Im zweiten Kärntner Derby der Saison treten die Rotjacken am Freitagabend auswärts beim EC VSV an, kac.at stellt die aktuell fünftplatzierten Adler im Detail vor.

Aktuelles:

Der EC VSV geht auf Tabellenplatz fünf der win2day ICE Hockey League liegend in das zweite Kärntner Derby der Saison. Die Adler holten rund um die Länderspielpause im November fünf Regulation-Siege am Stück, blieben am vergangenen Wochenende aber ohne Punkt: Sowohl zu Hause gegen Fehérvár AV19 (3:4) als auch auswärts beim HK Olimpija Ljubljana (2:4) setzte es Niederlagen für das Team von Head Coach Rob Daum. Villach agierte im bisherigen Saisonverlauf auf eigenem Eis sehr erfolgreich, exakt zwei Drittel seiner Zähler fuhr man in der heimischen Stadthalle ein. Punkte vermochten aus der Draustadt in elf Partien bislang nur drei Teams – die Graz99ers und die beiden letztjährigen Finalisten aus Salzburg und Székesfehérvár – zu entführen. Die Stärken der Blau-Weißen sind recht deutlich in der Offensive zu verorten, nur der aktuelle Tabellenführer Innsbruck erzielte 2022/23 mehr Treffer pro Partie als der EC VSV (3,55), gleichzeitig kassierten nur vier der zwölf anderen ICE-Teams mehr Gegentore pro Begegnung (3,18). In dieses Bild fügt sich auch die ausbaufähige Erfolgsquote in Phasen numerischer Unterlegenheit ein, Villachs 73,2 Prozent entsprechen dem niedrigsten Wert aller Klubs im Bewerb.

Spieler im Fokus:

Nach drei für ihn persönlich schwierigen Jahren blüht Villachs Eigenbauspieler Alexander Rauchenwald in der aktuellen Spielzeit wieder auf, seine bislang 17 Scorerpunkte (davon zehn Treffer) machen ihn zur Nummer drei der österreichischen Cracks in der ICE-Punkteliste. Mit Verteidiger Philipp Lindner führt ein weiterer rot-weiß-roter Akteur aus dem VSV-Kader eine ligaweite Wertung sogar an, seine aktuelle Plus/Minus-Bilanz von +20 wird von keinem anderen Spieler übertroffen. Mannschaftsinterner Topscorer der Adler ist der Slowene Robert Sabolič, der zwei seiner 22 Zähler im ersten Kärntner Derby der Saison verbuchte. Ein weiterer Neuzugang aus dem Sommer, Verteidiger Nicolas Mattinen, hat sich ebenso bereits gut in der Draustadt akklimatisiert, wie 16 Scorerpunkte und ein +17-Rating des Kanadiers belegen. Der einzige Akteur im VSV-Aufgebot mit Bezug zum EC-KAC ist Stürmer Marco Richter: Der Wiener startete seine Profilaufbahn bekanntlich in Klagenfurt, von 2016 bis 2020 repräsentierte er in 208 Bewerbsspielen den Rekordmeister.

Bilanz gegen den EC-KAC:

Der EC-KAC und der EC VSV stehen sich am Freitagabend zum insgesamt 344. Mal in einem Bewerbsspiel gegenüber, in der historischen Bilanz liegen die Rotjacken mit einem Plus von 38 Siegen voran. Auch das über lange Zeit recht ausgeglichene Verhältnis in Duellen seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 kippte in den vergangenen Spielzeiten zu Gunsten des Klubs aus der Landeshauptstadt, hier stehen 81 rot-weißen Erfolgen deren 65 blau-weiße gegenüber. In den jüngsten 28 Konfrontationen blieben die Klagenfurter nur vier Mal ohne Punktgewinn, zuletzt im zweiten Viertelfinalspiel 2021. Seither fuhr der EC-KAC sieben Derbysiege ein, nur beim letzten Auftritt in der Draustadt am 4. Januar mussten sich die damals massiv ersatzgeschwächten Rotjacken in der Verlängerung geschlagen geben. Die Saisonbilanz in Kärntner Lokalduellen ging zuletzt sechs Mal in Folge an Rot-Weiß, auswärts in Villach gab es seit dem Jahr 2015 nicht mehr zwei KAC-Niederlagen hintereinander.

KAC-VSV (26.10.2022)

Das letzte Duell:

Im ersten und bisher einzigen Aufeinandertreffen der beiden Kärntner Klubs setzte sich der EC-KAC am 26. Oktober auf eigenem Eis mit 3:2 nach Penaltyschießen durch. Die mit offenem Visier geführte Begegnung dokumentierten insgesamt 36 Torschüsse aus dem Slot (19 davon für die Rotjacken), in keinem Saisonspiel mit Klagenfurter Beteiligung lag dieser Wert höher. Die beiden Teams begegneten sich in diesem Duell auf Augenhöhe, der gastgebende Rekordmeister konnte in den meisten analytischen Kategorien nur marginale Vorteile für sich verbuchen (51,6 Prozent Scheibenbesitz, 52,3 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 74 gegenüber 72 Sequenzen mit Puckkontrolle im Angriffsdrittel). Bei Villach überzeugte in dieser Konfrontation vor allem die Sturmlinie mit John Hughes, Robert Sabolič und Chris Collins, die ihre starke Corsi-Performance (68,2 Prozent, einzige VSV-Formation über der 50-Prozent-Marke) auch in Zählbares ummünzen und beide blau-weißen Treffer (sowie alle sechs Scorerpunkte der Adler) für sich verbuchen konnte.

Spielbericht: „Rotjacken holen ersten Derbysieg der Saison“ (kac.at, 26.10.2022)