Rotjacken mit der Chance auf den Platz an der Sonne

Die jüngste Siegesserie hat dem EC-KAC die Möglichkeit eröffnet, am Dienstag im direkten Duell mit Leader HCB Südtirol auf Tabellenplatz eins zu gelangen.

Foto: HCB Südtirol/Antonello

 

Die Eckdaten:

Am 42. Spieltag der bet-at-home ICE Hockey League - für beide Teams das 38. Saisonspiel - tritt der EC-KAC als Tabellenzweiter zum Spitzenspiel bei Leader HCB Südtirol an. Diese Begegnung am Dienstagabend (Spielbeginn: 19.45 Uhr) wird vom gastgebenden Klub als Online-Videostream über die Liga-Plattform live.ice.hockey übertragen. Außerdem berichten der Live-Ticker auf kac.at und (ab 20.04 Uhr) das Kärntner Eishockeymagazin von Radio Kärnten direkt aus der PalaOnda in Bolzano.

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC hat zehn seiner jüngsten elf Spiele gewonnen und wurde in dieser Phase lediglich vom HCB Südtirol bezwungen, am 12. Januar siegten die Füchse in Klagenfurt nach drei Treffern im Startdrittel mit 3:2. In jeder ihrer sechs Begegnungen seither siegten die Rotjacken, wodurch sie sich auf den zweiten Tabellenplatz nach vorne geschoben haben. Mittlerweile steht auch fest, dass die Klagenfurter die erste Phase des Grunddurchgangs im schlechtesten Fall auf Rang vier beenden werden. Das Team des Rekordmeisters strebt aber freilich nach Höherem: Nachdem der Rückstand auf den Tabellenführer aus Italien auf zwei Punkte verringert werden konnte, hat der EC-KAC am Dienstag im direkten Duell die Möglichkeit, sich mit einem Sieg in regulärer Spielzeit selbst an die Spitze zu setzen.

Der HCB Südtirol, der die Liga über weite Strecken der bisherigen Saison dominiert hatte, ging am vergangenen Wochenende leer aus, die Italiener unterlagen sowohl in Székesfehérvár (4:7) als auch in Graz (2:3). Seit dem 3:2-Auswärtssieg in Klagenfurt vor drei Wochen fuhren die Füchse nur in zwei ihrer sieben Spiele die vollen drei Punkte ein: Gegen Graz (4:0) und Bratislava (6:0) gelangen Back-to-Back-Shutouts. Gemeinsam mit dem EC-KAC ist der HCB Südtirol das defensivstärkste Team der Liga, beide Mannschaften kassierten in ihren jeweils 37 Saisonbegegnungen exakt 71 Gegentreffer aus dem Spiel heraus. Das Team von Head Coach Greg Ireland führt auch die Heim-Tabelle an, in 18 Spielen in der PalaOnda punktete man 16 Mal.

 

Die Zahlen zum Spiel:

2,64 – Der EC-KAC hat zehn seiner elf Ligaspiele im Monat Januar gewonnen, im Schnitt holten die Rotjacken pro Partie 2,64 Zähler. Erfolgreicher waren die Klagenfurter im ersten Monat eines Kalenderjahres zuletzt 2001, als 2,67 Punkte pro Spiel eingefahren wurden. In den 19 Jahren dazwischen wanderten durchschnittlich 1,51 Zähler pro Januar-Begegnung auf das rot-weiße Konto. 

9 – Der EC-KAC hat das Head-to-Head-Duell der ersten Grunddurchgangsphase gegen neun seiner zehn ICE-Gegner bereits vorzeitig gewonnen. Offen ist einzig jenes gegen den HCB Südtirol, in dem nach drei der vier Begegnungen die Füchse mit 5:4 Punkten (bei 6:5 Toren für die Rotjacken) voranliegen.

15 – Gegen keinen anderen aktuellen Liga-Konkurrenten musste der EC-KAC häufiger in eine Verlängerung als gegen den HCB Südtirol: In 15 der bislang 50 Duelle, oder satten 30,0 Prozent der Begegnungen, stand es nach regulärer Spielzeit unentschieden.

13 – In den drei Saisonduellen mit den Füchsen konnten insgesamt 13 Kaderspieler der Klagenfurter Scorerpunkte verbuchen, jedoch nur einer von ihnen schrieb in mehr als einer Begegnung an: Verteidiger Paul Postma punktete bei beiden Heimspielen gegen den HCB im Januar. 

22 – Der knappe 4:3-Heimerfolg gegen den Dornbirner EC am Sonntag war der bereits 22. Sieg des EC-KAC in regulärer Spielzeit in der laufenden Saison - Ligaspitze! Der HCB Südtirol triumphierte in 21 Fällen nach 60 Minuten, Fehérvár AV19 in 20. Der EC Salzburg und die Vienna Capitals kamen bislang auf 18 bzw. 16 „Dreier“.

