Der EC-KAC trauert um einen der größten Spieler seiner langen und erfolgreichen Vereinsgeschichte: Am Sonntagabend erreichte den Klub die bestürzende Nachricht, dass Josef „Sepp“ Puschnig im 80. Lebensjahr verstorben ist. Der Stürmer stand für eine der herausragendsten Laufbahnen eines Klagenfurter Eishockeyspielers, bis zum heurigen Jahr und der Einführung von Thomas Vanek war er der einzige österreichische Spieler, der in die Hall of Fame der IIHF Aufnahme gefunden hatte.


Josef Puschnig, geboren am 12. September 1946, repräsentierte auf Klubebene in seiner gesamten Laufbahn einzig und allein seinen Heimatverein, den Klagenfurter Athletiksport-Club. Im Verlauf der Saison 1961/62 gab er erst 15-jährig sein Debüt in der Kampfmannschaft, sein erster Treffer gelang ihm am 18. Januar 1962 im Freundschaftsspiel gegen die Candian Flyers, eine Auswahl an in Europa stationierten Militärpiloten, zehn Tage später trug er sich gegen Zell am See erstmals in einem Ligaspiel in die Torschützenliste ein. Der bullige Angreifer – vom ihn innig verehrenden Publikum mit dem Spitznamen „Karawankenbär“ bedacht – etablierte sich in der überragenden „Serienmeister“-Mannschaft des KAC als absolute Schlüsselfigur. Josef Puschnig war Stamm- und Führungsspieler der Rotjacken in jeder der elf von Meistertiteln gekrönten Saisonen zwischen 1964 und 1974, mit den Championaten von 1976 und 1977 schraubte er seinen persönlichen Zähler auf 13 österreichische Meisterschaften nach oben. Auch auf internationaler Ebene reüssierte die wuchtige Offensivkraft mit seiner Mannschaft, 1966 bis 1968 erreichte der KAC drei Mal in Folge das Halbfinale des Europacups, 1969 schließlich sogar das Finale. In Summe steuerte „Sepp“ 387 Tore – 312 in Bewebsspielen und 75 in freundschaftlichen Duellen – zum Erfolg seiner Rotjacken bei, zwischen seinem ersten und seinem letzten Treffer lagen mehr als 16 Jahre. Noch eindrucksvolleren Zahlen stand das vergleichsweise frühe Karriereende entgegen, 1977 liebäugelte Josef Puschnig bereits damit, die Schlittschuhe an den sprichwörtlichen Nagel zu hängen, im Folgesommer machte er im Alter von nur 31 Jahren Ernst. Ruhmreich gestaltete sich auch seine Laufbahn im österreichischen Nationalteam, mit dem er drei Mal an Olympischen Winterspielen sowie elf Mal an Weltmeisterschaften (der B- und C-Gruppe) teilnahm und dessen Trikot er in insgesamt 123 Länderspielen (50 Tore, 55 Vorlagen) trug.
Die herausragende Karriere von Josef Puschnig wurde vielfach in Form von Auszeichnungen gewürdigt: 1997 wurde Klagenfurts zweite Eishalle nach ihm benannt, 1999 wurde er als erster österreichischer Spieler in die IIHF Hall of Fame aufgenommen. Der Österreichische Eishockeyverband zeichnete ihn 2012 als seinen „Jahrhundertspieler“ aus, sein Heimatverein EC-KAC zog 2016 den Banner mit seiner Rückennummer sieben unter das Dach der damaligen Stadthalle und vergibt die Nummer seither nicht mehr. Dazwischen, im Jahr 2014, wurde er mit dem Großen Ehrenzeichen des Landes Kärnten prämiert.
Der EC-KAC trauert um einen der größten Spieler seiner Vereinshistorie, Josef Puschnig hinterlässt im Klagenfurter Eishockey eine nicht zu schließende Lücke. Die Gedanken und das Mitgefühl der gesamten Organisation sind in diesen schwierigen Tagen bei Josef Puschnigs Familie, insbesondere seiner Ehefrau Margit, seiner Schwester Erika und seinem Sohn Andreas, der ebenfalls viele Jahre lang das rot-weiße Trikot trug.
Ruhe in Frieden, Seppi!
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