Rotjacken beim Tabellenführer

Mit dem Auswärtsspiel bei Leader EC Salzburg beendet der EC-KAC am Freitagabend die erste Hälfte der ersten Grunddurchgangsphase.

Foto: GEPA/RedBull/Mandl

 

Die Eckdaten:

Am 20. Spieltag der Erste Bank Eishockey Liga kommt es zum Spitzenspiel zwischen dem aktuellen Tabellenführer und dem amtierenden Meister: Der EC-KAC gastiert am Freitagabend (Spielbeginn: 19.15 Uhr) auswärts beim EC Salzburg. Diese Begegnung wird weder im TV noch als Online-Videostream übertragen, über den Spielverlauf informieren der Live-Ticker auf kac.at sowie (ab 20.03 Uhr) das Kärntner Eishockeymagazin von Radio Kärnten.

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC nimmt das letzte Spiel der ersten Hälfte im EBEL-Grunddurchgang von Tabellenplatz vier aus in Angriff, die Rotjacken weisen aktuell neun Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter und freitägigen Gegner aus Salzburg auf. Ihre letzte Partie, das Heimspiel gegen den zweitplatzierten HCB Südtirol, konnten die Klagenfurter am vergangenen Sonntag sowohl spielerisch als auch vorm Ergebnis her (3:0) erfolgreich gestalten, auswärts stotterte der rot-weiße Motor zuletzt aber merklich: Jede der jüngsten drei Begegnungen in der Fremde (jeweils 2:3 in Székesfehérvár und Graz sowie 1:3 in Villach) verlor der amtierende Meister.

Der EC Salzburg steht grob gesagt seit Saisonbeginn an der Spitze der Erste Bank Eishockey Liga, von bislang 19 absolvierten Partien blieb man in nur zwei (beim 2:3 gegen Fehérvár AV19 und beim 1:2 gegen den Dornbirner EC, jeweils vor eigenem Publikum) ohne Punktezuwachs. Bemerkenswert ist, dass sich der Tabellenführer bislang auswärts deutlich leichter tat als in Heimspielen: Im Volksgarten gaben die Mozartstädter in sieben von neun Begegnungen zumindest einen Zähler ab, nur Innsbruck (13) und Dornbirn (4) holten zu Hause weniger Punkte als Salzburg (14). Mit den Rotjacken kommt nun jedoch ein in der jüngeren Vergangenheit durchaus gerne gesehener Gast in den Volksgarten: Die Bullen punkteten in 22 ihrer letzten 26 Heimpartien gegen Klagenfurt.

 

Die Zahlen zum Spiel:

2,00 – Mit dem EC Salzburg (38 Gegentore) und dem EC-KAC (41) treffen die beiden defensivstärksten Mannschaften der Erste Bank Eishockey Liga aufeinander. Mit 2,00 ist der Gegentorschnitt der Bullen aktuell der beste ihrer Klubgeschichte, der bisherige Rekord von 2,43 stammt aus der Saison 2013/14.

6 – Bei ihrem letzten Auftritt im Volksgarten konnten die Rotjacken ihren höchsten jemals eingefahrenen Auswärtssieg gegen den EC Salzburg feiern: Am 8. März verließ der EC-KAC die Mozartstadt mit einem 6:0-Triumph im Gepäck, wobei sich sechs verschiedene Akteure in die Torschützenliste eintragen konnten.

8 – Acht Auswärtsspiele hat Matthew Neal heuer bestritten, in sechs davon (allen, außer in Innsbruck/1:0 und Graz/2:3) konnte er anschreiben. Insgesamt sammelte der Kanadier in der Fremde bereits acht Scorerpunkte, kein anderer KAC-Spieler kommt auf mehr als fünf.

8 – Mit dem Auftritt im Volksgarten beenden die Rotjacken den Monat November, in dem bisher Thomas Hundertpfund mit acht Zählern (drei Tore, fünf Assists) punktebester KAC-Akteur war. Hinter ihm folgen Manuel Ganahl (sieben Punkte) und Nick Petersen (fünf).

19 – Im Mitteldrittel des ersten Saisonduells gab Salzburg ganze 19 Torschüsse ab (vier Treffer), in keinem anderen Spielabschnitt heuer ließen die Rotjacken mehr Abschlüsse zu. Generell schossen die jeweiligen Gegner in nur sieben von bislang 57 Dritteln in der laufenden EBEL-Saison öfter als zehn Mal auf das KAC-Tor.

