Der EC-KAC tritt am Mittwochabend auswärts in Székesfehérvár zum sechsten Viertelfinalspiel an, in dem er sich nur mit einem Sieg aus einer prekären, jedoch auch weitgehend selbstverschuldeten Lage befreien kann.

Nach drei Niederlagen in den letzten vier Spielen muss der EC-KAC das sechste Playoff-Viertelfinalduell mit Fehérvár AV19 zwingend gewinnen, um ein enttäuschend frühes Saisonende abzuwenden. In Ungarn kämpfen die Rotjacken am Mittwoch, dem 25. März 2026, auch gegen einen historischen Fluch, beendeten sie doch noch nie in der Klubgeschichte eine „Best-of-Seven“-Serie nach zwischenzeitlichem 2:3-Rückstand noch siegreich. Spielbeginn in der MET Aréna ist um 19.15 Uhr, ORF Sport+ überträgt live.

BERICHTERSTATTUNG

Das sechste Viertelfinalspiel der Rotjacken wird auf ORF Sport+ live übertragen. Die Sendung beginnt um 19.05 Uhr und kann auch im Livestream auf on.orf.at konsumiert werden Über den Verlauf der Begegnung informiert zudem (ab 19.30 Uhr) das Kärntner Eishockeymagazin im Programm von Radio Kärnten (online verfügbar via sound.orf.at).

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC brachte sich am Montagabend in der Playoff-Viertelfinalserie in eine sehr prekäre Lage, durch die 3:4-Heimniederlage, den dritten Verlust in den letzten vier Partien, liegen die Klagenfurter zum ersten Mal seit Neustart der Serie in Rückstand. Jede weitere Niederlage im Viertelfinale würde die Saison des Grunddurchgangszweiten beenden. Derartige Elimination Games gehören nicht zu den Spezialitäten der Rotjacken: Von bislang 23 Fällen im Rahmen von „Best-of-Seven“-Konfrontationen endeten 16 mit einer Niederlage, auswärts gelang in solchen Begegnungen nur drei von zwölf Mal ein Sieg, zuletzt in der Finalserie 2024 gegen Salzburg. Noch düsterer fällt der Blick in die Geschichtsbücher in Bezug auf den aktuellen Serienstand aus: Nach einem 2:3-Rückstand, mit dem er sich bislang in seiner Historie sieben Mal konfrontiert sah, hat der EC-KAC noch nie eine Playoff-Serie gewonnen. In drei der letzten vier Fälle erzwang der Rekordmeister mit einem Sieg in Spiel sechs immerhin ein siebtes und entscheidendes Duell. Um am Mittwoch den nötigen Erfolg einzufahren, müssen die Rotjacken zwei veritable Trendumkehren herbeiführen: Einerseits kämpfen sie gegen eine erhebliche Auswärtsschwäche, wurden doch saisonübergreifend sechs Playoff-Partien in der Fremde hintereinander verloren. Andererseits fehlte ihnen in den beiden bisherigen Viertelfinalspielen in Székesfehérvár die Effizienz, stehen doch 6,93 Expected Goals nur deren drei tatsächliche Treffer gegenüber.

