Zu Gast beim ungeschlagenen Tabellenführer

Nach dem Sieg im Kärntner Derby gegen Villach am Freitag treten die Rotjacken am Sonntag auswärts beim ICE-Leader in Salzburg an.

Foto: GEPA/RedBull/Bachun

 

Die Eckdaten:

In seinem sechsten Saisonspiel in der bet-at-home ICE Hockey League trifft der EC-KAC am Sonntagnachmittag (Spielbeginn: 16.30 Uhr) auswärts auf den aktuellen Tabellenführer, den EC Salzburg. Diese Begegnung wird als kostenloser Online-Videostream auf der Website der Gastgeber (ecrbs.redbulls.com/livestream) live übertragen, daher entfällt der Ticker auf kac.at. Wie üblich berichtet auch Radio Kärnten im Rahmen des Kärntner Eishockeymagazins direkt aus der Halle.

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC schob sich mit seinem ersten Sieg im dritten Heimspiel der Saison, einem 3:1 im Kärntner Derby gegen den EC VSV am Freitagabend, auf Tabellenplatz drei. In der laufenden Spielzeit konnten die Klagenfurter beide in der Fremde ausgetragenen Partien für sich entscheiden, beim Dornbirner EC siegten sie mit 3:1, bei Fehérvár AV19 mit 4:1. Im Rahmen der Pre-Season standen die Rotjacken dem EC Salzburg bereits gegenüber: Beim Red Bulls Salute-Einladungsturnier in Kitzbühel siegte der EC-KAC vor drei Wochen mit 4:0, allerdings fehlten den Mozartstädtern in dieser Begegnung einige Stammkräfte.

Der EC Salzburg startete hervorragend in das neue Spieljahr, die Roten Bullen gaben in ihren drei bisherigen Partien noch keinen Zähler ab und stehen damit makellos an der Spitze der ICE-Tabelle. Vor eigenem Publikum ließ Salzburg dem EC VSV (6:1) und den Bratislava Capitals (5:1) keine Chance, am Freitag siegte man schließlich auch in seiner ersten Auswärtspartie: Trotz zweimaligem Rückstand gelang ein 6:3-Erfolg bei den Black Wings 1992. Die Torfabrik der Liga (5,67 Treffer pro Saisonspiel) brillierte bisher offensiv, auch konnten die Bullen in drei Spielen bereits sechs Mal im Powerplay anschreiben.

 

Die Zahlen zum Spiel:

1 – Dennis Sticha erzielte im Kärntner Derby am Freitag seinen ersten Treffer in der Kampfmannschaft des EC-KAC. Dieser gelang ihm in seinem 15. Ligaspiel, seinem siebten, in dem er auch Eiszeit erhielt. Insgesamt verfügte er zum Zeitpunkt seines Premierentores über 39:50 Minuten Time-on-Ice (in 56 Shifts) in der höchsten Spielklasse.

1,82 – Goalie Sebastian Dahm lieferte bei seinen ersten fünf ICE-Einsätzen für den EC-KAC überzeugende Leistungen ab. Aktuell liegt sein Gegentorschnitt (GAA) bei 1,82, hinsichtlich der Save Percentage übersprang er in jedem der jüngsten vier Spiele die 94-Prozent-Marke. Insgesamt parierte der Däne heuer 94,61 Prozent der auf seinen Kasten abgegebenen Torschüsse.

3 – Der EC-KAC sah sich in den ersten fünf Saisonspielen mit insgesamt 27 Situationen numerischer Unterlegenheit konfrontiert und kassierte dabei nur drei Gegentreffer. Daraus ergibt sich eine Penalty Killing-Erfolgsquote von guten 88,9 Prozent. In einfacher Unterzahl liegt dieser Wert gar bei 95,8 Prozent, denn zwei der drei Verlusttore resultierten aus „Drei-gegen-Fünf“-Unterlegenheiten.  

64,0 – Nach fünf Saisonspielen verfügt Eigenbauspieler Michael Kernberger unter allen KAC-Verteidigern über die mit Abstand beste Corsi-For-Percentage: 64,0 Prozent der Torschussversuche, die von beiden Teams abgegeben wurden, während er am Eis stand, kamen vom EC-KAC und nicht vom Gegner. Auch stand der 23-Jährige heuer noch bei keinem Gegentor am Eis (insgesamt 89:32 Minuten Time-oc-Ice).