 

Der Gegner:

15 volle Saisonen bestritt der EC Salzburg bislang in der Erste Bank Eishockey Liga, in allen bis auf zwei (dem Premierenjahr 2004/05 sowie 2011/12) sammelte der Verein nach der Drei-Punkte-Regel gerechnet mehr als 100 Zähler. Allerdings liegt eine der statistisch schwächsten Spielzeiten hinter dem Erfolgsklub: Zwar scheiterte man erst im siebten und entscheidenden Halbfinalspiel an den Vienna Capitals, insgesamt lag der Prozentsatz gewonnener Saisonspiele 2018/19 jedoch nur bei 52,2 Prozent und damit so niedrig wie noch nie seit dem Jahr als Neuling 2004/05. 

Dieses nicht den Salzburger Standards entsprechende Fazit sorgte im Sommer für weitreichende personelle Veränderungen: Mit Matt McIlvane wurde ein junger und moderner Trainer als Head Coach verpflichtet, nur zwei Imports aus dem Vorjahr - Verteidiger Brent Regner und Langzeit-Stürmer John Hughes - verblieben beim Klub. Der Letztgenannte bildet heuer gemeinsam mit Raphael Herburger und Thomas Raffl die gefährlichste Angriffsformation der Liga, das Trio sammelte in 19 Runden bereits herausragende 84 Scorerpunkte. Den schwerwiegenden Ausfall des erkrankten Centers Alexander Rauchenwald kompensierten die Bullen Ende Oktober mit der Verpflichtung des im Vorjahr noch auf NHL-Eis aktiven Connor Brickley: Der US-Amerikaner bildet mit den beiden namhaften Sommer-Signings Bud Holloway und Chad Kolarik Salzburgs zweite Sturmformation. Wesentlichen Anteil am erfolgreichen Saisonstart hatte auch der neu verpflichtete Goalie J.-P. Lamoureux: Der Torhüter mit den meisten Siegen in der EBEL-Historie (aktuell 265) startete famos in das Engagement bei seinem neuen Arbeitgeber, bei zwölf seiner 13 Saisonstarts punktete Salzburg.

Mit dem EC-KAC verbindet den EC Salzburg eine langjährige Rivalität, seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 bestritten die Rotjacken - obwohl die Mozartstädter erst 2004 in den Bewerb kamen - gegen keinen anderen Klub mehr Partien: Von den bislang ausgetragenen 133 Duellen entschieden die Bullen 73 für sich, darunter auch das erste Saisonduell im September in Klagenfurt: Dort egalisierte der EC-KAC zwar einen Drei-Tore-Rückstand nach zwei Spielabschnitten, im entscheidenden Penaltyschießen sicherte Thomas Raffl den Salzburgern jedoch den Extrapunkt.

 

Die Personalien:

Beim EC-KAC sind im Lineup grundsätzlich keinerlei Änderungen gegenüber dem jüngsten Heimspiel gegen den HCB Südtirol vorgesehen. Allerdings ist Verteidiger Adam Comrie leicht erkrankt, weshalb er auch das Training am Donnerstag auslassen musste, über seinen Einsatz wird erst am Spieltag entschieden. Definitiv nicht zur Verfügung stehen werden Niki Kraus und Marcel Witting (beide verletzt) sowie Philipp Kreuzer (angeschlagen), Marco Richter läuft am Donnerstag (wie Steven Strong) im Farmteam in der Alps Hockey League auf. Im Tor der Rotjacken steht nach seinem Shutout am vergangenen Sonntag unverändert David Madlener.

 

Der Kommentar:

„Salzburg steht nicht umsonst auf Tabellenplatz eins, sie verfügen über ein sehr starkes und komplettes Team, das eigentlich in allen Bereichen zur Ligaspitze gehört. Unser Ziel ist es, den Punkteabstand nach vorne weiter zu verringern, insofern ist das natürlich ein wichtiges Spiel für uns. Wir sind auf diesen Gegner sehr gut vorbereitet, haben in dieser Woche gut und geradlinig trainiert, all das wollen wir jetzt aufs Eis bringen und wenn das gelingt, werden wir auch mit Punkten belohnt werden.“ (Lukas Haudum, Stürmer EC-KAC)