Rotjacken schielen auf Platz zwei

Im Heimspiel gegen Schlusslicht Black Wings 1992 hat der zuletzt formstarke EC-KAC am Sonntag die Möglichkeit, auf Tabellenrang zwei vorzurücken.

Foto: QSpictures

 

Die Eckdaten:

In seinem 35. Saisonspiel in der bet-at-home ICE Hockey League empfängt der EC-KAC am Sonntagabend (Spielbeginn: 17.30 Uhr) die Black Wings Linz 1992 in der Stadthalle Klagenfurt. Zum 14. Mal in Folge muss ein Heimspiel der Rotjacken pandemiebedingt vor leeren Rängen ausgetragen werden, der Klub bietet daher wieder eine TV-gerecht produzierte Streaming-Übertragung der Partie über die Liga-Plattform live.ice.hockey an. Pay-per-View-Tickets kosten unverändert 6,90 Euro, Sendungsbeginn ist um 17.15 Uhr. Zudem informieren der Live-Ticker auf kac.at sowie Radio Kärnten in Echtzeit über den Verlauf der Begegnung.

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC stellte seine gute momentane Form auch am Freitag im Auswärtsspiel in Innsbruck unter Beweis: Zum zehnten Mal im Verlauf der letzten elf Partien punkteten die Klagenfurter. Insgesamt halten die Rotjacken nun bereits bei 65 Zählern, am Sonntagabend haben sie die erste von sechs Chancen, sich vorzeitig für die Pick Rund und damit auch die Play-Offs 2021 zu qualifizieren. Rot-Weiß kassierte aktuell seit mehr als 126 Spielminuten keinen Gegentreffer mehr, in den acht Begegnungen seit dem Jahreswechsel bilanzierte man mit 20:4 Punkten und 34:12 Toren. Vor den Black Wings 1992 ist der Rekordmeister aber gewarnt: Im ersten Duell der Saison auf Klagenfurter Eis, ausgetragen in Runde eins Ende September, unterlagen man Linz glatt mit 1:4.

Die Black Wings 1992 konnten am Freitag zwar den EC VSV nach 1:3-Defizit noch mit 4:3 besiegen, haben aber bei 13 Zählern Rückstand und noch sechs ausständigen Partien nur noch theoretische Chancen, die erste Phase der Regular Season nicht auf dem letzten Tabellenplatz zu beenden. Den Oberösterreichern fehlte im bisherigen Saisonverlauf die Konstanz, seit den ersten beiden Spieltagen konnten sie nie wieder zwei aufeinanderfolgende Partien gewinnen. Gegen den EC-KAC war Linz zuletzt zwei Mal weitestgehend chancenlos: Jeweils auf eigenem Eis unterlag man Anfang Dezember mit 0:4 und Anfang Januar mit 0:6. Allerdings verteidigen die Black Wings in Klagenfurt eine stolze Serie: Sie verließen die Stadthalle bei jedem ihrer jüngsten fünf Auftritte als Sieger.

 

Die Zahlen zum Spiel:

1 – Der EC-KAC hat am Sonntag die erste von sechs Chancen, sich im fünften Jahr in Folge für die obere Gruppe der Zwischenrunde und damit auch die Play-Offs 2021 zu qualifizieren: Nötig ist dazu, dass die Klagenfurter im Heimspiel gegen Linz einen Punkt mehr einfahren als der Dornbirner EC im Parallelspiel gegen den EC VSV.

6 – Die Rotjacken haben sieben ihrer bislang acht im neuen Kalenderjahr 2021 ausgetragenen Partien gewonnen. Gleich sechs Spieler - Verteidiger Paul Postma (13 Zähler) sowie die Stürmer Rok Tičar, Nick Petersen (je 11), Manuel Ganahl, Thomas Koch (je 9) und Matt Fraser (8) - sammelten in diesen acht Begegnungen im Schnitt zumindest einen Scorerpunkt pro Spiel.

7 – Sebastian Dahm verbuchte im jüngsten Auswärtsspiel in Innsbruck sein bereits siebtes Shutout der laufenden Saison. Der Goalie hat damit gleich oft „zu null“ gespielt wie verloren, bei 24 seiner 28 Starts fuhr der EC-KAC Punkte ein.

15 – Der EC-KAC hat jedes seiner 15 Saisonspiele, in denen er nach dem ersten Drittel in Führung lag, auch gewonnen: 14 Mal siegten die Rotjacken in regulärer Spielzeit, ein Mal, auswärts in Bolzano, nach Verlängerung.

20,15 – Die Rotjacken halten mittlerweile bei bereits 27 Überzahltreffern in der laufenden Saison, ihre Powerplay-Effizienz von 20,15 Prozent ist die zweithöchste in der gesamten Liga. Bemerkenswert ist jedoch, dass die Klagenfurter auswärts 23,94 Prozent ihrer Möglichkeiten bei numerischem Vorteil in einen Treffer konvertieren, auf eigenem Eis aber nur 15,87 Prozent.

