Die Klubidentität:
Die Wurzeln der heutigen Eisbären Berlin liegen zeitlich verortet in den Anfangsjahren der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), den frühen 1950ern. Zunächst in wechselnden Organisationsformen und unter verschiedenen Namen auftretend wurde mit der Gründung des Sportclub Dynamo Berlin im Jahr 1954 der Vorgängerklub geschaffen, der dann knapp vier Jahrzehnte lang Bestand hatte. Der Vereinsname Dynamo dokumentierte die Zugehörigkeit zur gleichnamigen Sportvereinigung der inneren Sicherheitskräfte der DDR und blieb bis in die heutige Zeit als umgangssprachliche (Zweit)Bezeichnung des Klubs erhalten. Bereits ab 1956 spielten die Berliner in der höchsten Spielklasse des Landes, der sie in der Folge ununterbrochen bis zur Deutschen Wiedervereinigung angehörten. Bemerkenswert ist dabei, dass der sogenannten Oberliga ab 1970 für zwei Jahrzehnte nur zwei Klubs, neben Dynamo Berlin auch Dynamo Weißwasser, angehörten.
Als die DDR 1990 in der Bundesrepublik aufging, wurde Berlin in die höchste Liga eingegliedert, nach einem einjährigen Zweitligaintermezzo folgte 1992 der Wiederaufstieg und auch die Umbenennung des Vereins von Dynamo in Eisbären. In der 1994 gegründeten DEL war der Klub seither durchgehend vertreten, die Entwicklung zu einer den Bewerb prägenden Organisation gelang aber erst im neuen Jahrhundert: Nach zuvor 15 nationalen Titeln in der DDR kürten sich die Eisbären 2005 erstmals zum deutschen Champion, seither folgten elf weitere gewonnene Meisterschaften (darunter fünf in den letzten sechs Saisonen), was den Klub zum DEL-Rekordmeister macht. Ihre wirtschaftliche Potenz speisen die Eisbären, die sich im Besitz der US-Amerikanischen Anschutz Entertainment Group befinden, aus ihrer seit 2008 bespielten Heimstätte. In der heutigen Uber Arena finden 14.200 Fans Platz, über die 16 nicht von pandemiebedingten Einschränkungen betroffenen Saisonen erreichte Berlin dort eine eindrucksvolle Auslastung von 93 Prozent.
Die CHL-Vergangenheit:
Der Klub aus der Hauptstadt Deutschlands hat sich heuer zum zehnten Mal für die Champions Hockey League qualifiziert, wobei eine der Teilnahmen aufgrund pandemiebedingter Einschränkungen des internationalen Spielbetriebs ausfiel. Bei fünf seiner acht Antritte in der Königsklasse scheiterte Berlin in der Gruppenphase, auch konnte man insgesamt nur drei Paarungen in KO-Phasen für sich entscheiden. Diese Bilanz können die Eisbären ab November aufbessern, sie sind bereits vor dem Duell mit den Rotjacken fix für das Achtelfinale qualifiziert. Möglich gemacht haben das drei Siege in den letzten drei Spielen, davor hatten die Deutschen (ausgehend von der 2:3-Niederlage in Klagenfurt im letztjährigen August) saisonübergreifend sieben CHL-Partien hintereinander verloren. Insgesamt haben die Eisbären Berlin seit der Gründung des Bewerbs 61 Begegnungen in der Champions Hockey League absolviert, daraus stehen 23 Siege, ein Unentschieden und 37 Niederlagen zu Buche. Besonders schwer tat sich der DEL-Krösus gegen Klubs aus den vier höher gereihten Top-Nationen (Schweden, Finnland, Schweiz, Tschechien), wo in 42 Anläufen nur neun Erfolge realisiert werden konnten.


Die Saison bisher:
Der amtierende deutsche Meister verlor im Sommer seinen langjährigen Erfolgstrainer Serge Aubin, der in den vergangenen sieben Jahren für fünf Championate verantwortlich zeichnete. Doch auch unter seinem Nachfolger Éric Dubois, der im Alter von 56 Jahren zum ersten Mal ein Profiteam als Head Coach führt, ging der Erfolgslauf der Eisbären weiter: Setzte es zum Start in die CHL auswärts bei Genève-Servette (2:6) und dem HC Davos (2:8) noch empfindliche Niederlagen, stehen seither bewerbsübergreifend zehn Siege aus den letzten elf Partien zu Buche. In der Königsklasse sicherten Erfolge gegen Graz (4:1) und Herning (2:1) sowie in der Vorwoche in Salzburg (4:3) bereits vorzeitig den Sprung in die KO-Phase. In der heimischen Meisterschaft unterlag Berlin nur am Auftaktwochenende bei den Adler Mannheim knapp (3:4), davor und danach gelangen in Summe sieben Siege. Die Rotjacken treffen damit am Mittwoch auf den aktuellen Tabellenführer der DEL, der in den vergangenen Wochen vor allem seine herausragende defensive Stabilität unter Beweis stellte: Die Eisbären spielten in vier ihrer letzten fünf Ligaspiele zu null und kassierten in der nationalen Meisterschaft in den jüngsten 306 Spielminuten nur einen einzigen Gegentreffer. In der Offensive brillierte das Duo Liam Kirk und Ty Ronning, die nach acht DEL-Runden bereits 16 bzw. 14 Scorerpunkte auf ihrem Konto haben.
Die Beziehungen zum EC-KAC:
Der EC-KAC und die Eisbären Berlin standen sich bereits im Vorjahr in der Gruppenphase der Champions Hockey League gegenüber, in einem aus rot-weißer Sicht begeisternden Spiel vor 3.703 Fans in der Heidi Horten-Arena setzten sich die Klagenfurter mit 3:2 durch. Die drei Torschützen der Rotjacken aus dieser Begegnung werden zum heurigen Duell allerdings nichts beitragen können, da sie entweder den Klub verlassen haben (Mathias From, Luka Gomboc) oder aktuell ausfallen (Nick Petersen). Vor der letztjährigen CHL-Konfrontation gab es nur ein einziges Spiel zwischen diesen beiden Vereinen, in einem freundschaftlichen Duell im August 1993 siegten die Kärntner in der deutschen Hauptstadt mit 7:6. Mit dem Vorgängerklub, dem SC Dynamo, ergaben sich zwischen Januar 1961 und November 1965 vier Begegnungen, die allesamt in der damaligen Stadthalle ausgetragen und von den Ostdeutschen gewonnen wurden. Einen ausführlicheren Blick auf Partien des österreichischen Rekordmeisters gegen Klubs aus Berlin warf kac.at im Vorjahr unter diesem Link. Auf individueller Ebene weisen (seit der Gründung der heutigen Eisbären im Jahr 1992) insgesamt zehn Spieler sowohl die Rotjacken als auch die Eisbären als Arbeitgeber in ihrem sportlichen Lebenslauf auf. Mit Sebastian Dahm und Nick Petersen spielten zwei aktuelle KAC-Cracks (und sechs ehemalige) zuvor für die Deutschen, umgekehrt ließen nur zwei Akteure (Kraig Nienhuis und Stefan Espenland) auf Engagements am Wörthersee auch welche in Ostberlin folgen. Ergänzt wird diese Liste durch Steven Walker, den punktebesten Importspieler in der Eisbären-Historie (592 Zähler in 593 DEL-Spielen zwischen 2000 und 2011), der später zwar nicht das Rotjacken-Trikot trug, den EC-KAC aber für eine Spielzeit (2017/18) als Head Coach anführte.
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