Rot-Weiß in Linz gefordert

Der EC-KAC reist am Freitag nach Linz, um auf fremdem Eis die Scharte der Heimniederlage vom Mittwoch auszuwetzen und den Stand in der Viertelfinalserie auszugleichen.

Foto: EHC Linz/Draxler

 

Die Eckdaten:

Nach der Heimniederlage zum Start in die „Best-of-Seven“-Serie bestreitet der EC-KAC sein zweites Viertelfinalspiel gegen den EHC Linz am Freitag (Spielbeginn: 19.15 Uhr) auswärts. Diese Begegnung wird von Sky Sport Austria live übertragen, zudem informieren der Ticker auf kac.at und (ab 20.04 Uhr) das Kärntner Eishockeymagazin im Programm von Radio Kärnten in Echtzeit über den Spielverlauf. Für die von den KAC-Fanclubs organisierte Fanfahrt nach Oberösterreich sind noch Restplätze verfügbar (Details).

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC musste zum Start in die Viertelfinalserie am Mittwoch eine bittere 3:6-Heimniederlage hinnehmen. Dabei präsentierten sich die Black Wings als das effizientere Team, die Rotjacken vermochten sich vom Unterzahlgegentreffer (zum 3:5 in Minute 54), für den aus recht spitzem Winkel Hunter Fejes verantwortlich zeichnete, nicht mehr zu erholen. Der amtierende Meister hat damit seinem Heimvorteil vorerst aus der Hand gegeben und muss im weiteren Serienverlauf zumindest ein Mal in Oberösterreich siegen, um in das Halbfinale aufzusteigen. Auch in die letzte Play-Off-Konfrontation mit dem EHC Linz war der EC-KAC 2013 mit einer Niederlage gestartet, um sich letztlich mit 4:2 Siegen durchzusetzen.

Nachdem der EHC Linz in seinen letzten drei Partien der Qualifikationsrunde ohne Sieg in regulärer Spielzeit geblieben war, präsentierte er sich zum Play-Off-Auftakt als auf den Punkt und sehr exakt auf den Gegner vorbereitet. Die Black Wings siegten in der Stadthalle verdient mit 6:3 und konnten damit erstmals seit drei Jahren wieder mit einem Erfolg in eine Serie starten. Ein 1:0-Vorsprung war für die Oberösterreicher in der Vergangenheit jedoch häufig kein großer Vorteil: In den 14 Jahren, in denen der EHC nun schon hintereinander in der KO-Phase der Meisterschaft vertreten ist, ging er in einer „Best-of-Seven“-Konfrontation elf Mal mit 1:0 in Führung, nur fünf dieser Serien (zuletzt 2016 im Viertelfinale gegen den HCB Südtirol) konnten die Wings anschließend auch gewinnen.

 

Die Zahlen zum Spiel:

1 – Ein 0:1-Rückstand erwies sich für die Rotjacken in der Vergangenheit als nicht allzu große Bürde: Seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 verlor der EC-KAC insgesamt neun Mal die erste Begegnung einer „Best-of-Seven“-Serie, in fünf Fällen entschied man die Konfrontation anschließend dennoch für sich (ein Mal 4:1, vier Mal 4:2).

4 – Die nunmehrige Linz AG Eisarena war in der jüngeren Vergangenheit kein schlechter Boden für den EC-KAC: Bei ihren letzten 14 Auftritten in Oberösterreichs Landeshauptstadt mussten sich die Rotjacken nur vier Mal in regulärer Spielzeit geschlagen geben.

8 – Ganz unterschiedlich performten in den bislang fünf Saisonduellen zwischen Klagenfurt und Linz die Special Teams beider Klubs: Während sich die Black Wings im Powerplay mit acht Toren aus 18 Gelegenheiten und einer Effizienz von 44,4 Prozent enorm effektiv präsentierten, gelangen den Rotjacken bei 25 Versuchen lediglich drei Treffer (12,0 Prozent).

15 – Martin Schumnig beendete Viertelfinalspiel eins am Mittwoch, obwohl dieses von seinem Team mit 3:6 verloren wurde, mit einer Plus/Minus-Bilanz von +2. Mit einem Rating von nun insgesamt +15 weist er im aktuellen Spieljahr den besten Wert aller KAC-Verteidiger auf.

