt leicht erkrankte Andrew Kozek in die Aufstellung zurück. Nach vollständig auskurierter Verletzung gehört erstmals seit dem 15. Dezember auch Lars Haugen wieder dem Lineup an. Fraglich ist gegen Znojmo hingegen der Einsatz von Johannes Bischofberger, der das Samstagtraining aufgrund einer leichten Erkrankung auslassen musste, bis zu Sonntag jedoch wieder fit werden könnte. Definitiv fehlen werden in diesem Heimspiel der langzeitverletzte Marcel Witting und der angeschlagene Nick Petersen, der allerdings am Samstag erstmals wieder mit der Mannschaft trainierte.

 

Der Kommentar:

„Znojmo ist immer ein schwieriger Gegner: Die Tschechen agieren in der Offensive sehr effizient, haben einen flinken Spielaufbau, wir müssen also vor allem im Backcheck sehr genau und flott sein. Beim Blick auf die Tabelle zeigt sich die große Bedeutung dieser Partie, Znojmo liegt nur einen Punkt hinter uns. Wir sind auf eine hart umkämpfte Begegnung eingestellt, in der wir die drei Zähler unbedingt in Klagenfurt behalten wollen.“ (Daniel Obersteiner, Stürmer EC-KAC)