Die Klubidentität:
KooKoo Kouvola wurde im Herbst 1965 als Kouvolan Kiekko-65 gegründet, die heutige Bezeichnung entspricht der phonetischen Version Anfangsbuchstaben dieses ersten Vereinsnamens. Nach einigen Jahren im sprichwörtlichen Unterhaus tauchte der Klub 1972 auf der finnischen Eishockey-Landkarte auf, als er erstmals den Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse schaffte. Dieser gehörte er über weite Strecken der folgenden mehr als vier Jahrzehnte an, unterbrochen nur von einem dreijährigen Ausflug in die erste und einem zweijährigen Stopp in der dritten Leistungsklasse. Zum 50-jährigen Gründungsjubiläum im Jahr 2015 stieg KooKoo trotz der verlorenen Mestis-Finalserie in die Liiga, Finnlands höchste Liga, auf, der man seither auch durchgehend angehört. Große Erfolge waren dem Klub dort allerdings nicht beschieden: In den 14 abgeschlossenen Erstligasaisonen Kouvolas umfasste das Starterfeld der Liiga im Schnitt 14,4 Teams, die Schwarz-Orangen beschlossen die Grunddurchgänge durchschnittlich auf Position 9,5.
Ausreißer nach oben war die vergangene Saison 2025/26: KooKoo landete nach der Regular Season auf dem ausgezeichneten zweiten Rang und zog danach in den Playoffs in das Finale ein, das erst im siebten und entscheidenden Spiel gegen Tappara Tampere verlorenging. Mit dem Viertel- und dem Halbfinale gewann der Klub aber doppelt so viele KO-Serien wie in seiner gesamten vorherigen Erstligageschichte zusammen. KooKoos Heimstätte ist die Kouvolan jäähalli, die 1982 errichtet wurde und 5.200 Fans Platz bietet. Im Verlauf der vergangenen Jahre hielt sich der Zuschauerschnitt des aktuellen finnischen Vizemeisters recht stabil bei knapp 3.500. Beheimatet ist der Verein in Kouvola, einer am Kymijoki, dem größtem Fluss Südfinnlands, gelegenen Stadt rund 120 Kilometer nordöstlich von Helsinki. Durch Eingemeindungen konnte Kouvola seine Einwohnerzahl im Jahr 2009 fast verdreifachen, grundsätzlich ist die Stadt aber seit Jahrzehnten konstant ein Abwanderungsgebiet, heute leben knapp 80.000 Menschen innerhalb der Gemeindegrenzen.
Die CHL-Vergangenheit:
In Ermangelung an nationalen Erfolgen trat KooKoo Kouvola bis zur aktuellen Saison noch nie auf der internationalen Bühne auf, auch in indirekten Vorgänger- oder Parallelbewerben zur Champions Hockey League wie dem Europacup oder dem Continental Cup war der Klub noch nie vertreten. Als Grunddurchgangszweiter der letztjährigen Liiga-Saison qualifizierte sich KooKoo als insgesamt 14. Klub aus Finnland in der Bewerbsgeschichte für die 2014 gegründete CHL, zwei Suomi-Tams – JYP Jyväskylä im Jahr 2018 und Tappara Tampere im Jahr 2023 – konnten die Königsklasse bisher gewinnen.


Die Saison bisher:
Von der großen Euphorie, die der erstmalige Vizemeistertitel auf nationaler Ebene in Kouvola im Frühjahr ausgelöst hat, ist im Herbst nur noch wenig übrig: KooKoo startete zwar mit einem 5:2-Sieg bei Dänemarks Meister Herning in seine erste Champions Hockey League-Saison und ließ danach mit einem Punktgewinn bei Titelverteidiger Frölunda in Göteborg (1:2 nach Verlängerung) aufhorchen, seither ging es allerdings steil bergab: Die Heimspiele gegen den slowakischen Titelträger Nitra (1:4) und den tschechischen Spitzenklub Pardubice (3:6) wurden – bei mäßigem Zuschauerinteresse von durchschnittlich nur 1.977 Fans – jeweils verloren, sodass in Summe erst vier Zähler am Konto der Finnen liegen und ihre Qualifikation für das Achtelfinale ernsthaft in Gefahr ist.
Noch ungemütlicher ist die Situation in der heimischen Meisterschaft: Die 3:6-Heimniederlage gegen die Pelicans aus Lahti am Samstag war der zehnte Verlust im zehnten Saisonspiel für KooKoo. Mit bislang erst einem einzigen Zähler auf der Haben-Seite hat sich für Kouvola bereits ein Rückstand von neun Punkten auf einen Nicht-Abstiegsplatz aufgetürmt. Die Truppe von Head Coach Jouko Myrrä weist in der Liiga sowohl den niedrigsten Schnitt an erzielten als auch den höchsten an kassierten Treffern auf und steht dementsprechend vor stürmischen Wochen.
Die Beziehungen zum EC-KAC:
Der EC-KAC und KooKoo Kouvola standen sich noch nie am Spielfeld gegenüber, die Eishockeyarchive kennen aber drei Spieler, die in ihren Laufbahnen für beide Klubs aufgelaufen sind: Reijo Hakanen begründete in der Saison 1968/69 die lange und erfolgreiche Geschichte finnischer Akteure im rot-weißen Trikot, als er mit 41 Toren in Bewerbsspielen zum erfolgreichsten Klagenfurter Torjäger der Spielzeit avancierte. Neun Jahre später beendete er seine aktive Laufbahn in Kouvola, wo er als Spielertrainer des damaligen Zweitligisten fungierte. Mit Kim Strömberg stand ein weiterer Stürmer in Diensten beider Klubs: Während sein Engagement bei den Rotjacken (2014/15) mit nur zwei Treffern in 45 Ligaspielen unter keinem sonderlich guten Stern stand, blühte er später bei KooKoo richtiggehend auf, in knapp drei Jahren (zwischen 2018 und 2022 inklusive einjähriger Unterbrechung) sammelte er in 173 Partien in der Liiga satte 125 Scorerpunkte. Der einzige Crack, der zuvor in Kouvola (2017/18) und dann in Klagenfurt (2018 bis 2020) spielte, war Siim Liivik, der von KooKoo direkt zum EC-KAC wechselte, im ersten Jahr Teil der rot-weißen Meistermannschaft von 2019 war und nach seiner zweiten Saison beim Klub seine Spielerkarriere beendete. Eine vierte Verbindung stellt Jarmo Myllys dar: Der Goalie trug 1992/93 das Trikot des damaligen Zweitligisten, wurde zwei Jahre später als Finnlands Nummer eins Weltmeister und arbeitete knapp zwei Jahrzehnte danach (2014/15) als Torhütertrainer und interimistischer Assistant Coach in Klagenfurt.
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