Rotjacken zum Pick Round-Abschluss in Wien

In seinem letzten Spiel im Grunddurchgang der EBEL-Saison 2019/20 tritt der EC-KAC am Samstagabend auswärts bei den Vienna Capitals an.

Foto: Vienna Capitals/Vymlatil

 

Die Eckdaten:

Das 48. und zugleich letzte Spiel der Regular Season in der Erste Bank Eishockey Liga bestreitet der EC-KAC am Samstagabend (Spielbeginn: 17.30 Uhr) auswärts bei den Vienna Capitals. Diese Begegnung wird von Sky Sport Austria ebenso live übertragen wie der im Anschluss in Wien stattfindende Play-Off-Pick, bei dem die drei Erstplatzierten der oberen Gruppe der Zwischenrunde ihre Viertelfinalgegner auswählen. Direkt von dieser Partie berichten außerdem der Ticker auf kac.at sowie das Kärntner Eishockeymagazin von Radio Kärnten.

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC musste sich am Donnerstagabend vor eigenem Publikum dem HCB Südtirol mit 1:2 geschlagen geben. Während die Füchse damit Platz eins nach dem Grunddurchgang fixierten, wurden die Rotjacken in der Tabelle wieder von den Vienna Capitals überholt. Diesen Vorgang können die Klagenfurter im direkten Duell am Samstag final umkehren: Mit einem Sieg in Wien in regulärer Spielzeit und den daraus resultierenden drei Punkten könnte der EC-KAC am letzten Grunddurchgangsspieltag noch auf Rang drei vorstoßen und sich somit das dritte und letzte Pick-Recht für das Viertelfinale sichern.

Die Vienna Capitals setzten sich am Donnerstag bei den Graz 99ers dank eines Treffers von Kyle Baun in der 58. Spielminute knapp mit 5:4 durch und feierten damit (nach dem überragenden 6:1 in Salzburg vier Tage zuvor) ihren zweiten Auswärtssieg hintereinander. Wien, das die Pick Round in jeder der vergangenen drei Spielzeiten auf Rang eins beendet hatte, benötigt damit in der direkten Begegnung mit dem EC-KAC nur noch einen Zähler, um Platz drei zu fixieren. Ein Selbstläufer wird dies jedoch nicht, konnten die Donaustädter doch nur das erste der fünf Saisonduelle mit dem Rekordmeister (Mitte September im Penaltyschießen) für sich entscheiden. Seither setzte sich vier Mal am Stück und jeweils in regulärer Spielzeit Rot-Weiß durch (8:3, 1:0, 3:1 und 3:2).

 

Die Zahlen zum Spiel:

3 – In Spielsituationen mit ausgeglichenem Kräfteverhältnis am Eis verfügte der EC-KAC in 44 seiner bislang 47 Saisonspiele über mehr Zeit im Scheibenbesitz als sein jeweiliger Gegner. Die Ausnahmen bildeten ausschließlich drei der Begegnungen mit den Vienna Capitals (im September, Dezember und Januar).

13 – Das Eissportzentrum Kagran war für den EC-KAC in der jüngeren Vergangenheit nur ein bedingt guter Boden: Seit Beginn der Finalserie 2017, also im Verlauf der letzten 13 Gastspiele in der Donaustadt, konnten die Rotjacken dort nur zwei Siege in regulärer Spielzeit einfahren. Beim letzten Auftritt in der Bundeshauptstadt gelang Anfang Dezember ein 1:0-Shutout-Erfolg.

18 – Patrick Harand verbuchte bei der 1:2-Heimniederlage gegen den HCB Südtirol am Donnerstag seinen bereits 18. Scorerpunkt in der laufenden Saison. Sein Schnitt von 0,4 Zählern pro Partie ist in seiner achten Spielzeit beim EC-KAC sein bislang höchster. 

32 – Die aus dem Farmteam aufgerückten Cracks Niklas Würschl und Dennis Sticha erhielten im Heimspiel gegen Bolzano gemeinsam 32 Shifts. Sowohl der Verteidiger (22 Wechsel, Time-on-Ice: 15:59 Minuten) als auch der Stürmer (12, 8:03) vermochten dabei zu überzeugen. 