400 – Der Empty Net-Treffer von Rick Schofield im ersten Viertelfinalspiel am Mittwoch war das 400. Tor, das der EHC Linz in seiner Erstligageschichte (in nunmehr 133 Partien) gegen den EC-KAC erzielen konnte. Für den ersten Treffer zeichnete einst - am 24. November 2000 bei einem 1:0-Heimerfolg der Oberösterreicher - Philipp Lukas verantwortlich.

 

Der Gegner:

Der EHC Linz startete aus seiner Sicht ideal in das Viertelfinal-Duell mit dem amtierenden Meister, die Oberösterreicher feierten in Klagenfurt in ihrem 26. Auswärtsspiel der Saison ihren erst neunten Regulation-Sieg. Nunmehr bereits ein Drittel dieser Erfolge konnten die Black Wings in der Stadthalle einfahren.

Spiel eins spiegelte die Vorzüge des Siebten der Regular Season recht deutlich wider: Die an der Grenze zur Passivität wandelnde Grundausrichtung des Offensivspiels wird von schnellem Umschalten und in der Folge enormer Effektivität im Angriffsdrittel konterkariert: Zieht man den Empty Net-Treffer ab, benötigte der EHC am Mittwoch nur 18 Shots on Goal, um fünf Tore zu erzielen. Auch agierte das Team von Head Coach Tom Rowe im ersten Aufeinandertreffen wesentlich geradliniger: Während eine durchschnittliche Puckbesitz-Sequenz der Rotjacken 13,08 Sekunden lang dauerte, lag dieser Wert bei den Black Wings mit 9,39 Sekunden um mehr als 28 Prozent niedriger. Auch hinsichtlich der Zielstrebigkeit war Linz dem Titelverteidiger überlegen, brachte man doch 67,9 Prozent der Torschussversuche auch tatsächlich auf den Kasten, während sich dieser Wert beim EC-KAC bei lediglich 48,4 Prozent einpendelte. Wesentlich begründet lag dieser Unterschied auch im Defensivverhalten beider Teams, so blockte der EHC gleich 19 Schüsse, Rot-Weiß hingegen nur sechs.

Grund zur Entspannung gibt der Sieg vom Mittwoch den Oberösterreichern freilich nicht: Seit inklusive dem letzten Play-Off-Aufeinandertreffen mit Klagenfurt (im Semifinale 2013) verloren die Black Wings vier ihrer insgesamt sechs Serien, in denen sie mit 1:0 in Führung gingen. Die im ersten Duell in der Stadthalle gezeigte offensive Durchschlagskraft brachten die Stahlstädter in der jüngeren Vergangenheit in Heimspielen gegen die Rotjacken nur bedingt aufs Eis: In lediglich einem der letzten acht EHC-Heimspiele gegen den EC-KAC erzielte Linz mehr als drei Treffer.

In der historischen Bilanz aus Begegnungen mit dem Rekordmeister hat der EHC Linz die Nase mit 73:60 Siegen vorne, 19 dieser 133 Konfrontationen wurden in den Play-Offs ausgetragen (10:9 Erfolge für die Oberösterreicher).

 

Die Personalien:

Beim EC-KAC hat Niki Kraus das Donnerstagstraining vollumfänglich absolviert, er steht für das Auswärtsspiel in Linz demnach wieder zur Verfügung. Auch die Rückkehr Rok Tičars in das Lineup liegt durchaus im Bereich des Möglichen: Der zuletzt leicht erkrankte Stürmer gesundete rasch, über seinen Einsatz wird nach dem Morning Skate in Klagenfurt am Vormittag des Spieltags entschieden. Immer näher rückt auch das Comeback von Nick Petersen, der in Oberösterreich aber mit größter Wahrscheinlichkeit noch nicht mit von der Partie sein wird. Sieht man vom langzeitverletzten Farmteam-Verteidiger Kele Steffler ab, sind alle übrigen Kaderspieler einsatzfähig.

 

Der Kommentar:

„Unser Start in diese Play-Off-Serie war enttäuschend, daran beseht kein Zweifel. Wir blieben in vielen Bereichen unseres Spiels deutlich unter unseren Möglichkeiten, haben aus dieser ersten Partie aber sicher unsere Lehren gezogen. In Linz müssen wir für mehr Gefahr im Angriff sorgen und unsere Defensive stabilisieren. Wir reisen nach Oberösterreich, um die Viertelfinalserie auszugleichen.“ (Martin Schumnig, Verteidiger EC-KAC)