Rotjacken jagen dritten Saisonsieg gegen Znojmo

Der EC-KAC gastiert am Freitagabend auswärts beim sich zuletzt in starker Form präsentierenden Team von Orli Znojmo.

Foto: Orli Znojmo/Pfeffer

 

Die Eckdaten:

Der 27. Spieltag in der Erste Bank Eishockey Liga bringt für den EC-KAC das Auswärtsspiel bei Orli Znojmo. Ausgetragen wird diese Begegnung am Freitagabend, Spielbeginn ist um 19.15 Uhr. Die Partie wird von Sky Sport Austria live übertragen, zudem berichten auch der Live-Ticker auf kac.at sowie (ab 20.04 Uhr) das Kärntner Eishockeymagazin von Radio Kärnten direkt aus Tschechien.

 

Die Ausgangssituation:

Nach zuvor sechs Siegen am Stück musste der EC-KAC zuletzt zwei Niederlagen hintereinander hinnehmen, in Innsbruck und gegen Linz blieben die Rotjacken zum ersten Mal in der laufenden Saison an einem Wochenende gänzlich ohne Punkt. Die Klagenfurter liegen in der Tabelle unverändert auf Rang zwei, der Rückstand auf Leader Salzburg beträgt drei Zähler, hinter dem EC-KAC hat sich das Verfolgerfeld jedoch schon massiv verdichtet. Gegen Orli Znojmo konnten beide bisherigen Saisonduelle gewonnen werden, sowohl auswärts (nach 0:3-Rückstand und Penaltyschießen) als auch zu Hause (mit dem Game Winning Goal in der 60. Spielminute) setzte sich Rot-Weiß mit 4:3 durch.

Orli Znojmo ist aktuell eine der formstärksten Mannschaften der Erste Bank Eishockey Liga, die Tschechen konnten in jeder ihrer jüngsten sieben Partien punkten und sechs davon auch gewinnen. Zuletzt gab es für die Tschechen eine 3:4-Niederlage nach Verlängerung in Graz, der dadurch auf ihr Konto gewanderte Zähler reichte jedoch, um in der Tabelle den HCB Südtirol zu überholen und sich „über dem Strich“ auf Rang fünf zu schieben. Vor eigenem Publikum waren Znojmos Leistungen in der laufenden Spielzeit allerdings eher durchwachsen: Von den 36 möglichen wurden nur 18 Punkte eingefahren, nur Salzburg, Innsbruck und Dornbirn sammelten in der eigenen Spielstätte weniger Zähler.

 

Die Zahlen zum Spiel:

1 – Thomas Hundertpfund führt aktuell alle KAC-Spieler in den Kategorien Tore (10), Assists (13) und Punkte (23) an. In Relation zu seiner Time-on-Ice ist er allerdings nur der zweiteffektivste Angreifer: Seine 3,13 Scorerpunkte pro 60:00 Minuten Eiszeit werden von seinem Linienkollegen Johannes Bischofberger (3,14) hauchdünn überboten.

12,8 – Patrick Harand präsentierte sich im bisherigen Saisonverlauf als sehr aktiv: Pro 60:00 Minuten Time-on-Ice lieferte der heuer als Verteidiger eingesetzte Wiener 12,8 Controlled Zone Entries (also Eintritte in die Angriffszone mit Scheibenkontrolle), was dem Bestwert aller KAC-Defender entspricht. 

23 – Im Heimspiel gegen Linz am vergangenen Sonntag erreichte der EC-KAC mit 23 Torschüssen (bei 26 Torschussversuchen) aus dem Slot einen neuen Saison-Höchstwert in dieser Kategorie (Saisonschnitt in den 25 Ligaspielen zuvor: 14,1).

46:31 – Petter Hansson ist aktuell der defensivstärkste KAC-Verteidiger in Spielsituationen bei Even Strength: Mit dem Schweden am Eis kassierten die Rotjacken heuer nur einen Gegentreffer pro 46:31 Spielminuten bei „Fünf-gegen-Fünf“. Es folgen Steven Strong (42:23) und Clemens Unterweger (41:48).  