139 – Das sonntägige Duell ist das insgesamt 139. zwischen dem EC Salzburg und dem EC-KAC in der höchsten Spielklasse, keinem anderen Gegner standen die Rotjacken seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 öfter gegenüber. Mit 76:62 Siegen und 453:399 Toren spricht die historische Bilanz für die Bullen.

 

Der Gegner:

Der EC Salzburg war der deutlich erfolgreichste Klub der im Sommer zu Ende gegangenen EBEL-Ära: 61,1 Prozent seiner insgesamt 1.034 Partien in diesem Bewerb konnte Salzburg für sich entscheiden, durchschnittlich fuhr man 1,81 Zähler pro Begegnung ein. Auch in das neue Zeitalter der bet-at-home ICE Hockey League starteten die Roten Bullen hervorragend, mit 9:0 Punkten und 17:5 Toren führen sie aktuell die Tabelle an.

Das Team von Head Coach Matt McIlvane ist in sämtlichen Mannschaftsteilen sehr stark besetzt. Mit der etablierten Ligagröße Rick Schofield im Angriff und dem NHL-erfahrenen Taylor Chorney in der Abwehr hat man sich im Sommer im Legionärssegment weiter verstärkt. Als Leihgaben von Partnerklub München stehen aktuell auch zwei hoch veranlagte Talente aus Deutschland zur Verfügung: Justin Schütz (20) wurde im Jahr 2018 von den Florida Panthers gedraftet, John-Jason Peterka (18) schrammte beim diesjährigen Draft unter der Woche nur knapp an Runde eins vorbei, seine Rechte sicherten sich an Position 34 die Buffalo Sabres.
Rund um die langjährigen Stützen Thomas Raffl, Alexander Rauchenwald, Dominique Heinrich und John Hughes verfügen die Bullen über den wohl am tiefsten besetzten Kader der Liga. Der Trainerstab versteht es, diese Qualitäten am Papier auch auf das Eis zu übertragen, in der vergangenen Saison lag die Winning Percentage (70,6 Prozent) zum dritten Mal in der Klubgeschichte (nach 2006/07 und 2014/15) jenseits der 70-Prozent-Marke.

Duelle zwischen dem EC Salzburg und dem EC-KAC gehören seit eineinhalb Dekaden zu den brisantesten und attraktivsten Paarungen in der Liga. Mit Heimvorteil ausgestattet, setzten sich die Mozartstädter meist durch, nur bei 14 ihrer bislang 69 Auftritte im Volksgarten siegten die Rotjacken in regulärer Spielzeit, bei neun weiteren nach Verlängerung oder Shootout. Zuletzt begegneten sich die beiden Teams jedoch weitestgehend auf Augenhöhe: Von den sechs im Verlauf der beiden jüngsten Spielzeiten ausgetragenen Konfrontationen auf Salzburger Eis gewannen beide Mannschaften jeweils drei.

 

Die Personalien:

Beim EC-KAC stehen mit Ausnahme der Langzeitverletzten David Fischer und Steven Strong sämtliche Kaderspieler zur Verfügung. Wie das letztendliche Lineup am Sonntag aussehen wird, entscheidet der Trainerstab jedoch erst nach dem AHL-Spiel am Samstagabend respektive dem Morning Skate am Spieltag. Vorgesehen ist gegenüber dem Kärntner Derby am Freitag zumindest eine Änderung in der Aufstellung: Zwischen den Pfosten gibt in Salzburg David Madlener sein Saisondebüt.

 

Der Kommentar:

„Wir konnten in den ersten vier Saisonspielen noch nicht unser volles Potenzial abrufen, der Sieg im Derby am Freitag war aber ein Fortschritt und für uns als Team moralisch sehr wichtig. Mit Salzburg wartet jetzt eine der stärksten Mannschaften in der Liga als Gegner auf uns. Sie agieren sehr druckvoll, stören den Spielaufbau mit intensivem Forechecking, spielen stark auf den Körper. Wenn wir unser Level über 60 Minuten hinweg aufs Eis bringen, haben wir aber sicher die Möglichkeit, auch aus dieser Begegnung Punkte mitzunehmen.“ (Clemens Unterweger, Verteidiger EC-KAC)