Rotjacken brauchen einen Heimsieg

Angesichts des 0:2-Rückstandes in der Viertelfinalserie gegen den EHC Linz benötigt der EC-KAC am Sonntagabend in Spiel drei einen Heimsieg gegen die Black Wings.

Foto: QSpictures

 

Die Eckdaten:

Der EC-KAC empfängt den EHC Linz am Sonntagabend (Spielbeginn: 17.30 Uhr) zum dritten Spiel der Play-Off-Viertelfinalserie in der Stadthalle Klagenfurt. Sitzplatzkarten für diese Partie sind bereits seit Freitag restlos vergriffen, noch verfügbar sind - durchgehend im Online-Ticketshop des EC-KAC, sowie am Spieltag ab 16.00 Uhr an der Abendkassa - rund 410 Stehplätze, die Zutritt zu allen Stehplatzbereichen mit Ausnahme des Auswärtssektors gewähren. ServusTV überträgt diese Begegnung als Online-Videostream via servushockeynight.com direkt, auch Radio Kärnten berichtet im Rahmen des Kärntner Eishockeymagazins wie immer live.

 

Die Ausgangssituation:

Nach der 3:6-Heimniederlage vom Mittwoch steigerte sich der EC-KAC zu Viertelfinalspiel zwei in nahezu allen Belangen, zog am Freitagabend in Linz aber dennoch mit 3:4 nach Verlängerung den Kürzeren. Die Rotjacken dürfen sich damit in den noch verbleibenden maximal fünf Begegnungen dieser Play-Off-Serie nur noch einen Verlust erlauben, um in die nächste Runde aufzusteigen. Mit einem 0:2-Rückstand sahen sich die Klagenfurter im EBEL-Zeitalter bislang in vier „Best-of-Seven“-Duellen konfrontiert, in drei Fällen folgte darauf auch eine Serienniederlage (zwei Mal 0:4, ein Mal 3:4), zuletzt jedoch ein Sieg: Im Halbfinale 2017 verwandelte der EC-KAC gegen den EC Salzburg ein 0:2-Defizit mit vier Erfolgen am Stück noch in einen 4:2-Triumph. 

Der EHC Linz erwies sich im ersten Viertelfinalduell als die effizientere und im zweiten als die glücklichere Mannschaft, die Oberösterreicher verfügen damit zum insgesamt sechsten Mal in ihrer Erstligahistorie über einen 2:0-Vorsprung in einer „Best-of-Seven“-Konfrontation. In fünf dieser Fälle setzten sich die Black Wings letztlich auch durch, lediglich im Finale 2010 unterlagen sie dem EC Salzburg nach zwei Auftakterfolgen noch mit 2:4. Entgegen kommt den Linzern auch die bisherige Saisonbilanz gegen die Rotjacken: Fünf der sechs Begegnungen gingen an den EHC, der sich zudem in sämtlich drei in Klagenfurt ausgetragenen Partien durchsetzen konnte.

 

Die Zahlen zum Spiel:

3 – Seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 hat der EC-KAC insgesamt 27 „Best-of-Seven“-Serien gespielt: In 19 davon (oder 70,4 Prozent) setzte sich dabei jenes Team durch, das die dritte Konfrontation für sich entscheiden konnte. 

20 – Das Duell am Freitag in Oberösterreich war die 20. Play-Off-Begegnung zwischen dem EC-KAC und dem EHC Linz in der Geschichte sowie gleichzeitig die erste, in der in regulärer Spielzeit kein Sieger gefunden wurde. Die historische Post Season-Bilanz spricht aktuell mit 11:9 Siegen und 63:53 Toren für die Black Wings.

21,3 – In der bisherigen Serie unterschieden sich die beiden Teams vor allem hinsichtlich ihrer Effektivität: Während beim EC-KAC nur 8,5 Prozent der Torschüsse (6 von 71) den Weg in die Maschen fanden, waren es beim EHC Linz 21,3 Prozent (10 von 47). Auch agierten die Black Wings bislang präziser: 63,5 Prozent ihrer Torschussversuche waren auch tatsächlich Shots on Goal, die Rotjacken erreichten lediglich einen Wert von 48,6 Prozent.

