Salzburg lädt zum Spitzenspiel

Im Schlagerspiel der drittletzten Runde im Grunddurchgang können am Sonntag sowohl der gastgebende EC Salzburg als auch der EC-KAC ihre ersten Saisonziele erreichen.

Foto: GEPA/RedBull/Mandl

 

Die Eckdaten:

Runde 42 in der Erste Bank Eishockey Liga bringt am Sonntagabend (Spielbeginn: 17.30 Uhr) das Spitzenspiel EC Salzburg gegen EC-KAC, für beide Teams handelt es sich dabei um die 38. Partie der laufenden Saison. Die Begegnung in der Mozartstadt, Tabellenerster gegen -dritter, überträgt ServusTV als Online-Videostream auf servushockeynight.com live und kostenlos, daher entfällt der Ticker auf kac.at. Außerdem berichtet wie üblich Radio Kärnten direkt aus der Halle.

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC musste im Heimspiel gegen Innsbruck am Freitag nach zwei dominanten Dritteln im Schlussabschnitt noch zittern, sicherte sich letztlich aber einen 3:2-Erfolg und damit sehr wichtige Punkte im Kampf um die Tickets für die Pick Round. Die Rotjacken weisen drei Partien vor Ende der ersten Grunddurchgangsphase sechs Zähler Vorsprung auf Rang sechs auf, könnten sich also, günstige Ergebnisse in den Parallelspielen vorausgesetzt, schon am Sonntagabend vorzeitig für die Play-Offs 2020 qualifizieren. Auswärts gewannen die Klagenfurter bisher exakt die Hälfte ihrer 18 Saisonspiele, darunter auch das erste Saisonduell mit dem EC Salzburg im Volksgarten: Ende November siegte Rot-Weiß dank dreier Treffer der Hundertpfund-Linie mit 3:1.

Der die Tabelle anführende EC Salzburg siegte am Freitagabend bei Orli Znojmo mit 5:2 und vergrößerte seinen Abstand auf den ersten Verfolger, die Vienna Capitals, damit auf vier Zähler. Die Bullen haben dadurch am Sonntag die erste Chance, sich den ersten der drei Plätze der EBEL in der nächstjährigen Champions Hockey League zu sichern. Dies gelingt, wenn sie im Heimspiel gegen Klagenfurt zwei Punkte mehr holen als Wien im Parallelspiel gegen den HCB Südtirol. Mit den Rotjacken hatten die Mozartstädter in der bisherigen Saison jedoch einige Probleme: Im ersten Duell Ende September in Klagenfurt gaben sie einen Drei-Tore-Vorsprung aus der Hand, siegten letztlich jedoch im Penaltyschießen, in den beiden folgenden Begegnungen mit dem EC-KAC wurde der Leader in seinem offensiven Handlungsspielraum stark eingeschränkt und verlor jeweils (3:1 und 2:0 für Rot-Weiß).

 

Die Zahlen zum Spiel:

1 – In den bisherigen Saisonbegegnungen zwischen dem EC-KAC und dem EC Salzburg gab es insgesamt lediglich zwölf Powerplays, die sich über exakt 23:00 Minuten erstreckten und von denen nur ein einziges (Johannes Bischofberger zum 2:0-Endstand im bisher letzten Duell am 6. Dezember) in einen Torerfolg umgewandelt wurde.

3 – Drei KAC-Stürmer - Thomas Koch, Johannes Bischofberger und Manuel Ganahl - haben in jedem der letzten drei Ligaspiele gepunktet. Die beiden Letztgenanten beendeten außerdem (wie Thomas Hundertpfund) keinen ihrer jüngsten elf Einsätze mit einer negativen Plus/Minus-Bilanz.

7 – Die Rotjacken holten gegen den Tabellenführer in den bisherigen drei Saisonduellen sieben von neun möglichen Zählern. Insgesamt hat der EC-KAC in jeder seiner jüngsten fünf Partien gegen Salzburg gepunktet, vier Siegen steht in diesem Zeitraum eine Niederlage im Penaltyschießen gegenüber.

40:58 – Verteidiger Adam Comrie überzeugte in den vergangenen Wochen mit defensiver Stabilität: Im Rahmen seiner letzten 15 Partien stand er nur bei einem einzigen Even Strength-Gegentor am Eis. Über das gesamte Spieljahr hinweg betrachtet, kassiert der EC-KAC mit ihm am Feld einen „Fünf-gegen-Fünf“-Gegentreffer pro 40:58 Einsatzminuten, was teamintern dem zweitbesten Wert hinter Clemens Unterweger (42:08) entspricht. 