150 – Petri Matikainen stand am Freitag in Innsbruck zum 150. Mal in einem Ligaspiel als Head Coach an der Bande des EC-KAC. Bislang feierte der Finne 91 Siege, seine Winning Percentage von 60,7 Prozent ist die höchste eines Rotjacken-Cheftrainers seit jener seines Landesmanns Jorma Siitarinen (2003/04).

300 – Steven Strong bestreitet gegen Linz sein 300. Ligaspiel für den EC-KAC. Der Verteidiger kam im Jahr 2015 als Ergänzungsspieler zu den Rotjacken, etablierte sich rasch als Stammkraft und avancierte auch zum Nationalspieler (bisher 41 Länderspiele). In EBEL und ICE erzielte er bislang 20 Treffer, leistete 34 Vorlagen und bilanzierte mit +33.

 

Der Gegner:

Nach den sommerlichen Turbulenzen im und um den Klub starteten die Black Wings 1992 mit zwei Siegen erfolgreich in die Saison 2020/21, gerieten dann jedoch in eine kontinuierliche, wenngleich zuletzt leicht eingebremste Abwärtsspirale: Linz holte im bisherigen Spieljahr nur 25 von 102 möglichen Zählern und liegt aktuell abgeschlagen am Tabellenende. Allerdings zeigte die Tendenz jüngst nach oben, in drei der letzten vier Spiele konnte man punkten, am Freitag verwandelten die Oberösterreicher im Schlussdrittel der Heimpartie gegen den EC VSV einen Zwei-Tore-Rückstand noch in einen knappen 4:3-Erfolg. Wie ernüchternd sich das bisherige Saisonfazit jedoch insgesamt darstellt, zeigt ein Blick in die Geschichtsbücher: Seit in der Liga im aktuellen Modus gespielt wird, beendete Linz die erste Phase des Grunddurchgangs in sieben von zehn Jahren unter den ersten Drei, heuer wird dann den ersten Saisonabschnitt wohl am elften und letzten Platz abschließen.

Zu unterschätzen sind die Back Wings zweifellos nicht, mit Topscorer Dragan Umičević, dessen 36 Zähler den zweitbesten Wert aller Spieler in der Liga darstellen, und Torjäger Brian Lebler, dessen 17 Saisontreffer in der ICE nur von zwei Cracks überboten werden, verfügen die Linzer über höchst gefährliche Offensivwaffen. Auch wurde die Mannschaft seit Anfang Dezember personell in mehreren Schritten verstärkt bzw. ergänzt: In der Abwehr nahm man den NHL-erfahrenen Oskars Bārtulis sowie Rückkehrer Josh Roach unter Vertrag, im Angriff wurden Zintis Zuševics und zuletzt auch Dennis Yan verpflichtet. Vorsicht ist auch beim Überzahlspiel der Oberösterreicher geboten: Während ligaweit 21,3 Prozent der Treffer bei numerischem Vorteil erzielt werden, liegt der Anteil an Powerplaytoren bei Linz bei 29,9 Prozent.

Zur Zurückhaltung mahnt auch die historische Bilanz: Aus der Mehrheit der bislang 138 direkten Begegnungen mit dem EC-KAC gingen die Black Wings 1992 siegreich hervor, 76:62 Siege und 411:369 Tore stehen zu Buche. Auch siegte Linz bei sieben der jüngsten zehn Begegnungen und in jedem der letzten fünf Duelle auf Klagenfurter Eis.

 

Die Personalien:

Der EC-KAC muss unverändert auf David Fischer und Blaž Gregorc verzichten, wobei der Slowene im Verlauf der Woche bereits wieder ins lockere Eistraining zurückgekehrt ist. Auch der leicht erkrankte Kele Steffler stand in der Vormittagseinheit am Samstag wieder am Eis, seinem Einsatz im Spiel gegen Linz steht damit nichts im Wege. Leicht angeschlagen ist Michael Kernberger, er wird daher den vorgesehenen Einsatz im AHL-Heimspiel am Samstagabend auslassen und dürfte damit am Sonntag verfügbar sein.

 

Der Kommentar:

„Linz hat sich in den vergangenen Partien etwas gefangen. Wir wissen, dass sie sehr gefährliche Stürmer haben, die viel Offensive kreieren können, wenn wir ihnen Zeit und Raum dazu geben. Dementsprechend müssen wir so fokussiert sein, wie wir das auch in den vergangenen Spielen waren, und unseren Flow beibehalten. Konzentriert und mit Freude zur Tat schreiten, dann haben wir wieder sehr gute Karten.“ (Lukas Haudum, Stürmer EC-KAC)