Fehérvár AV19 verbuchte im fünften Viertelfinalspiel einen großen Sieg, mit einem 4:3-Triumph in Klagenfurt (wo die Ungarn zuvor keinen ihrer letzten fünf und nur drei ihrer jüngsten zwölf Auftritte erfolgreich gestalten konnten) ging man im „Best-of-Seven“-Duell zum ersten Mal in Führung. Das Team von Head Coach Ted Dent agierte einmal mehr äußerst effizient: Landeten in den vier direkten Begegnungen mit dem EC-KAC im Grunddurchgang nur 4,9 Prozent der Torschüsse in den Maschen, lag dieser Wert in den bisherigen Playoff-Partien mit nunmehr 11,2 Prozent mehr als doppelt so hoch. Székesfehérvár brachte sich damit in eine glänzende Ausgangsposition: Ein weiterer Sieg am Mittwoch oder in einem möglichen Game Seven am Freitag würde in der Ligageschichte den erstmaligen Halbfinaleinzug eines Teams bedeuten, das die Regular Season außerhalb der Top-Acht abgeschlossen hat. Die Roten Teufel verfügen über nur recht beschränkte Erfahrungen in Situationen wie der aktuellen, in den 19 Jahren ihrer Ligazugehörigkeit haben sie in „Best-of-Seven“-Konfrontationen nur vier sogenannte Clinching Games, also Spiele, in denen ein Sieg den Serienerfolg fixiert, bestritten: Zwei davon (gegen den HC Pustertal und den EC VSV im Jahr 2022) konnten sie positiv gestalten, zwei (jeweils gegen den HC Pustertal im Jahr 2024) gingen verloren. Um die Serie zu seinen Gunsten zu entscheiden, muss Fehérvár AV19 seine Geradlinigkeit in den Angriffen beibehalten: Man verfügt über die Serienführung, obwohl man in den fünf Partien in Summe nur auf 48:54 Minuten an Puckbesitz im Offensivdrittel kam, während Klagenfurt 79:58 Minuten verbuchte.

Personelles:

Neben Jordan Murray, Thomas Hundertpfund und Luka Gomboc fehlt dem EC-KAC in Székesfehérvár auch Mario Kempe. Der Mittelstürmer musste das Spiel am Montag nach zwei ungeahndeten Bandenchecks vorzeitig beenden und, nachdem er dort bereits die Nacht verbracht hatte, im Krankenhaus stationär aufgenommen werden. Bei der am Dienstag erfolgenden Anreise nach Ungarn ebenfalls nicht im Klagenfurter Mannschaftsbus sitzt der erkrankte Nick Petersen, der, sollte sich eine Besserung seines gesundheitlichen Zustands ergeben, jedoch am Spieltag zur Mannschaft stoßen könnte. Aus dem U20-Team rückt bei den Rotjacken Verteidiger Filip Simovic wieder in die Delegation.

Pre-Game-Kommentar:

„Wir haben am Montag die Gegentreffer viel zu leicht hergeschenkt, jedem Tor von Fehérvár ging ein Eigenverschulden unsererseits voran. Derartiges darf in den Playoffs nicht passieren, denn der Gegner hat von sich aus neuerlich nicht sehr viele Chancen kreiert. Das zieht sich leider schon durch die gesamte Serie: Wir begehen blöde Fehler und sie kommen zu leichten Toren.“

„Am Mittwoch gibt es keinen anderen Weg, es ist alternativlos, dass wir diese Fehler abstellen. Jeder in unserem Team muss sich sagen, dass es jetzt reicht, und im Kopf dann einen Schalter umlegen. Aktuell schießen wir uns zu oft selbst ins Knie, jeder muss sich selbst an der Nase nehmen und die Eigenfehler abstellen.“

„Fehérvár verteidigt bislang sehr gut, sie stellen fünf Mann vor ihren Goalie und es ist daher sehr schwer, spielerisch vor das Tor zu kommen. Wir haben recht viele Schüsse von den Außenpositionen, da sind sie im Block sehr gut. Für uns ist es jetzt nötig, einen Weg zu finden, diese Verteidigung zu brechen. Crash the Net, in den Playoffs geht es auch um schmutzige Tore und diese wollen wir morgen erzielen.“

„Am Mittwoch entscheidet der Glaube an uns selbst. Wir sind sicher gut genug, um die nächste Partie zu gewinnen, aber ausschlaggebend wird sein, dass jeder Spieler in der Mannschaft auch daran glaubt und alles daransetzt. Wie schon in der gesamten Serie liegt es auch in Spiel sechs in unserer eigenen Hand, wir wollen diese Partie unbedingt gewinnen.“