69,3 – Johannes Bischofberger weist mit 69,3 Prozent aktuell die beste Corsi For Percentage (CF%) aller KAC-Cracks auf: Wenn er bei Even Strength am Eis stand, gaben die Rotjacken 476 Torschussversuche ab, ließen gleichzeitig aber nur deren 211 des Gegners zu. Ihm folgen Manuel Ganahl (68,3), Thomas Hundertpfund (66,9) und Adam Comrie (65,6).

 

Der Gegner:

Seine 16. Saison in der Erste Bank Eishockey Liga war bislang eine äußerst erfolgreiche für den EC Salzburg: Die Bullen führen aktuell die Tabelle an und können zum erst dritten Mal in der Klubgeschichte (nach 2006/07 und 2014/15) eine Winning Percentage von über 70 Prozent vorweisen: Salzburg hat nur elf seiner bislang 37 Partien verloren und insgesamt in 30 Saisonspielen gepunktet. Bemerkenswert ist der große Unterschied zwischen Heim- und Auswärtsbilanz: Während Salzburg in 19 Begegnungen in der Fremde nur ein einziges Mal (am 6. Dezember beim EC-KAC) in 60 Minuten geschlagen wurde, belegt man in der Heimtabelle der EBEL lediglich den achten Tabellenplatz.

Der Leader überzeugte im bisherigen Verlauf der Spielzeit vor allem defensiv, 79 Gegentore sind der zweitniedrigste Wert im Vergleich aller elf Teams hinter den Rotjacken, die im Schnitt 2,14 Verlusttreffer pro Partie liegen deutlich unter dem bisherigen Vereinsrekord von 2,43 in der Saison 2013/14. Offensiv war Salzburg in den ersten Wochen und Monaten stark von seiner damaligen Paradelinie mit Thomas Raffl, Raphael Herburger und John Hughes abhängig, spätestens als die beiden Österreicher verletzt ausfielen, verwandelte sich das Team jedoch in ein geschlossen gefährliches Kollektiv: Gleich 26 verschiedene Cracks im Kader konnten heuer bereits Scorerpunkte für die Bullen verbuchen, acht davon entstammen der eigenen Klubakademie.

Duelle zwischen dem EC Salzburg und dem EC-KAC etablierten sich in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten als Klassiker in der EBEL: Gleich sieben Mal stand man sich zwischen 2009 und 2017 in den Play-Offs gegenüber, insgesamt kommt es am Sonntag zur Austragung der bereits 136. Begegnung. Gegen keinen anderen Klub spielten die Rotjacken seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 öfter. In der historischen Bilanz hat Salzburg mit 73 zu 62 Siegen die Nase vorne. Der Volksgarten, über Jahre sehr schwieriges Terrain für Rot-Weiß, wurde von den Klagenfurtern in der jüngeren Vergangenheit recht erfolgreich bespielt: Der EC-KAC punktete bei sechs seiner letzten neun Auftritte in der Eisarena Salzburg.

 

Die Personalien:

Der EC-KAC wird das Auswärtsspiel in Salzburg mit dem annähernd gleichen Lineup bestreiten wie die Heimpartie gegen den HC Innsbruck am Freitagabend. Unverändert fehlen Lars Haugen, Clemens Unterweger, Nick Petersen, Lukas Haudum und Marcel Witting. Nicht im Aufgebot stehen wird gegenüber der HCI-Partie Kele Steffler, der am Samstagabend im Farmteam zum Einsatz kommt.

 

Der Kommentar:

„Morgen wartet ein großes Spiel gegen die vermutlich beste Mannschaft der Liga in diesem Jahr auf uns. Wir machten gegen Salzburg bisher eine recht gute Figur, weil wir sehr konsequent in der Umsetzung unseres Systems waren. Die Spielanlage Salzburgs ähnelt unserer, beide Teams arbeiten in der Defensive stark. Wir waren am Freitag über 40 Minuten sehr gut, ließen kaum etwas zu, daran möchten wir in diesem wichtigen Auswärtsspiel anknüpfen.“ (Matthew Neal, Stürmer EC-KAC)