74 – Die Rotjacken sammelten bislang (in 37 Spielen) 74 Punkte. Nur ein Mal seit der erstmaligen Einführung der Zwischenrunde im Spieljahr 2007/08 holte der EC-KAC in der ersten Phase des Grunddurchgangs mehr Zähler: Im Meisterjahr 2018/19 landete man bei 83 Punkten (allerdings in 44 Begegnungen). Damaliger Schnitt waren 1,89 Zähler pro Partie, heuer sind es aktuell exakt 2,00.

 

Der Gegner:

Der HCB Südtirol spielte bislang eine äußerst überzeugende Saison 2020/21: Nach der Heimniederlage der Vienna Capitals am Sonntag steht fest, dass die Füchse die erste Grunddurchgangsphase im schlechtesten Fall auf Rang drei (und damit besser als in jeder ihrer bisherigen Spielzeiten in der Liga; Bestwert waren bislang zwei vierte Plätze in 2013/14 und 2016/17) abschließen werden. Als einziges der fünf Pick Round-Teams ist ihnen damit auch zumindest ein Bonuspunkt für die Zwischenrunde bereits sicher. In 37 Partien blieben die Italiener bislang nur sieben Mal ohne Punktgewinn, vier dieser Fälle traten allerdings in den jüngsten zehn Runden auf.

Aktuelle Topscorer des HCB sind - mit jeweils 34 Zählern - der Kanadier Brett Findlay und der im Januar naturalisierte US-Amerikaner Dustin Gazley, der das Import-Kontingent nicht mehr belastet. Im aktuellen 24-Mann-Aufgebot der Füchse finden sich gleich 17 Spieler, die außerhalb Italiens geboren wurden. Diese Kaderstruktur macht den HCB zu einer sowohl in der Spitze als auch in der Tiefe äußerst stark besetzten Mannschaft, der zudem von Head Coach Greg Ireland ein sehr effektives System anerzogen wurde. Der Tabellenführer erzielt die viertmeisten Treffer aller Teams (3,16 pro Spiel), kassiert die wenigsten Gegentore (1,95) und verfügt über das dritteffizienteste Powerplay (19,7 Prozent). Lediglich im Penalty Killing platziert sich der HCB Südtirol nicht im Spitzenfeld der Liga, die Erfolgsquote von 78,4 Prozent wird nur vom HC Innsbruck unterboten.

Mit dem EC-KAC kreuzte der HCB seit seinem Liga-Einstieg im Jahr 2013 bislang 50 Mal die Schläger, die historische Bilanz spricht mit 28:22 Siegen bei 134:115 Toren für die Klagenfurter. In Auswärtsspielen in der PalaOnda hatten die Rotjacken in den Anfangsjahren der Ligazugehörigkeit der Füchse meist wenig zu bestellen, in den vergangenen Spielzeiten fanden sie jedoch immer häufiger Wege, Zählbares aus Bolzano zu entführen: In zehn der jüngsten 15 Auswärtsspiele in Italien punktete der EC-KAC, so auch beim ersten Auftritt in der laufenden Saison (3:2 nach Verlängerung am 15. Dezember).

 

Die Personalien:

Nach drei intensiven Tagen mit engen Spielen am Freitag und Sonntag sowie einer fordernden Eiseinheit am Samstag gewährte der Trainerstab den Rotjacken einen trainingsfreien Montag. Klarheit über die Zusammensetzung des Aufgebots, das am Dienstag die Reise nach Südtirol antritt, wird also erst nach dem Morning Skate am Spieltag herrschen. Nach aktuellem Stand werden mit Ausnahme der langzeitverletzten David Fischer und Niki Kraus aber alle Kaderspieler zur Verfügung stehen, die Coaches können also nahezu aus dem Vollen schöpfen.

 

Der Kommentar:

„Wir haben uns in den Wochen seit Neujahr durch harte Arbeit die Möglichkeit geschaffen, in diesem Auswärtsspiel in Bolzano um die Tabellenführung zu spielen. Die Aufgabe wird allerdings eine sehr schwierige, wie meistens, wenn man auswärts in der PalaOnda antritt. Für uns wird es wichtig sein, den Kampf von der ersten Minute an anzunehmen, tun wir das nicht, sind wir gegen ein Klasseteam wie den HCB schnell in einer fast ausweglosen Situation, wie das vorletzte Duell gezeigt hat. Ich denke, dass im Head-to-Head zweier so ausgeglichener Mannschaften den Special Teams eine große Bedeutung zukommt. Schreiben wir im Powerplay an und halten in Unterzahl dicht, so haben wir gute Chancen, den angestrebten Sieg zu holen.“ (Thomas Vallant, Verteidiger EC-KAC)