99 – Bei der jüngsten Niederlage gegen den EHC Linz erzielte Manuel Geier seinen 99. Ligaspieltreffer im Trikot des EC-KAC. Sein nächstes Tor stellt demnach ein Jubiläum dar, der gebürtige Steirer wäre der erst siebte Rotjacken-Crack, der seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 in den „Hunderter-Klub“ einzieht.

 

Der Gegner:

Orli Znojmo qualifizierte sich in sieben seiner bislang acht Saisonen in der Erste Bank Eishockey Liga für die Play-Offs, der größte Erfolg datiert aus der Saison 2015/16, als die Tschechen bis in die Finalserie vordrangen, sich dort jedoch dem EC Salzburg geschlagen geben mussten. An derartige Höhenflüge vermochten die Adler in den Folgejahren allerdings nicht mehr anzuschließen, von den seither ausgetragenen 195 Ligaspielen hat Znojmo deutlich mehr verloren (108) als gewonnen (87). 

In die laufende Saison starteten die Adler stark, in sechs ihrer ersten sieben Partien konnten sie punkten. Darauf folgte jedoch eine Serie von zwölf Begegnungen, in deren Verlauf nur gegen die Nachzügler aus Dornbirn und Innsbruck „Dreier“ eingefahren wurden. Die zweite Trendumkehr im heurigen Spieljahr leitete ein knapper 4:3-Heimerfolg gegen Fehérvár AV19 Ende November ein, an den sechs weitere Spiele mit Punktezuwächsen anschlossen, wodurch der Sprung auf den fünften Tabellenplatz gelang. Mit Anthony Luciani (11 Tore, 26 Assists) führt aktuell ein Spieler Znojmos die Scorerwertung der EBEL an, seinen Punkteschnitt übertrifft allerdings einer seiner Teamkollegen: Rob Flick, vor zwei Jahren in Villach vorzeitig released, wechselte Anfang November zu den Tschechen und schrieb seither bei zehn seiner elf Einsätze an (8 Tore, 10 Assists). 

Der EC-KAC ist für Orli Znojmo durchaus als Angstgegner zu bezeichnen: 2015 und 2017 scheiterten die Adler jeweils im Viertelfinale klar an den Rotjacken, von den seit Znojmos Liga-Einstieg im Jahr 2011 insgesamt 43 ausgetragenen Partien konnten die Tschechen nur zwölf gewinnen. Gegen keinen aktuellen EBEL-Klub weisen die Klagenfurter eine höhere historische Winning Percentage auf als gegen die Südmähren (72,1 Prozent).

 

Die Personalien:

Der EC-KAC wird die Reise nach Tschechien ohne Michael Kernberger (gesperrt), Nick Petersen und Lars Haugen (beide angeschlagen) antreten. Gegenüber der jüngsten Partie gegen Linz kehren der zuletzt gesperrte Stefan Geier und der angeschlagen ausgefallene Matthew Neal zurück in die Aufstellung. Adam Comrie kommt wieder in der Abwehr zum Einsatz, David Madlener startet im Tor, Florian Vorauer gibt den Backup.

 

Der Kommentar:

„Auch wenn Znojmo sehr gut in Form ist, möchten wir nach dem enttäuschenden letzten Wochenende in Tschechien wieder auf die Siegerstraße zurückkehren. Gegen Linz waren wir zwei Drittel lang spielerisch überlegen, haben am Ende aber verloren, die Lektion daraus kann nur sein, dass wir alles daran setzen müssen, unsere Leistung über die vollen 60 oder mehr Minuten hinweg aufs Eis zu bringen und unser System genauer einzuhalten. Wir werden über den Kampf und die Emotion zurück zu unserem Spiel finden und uns im Gegner verbeißen, dann wird es für uns am Ende auch Grund zur Freude geben.“ (Niki Kraus, Stürmer EC-KAC)