102 – In den beiden bisherigen Begegnungen war der EC-KAC wesentlich erfolgreicher darin, in die Offensivzone einzudringen: 102 kontrollierten Entries standen nur 63 der Oberösterreicher gegenüber, was sich auch in 29:49 Even Strength-Minuten mit Puckbesitz im Angriffsdrittel (gegenüber 15:52 des EHC) niederschlug. Den Black Wings gelang es allerdings besser, die Rotjacken auf den Außenpositionen zu halten: Bei den Torschüssen aus dem Slot liegen die Klagenfurter nur mit 24:22 voran.

200 – Thomas Koch erzielte im Auswärtsspiel in Linz am Freitag seinen 200. Treffer für den EC-KAC in Österreichs höchster Spielklasse. Der Eigenbauspieler ist damit der erst sechste Spieler der Klubgeschichte (nach Rudolf König/470, Thomas Cijan/319, Herbert Pöck/296, Edward Lebler/292 und Josef Puschnig/219), der diese Marke erreichte.

 

Der Gegner:

Der EHC Linz liegt in der ersten Play-Off-Runde mit 2:0 voran und hat damit den halben Weg ins Halbfinale, das man zum siebten Mal im Verlauf der letzten neun Jahre erreichen könnte, hinter sich gebracht. Waren im ersten Duell mit dem EC-KAC am Mittwoch in Klagenfurt noch die Effektivität im Angriff und das Powerplay die beiden entscheidenden Erfolgsfaktoren für die Black Wings, so konnten sich die Rotjacken in der zweiten Begegnung am Freitag schon wesentlich besser auf das Linzer Überzahlspiel einstellen. Auch die in den vergangenen Wochen so überragende Sturmlinie mit Rick Schofield, Dragan Umičević und Brian Lebler, die in den zehn Spielen der Qualifikationsrunde zusammen für nicht weniger als 53 Scorerpunkte verantwortlich zeichnete, tat sich bei der Entfaltung in der Offensive schon deutlich schwerer als im ersten Viertelfinalspiel.

Neben dem flinken Flügelstürmer Hunter Fejes geht bei den Oberösterreichern auch von zwei der Importspieler in der Abwehr erhebliche Gefahr aus: Der quirlige Josh Roach sorgt immer wieder für Überraschungsmomente, Matt Finn neigt wesentlich öfter als noch im Grunddurchgang zum Aufrücken um einige Meter, wodurch er sich in aussichtsreiche Abschlusspositionen auf Höhe des Faceoffpunkts bringt. Optisch nicht immer sattelfest agiert die Abwehr der Linzer, die es dennoch gut schaffte, Chancen der Rotjacken aus dem Slot zu minimieren. Noch entscheidender: Die Black Wings-Defensive verstand es in den beiden ersten Viertelfinalduellen vorzüglich, die zahlreichen von Goalie Jeff Glass erlaubten Rebounds aus der Gefahrenzone zu bringen bzw. die nachstoßenden KAC-Angreifer an der Verwertung ebendieser zu hindern.

Seit dem Aufstieg des EHC Linz in Österreichs höchste Spielklasse im Jahr 2000 entschied er 74 der 134 Duelle mit dem EC-KAC für sich, wobei sich die Black Wings insbesondere in der Stadthalle sehr wohl zu fühlen scheinen: Gegen keinen anderen EBEL-Klub weisen die Rotjacken eine niedrigere Winning Percentage in Heimspielen auf, von den bislang ausgetragenen 66 Partien entschieden beide Teams jeweils 33 für sich.

 

Die Personalien:

Beim EC-KAC ist gegenüber dem Spiel am Freitag eine Veränderung im Lineup fix: Der wieder genesene Rok Tičar kehrt in die Mannschaft zurück und ersetzt im Aufgebot Niki Kraus. Über den Einsatz von Nick Petersen, den Starting Goaltender und die Zusammensetzung der einzelnen Formationen wird der Trainerstab erst am Spieltag entscheiden.

 

Der Kommentar:

„Wir waren am Freitag nicht vom Glück verfolgt, haben die ersten beiden Partien aber gründlich analysiert und wissen, welche Aspekte in unserem Spiel wir verändern und welche stärker betonen müssen. Der Weg zum Erfolg gegen ein offensiv effizientes Team wie Linz führt nur über eine kompakte Abwehr, diesbezüglich waren wir im Auswärtsspiel auf einem guten Weg, den wir jetzt fortsetzen werden. Wichtig ist, dass jeder Spieler in unserer Mannschaft präzise in der Umsetzung unseres Systems ist, dann haben wir beste Chancen auf den Sieg.“ (Johannes Bischofberger, Stürmer EC-KAC)