Exakt einen Monat nach seinem letzten Auftritt in Klagenfurt kehrt am Sonntag der HC Pustertal Wölfe als Gast in die Heidi Horten-Arena zurück, kac.at portraitiert die Südtiroler.

Aktuelles:

Die zweite Saison des HC Pustertal Wölfe in der win2day ICE Hockey League war bislang eine turbulente und eher durchwachsene: Nach nur neun Partien wurde der eigentlich langfristig gebundene Head Coach Stefan Mair vom Dienst freigestellt, es folgte das vergleichsweise lange Intermezzo von Philippe Horsky als Interimstrainer (13 Spiele), ehe Anfang Dezember Tomek Valtonen auf die Kommandobrücke berufen wurde. Der Erfolg stellte sich in Brunico/Bruneck trotz alledem noch nicht richtig ein, nur das Schlusslicht aus Vorarlberg stand bisher nach 60 Spielminuten noch häufiger mit leeren Händen da als die Wölfe (15 Mal in 26 Begegnungen). Seit einem 3:2-Heimerfolg nach Verlängerung über den EC-KAC am 4. November hat der HC Pustertal nur noch zwei von zehn Partien gewonnen, nach Klagenfurt kommt er auf Tabellenplatz elf liegend. In der Fremde konnten die Südtiroler in der laufenden Saison nur neun von 39 möglichen Zählern einfahren, kein anderes Team holte bislang weniger Auswärtspunkte.

Spieler im Fokus:

Nach seiner überragenden Premierensaison beim HCP bröckelte die Vormachtstellung von Tomas Sholl zwischen den Pfosten der Wölfe in der aktuellen Spielzeit etwas, Backup Jacob Smith siegte bei vier seiner acht Starts, während der US-Amerikaner aktuell bei 17 Einsätzen von Beginn an nur fünf Erfolge zu Buche stehen hat. In Klagenfurt ist jedoch wieder von Sholl als Wölfe-Keeper auszugehen, zumal er bei jedem seiner letzten vier Einsätze gegen die Rotjacken als Sieger vom Eis ging. Obwohl Pustertals letzter Auftritt in der Heid Horten-Arena erst gut vier Wochen zurückliegt, wurde der Kader seitdem an zwei Schlüsselpositionen verstärkt: In der Abwehr wurde Routinier Nick Plastino verpflichtet, der zwischen 2020 und 2022 in 109 Ligaspielen für den HCB Südtirol eine starke +30-Bilanz (und 56 Scorerpunkte) verbuchte. Mit reichhaltiger Erfahrung aufgewertet wurde auch der Angriff, in dem der letztjährige Topscorer der Wölfe, Johan Harju, zum Klub zurückgeholt wurde. Der Center, wie Plastino bereits 36 Jahre alt, kann auf 13 Jahre in Schwedens höchster Liga und zwei A-WM-Teilnahmen mit seinem Heimatland zurückblicken.

Bilanz gegen den EC-KAC:

Seit dem Einstieg des HC Pustertal Wölfe in die win2day ICE Hockey League kam es zu sechs Begegnungen mit dem EC-KAC, wobei die Rotjacken die erste (im Oktober 2021 in Brunico/Bruncek) und die letzte (im November 2022 in Klagenfurt) für sich entscheiden konnten. Die vier dazwischenliegenden gingen allesamt an die Südtiroler, dennoch ist das Torverhältnis über alle sechs Partien hinweg mit 16:16 exakt ausgeglichen. Im Verlauf dieser Konfrontationen erwies sich der HC Pustertal als das deutlich effizientere Team, stand hinsichtlich der Torschüsse doch eine Relation von 233 zu 146 zu Gunsten der Kärntner zu Buche. Einige Durchschlagskraft entwickelte der EC-KAC in Duellen mit den Wölfen allerdings im Überzahlspiel: Die Rotjacken erzielten in fünf der sechs Begegnungen einen Powerplaytreffer, insgesamt endeten 25,0 Prozent der Situationen mit rot-weißem numerischen Vorteil mit einem KAC-Treffer.

KAC-PUS (18.11.2022)KAC-PUS (18.11.2022)

Das letzte Duell:

Exakt einen Monat vor der nunmehr anstehenden Partie, am 18. November, standen sich der EC-KAC und der HC Pustertal Wölfe zuletzt gegenüber, auch damals wurde in der Heidi Horten-Arena gespielt, in der 3.518 Fans einen 5:2-Heimerfolg miterlebten. Den Grundstein zum Sieg legten die Rotjacken dabei im ersten Spielabschnitt, in dem sie neben vier Metalltreffern auch drei Tore – jeweils eines in Unter- und Überzahl, sowie eines bei „Even Strength“ – verbuchen konnten. Die Südtiroler, die im Auftaktdrittel nur einen einzigen Torschuss verzeichnet hatten, kamen ab der ersten Pause deutlich besser ins Spiel, nach 60 Minuten wies die Statistik für sie sogar mehr Zeit im „Fünf-gegen-Fünf“-Puckbesitz (21:15 gegenüber 19:24 Minuten) aus, auch in der Angriffszone agierten sie länger als die Klagenfurter (12:58 gegenüber 12:18 Minuten bei Even Strength plus Powerplay). Mit Rok Tičar (zwei Tore), Rihard Bukarts (ein Treffer, eine Vorlage), Clemens Unterweger, Nick Petersen und Lukas Haudum (jeweils zwei Assists) verbuchten in dieser Begegnung gleich fünf KAC-Spieler zwei Scorerpunkte, Time-on-Ice-Kaiser an diesem Abend im November war Pustertals Verteidiger Matt Spencer mit 24:06 Minuten.

Spielbericht: „Starkes Startdrittel bringt dritten Heimsieg in Folge“ (kac.at, 18.11.2022)