40 – Immer besser in Fahrt kommt das Überzahlspiel der Rotjacken: In den vergangenen drei Partien verwandelte der amtierende Meister sechs seiner 15 Powerplay-Möglichkeiten auch in einen Treffer, was einer Erfolgsquote von 40,0 Prozent entspricht. Effizientester KAC-Crack im Spiel bei numerischem Vorteil war im bisherigen Saisonverlauf Eigengewächs Daniel Obersteiner: Steht er bei Überzahl am Eis, trifft Rot-Weiß alle 5:50 Minuten.

 

Der Gegner:

Die Vienna Capitals, seit Jahren konstant in den oberen Tabellenregionen der Erste Bank Eishockey Liga vertreten, spielten bislang eine gute Saison 2019/20: Zum achten Mal in Serie beendete man die erste Phase des Grunddurchgangs im ersten Tabellendrittel. In der Pick Round fuhr Wien zwar bislang mehr Niederlagen (vier) als Siege (drei) ein, mit dem Auswärtserfolg in Graz am Donnerstag konnten sich die Caps allerdings bereits vorzeitig (und zum bereits elften Mal in den vergangenen 13 Spielzeiten!) das Heimrecht für das Viertelfinale sichern.

Nach dem Abgang zahlreicher österreichischer Stammkräfte im vergangenen Sommer wird das Spiel des Vizemeisters heuer deutlich stärker von Legionären getragen als im Vorjahr: In der teaminternen Scorerwertung belegen Imports zehn der ersten elf Plätze. Durchbrochen wird diese Phalanx nur von Ali Wukovits, der bislang eine starke Saison absolviert und bereits bei 30 Zählern hält. Allerdings können die Capitals im Finish des Spieljahres auf einen zweiten rot-weiß-roten Schlüsselakteur zurückgreifen: Der lange verletzte Rafael Rotter kehrte nach Weihnachten in das Lineup zurück und wies seither eine steil ansteigende Formkurve auf: Seit der 1:3-Niederlage in Klagenfurt Ende Januar punktete der Wiener in sieben von acht Partien und brachte dabei neun Zähler auf sein Konto. Stark ist auch das Torhütergespann der Hauptstädter: Das Tandem Ryan Zapolski und Bernhard Starkbaum zeichnete im 19. Jahr der Klubgeschichte bislang für den drittniedrigsten Gegentorschnitt (2,32) verantwortlich. Speziell der routinierte Österreicher erwies sich für die Capitals als Bank: Bei seinen 16 Saisoneinsätzen verließ er das Eis nur zwei Mal - ein Mal gegen Graz und ein Mal in Klagenfurt - als Verlierer.

Obwohl noch keine zwei vollen Dekaden im gleichen Bewerb vertreten, gestaltet sich die Historie von direkten Duellen zwischen den Vienna Capitals und dem EC-KAC bereits recht umfang- und anekdotenreich. Vier Mal traf man sich in den Play-Offs, stets handelte es sich dabei um Finalserien (2005, 2013, 2017 und 2019). Insgesamt standen sich die beiden Klubs in der höchsten Spielklasse des Landes bislang 132 Mal gegenüber, mit 70 zu 62 Siegen (und 411 zu 404 Toren) spricht die historische Bilanz für Klagenfurt.

 

Die Personalien:

Das ohnehin schon stark dezimierte Aufgebot der Rotjacken wurde im Spiel gegen den HCB Südtirol weiter ausgedünnt. Neben den sieben bereits am Donnerstag fehlenden Akteuren sind - auch weil der EC-KAC vor dem Play-Off-Start am kommenden Mittwoch keine personellen Risiken eingehen wird - für die Begegnung in Wien mit Niklas Würschl, Manuel Geier, Lukas Haudum, Siim Liivik, und Marcel Witting fünf weitere Cracks fraglich. Bei Matthew Neal könnte es gegen die Capitals hingegen mit einer Rückkehr auf das Eis klappen. Der Trainerstab wird die Personalsituation dementsprechend erst nach dem Morning Skate am Spieltag final evaluieren.

 

Der Kommentar:

„Duelle mit den Capitals sind etwas Besonderes, im letzten Jahr standen wir uns im Finale gegenüber, die heurigen Konfrontationen waren nahezu alle sehr knapp und hart umkämpft. Im Zentrum unserer Bemühungen in diesem letzten Grunddurchgangsspiel stehen das Tanken von Selbstvertrauen und das Aufnehmen von Schwung für die Play-Offs, in denen wir eine gute Rolle spielen wollen und werden.“ (Niklas Würschl, Verteidiger EC-KAC)