Im vierten und möglicherweise bereits letzten Kärntner Derby der Saison 2025/26 in der win2day ICE Hockey League tritt der EC-KAC (24 Siege, elf Niederlagen) am Freitag, dem 9. Januar 2026, auswärts beim EC VSV (13 Siege, 20 Niederlagen) an. In der Draustadt treffen der Zehnte und der Erste in der aktuellen Ligatabelle aufeinander, in den drei bisherigen Lokalduellen in der aktuellen Spielzeit setzte sich stets die jeweilige Heimmannschaft durch. Das Opening Faceoff erfolgt um 19.15 Uhr, live übertragen wird das Derby auf Sporturope.TV.
BERICHTERSTATTUNG
Wie das erste und das zweite Saisonderby ist auch das vierte nicht im Free-TV zu sehen, eine Livestream-Übertragung, produziert vom gastgebenden Klub, wird jedoch wieder auf Sporteurope.TV (Pay-per-View) angeboten, Sendungsbeginn ist um 19.00 Uhr. Radio Kärnten (online empfangbar über sound.orf.at) begleitet das Spiel im Kärntner Eishockeymagazin, das um 20.04 Uhr beginnt.
Die Ausgangssituation:
Der EC-KAC hat sein intensives Feiertagsprogramm in Anbetracht der angespannten personellen Lage durchaus positiv hinter sich gebracht: Nach den jüngsten Siegen beim HC Innsbruck (4:1) und gegen den HC Pustertal (3:2) halten die Rotjacken bei bereits 74 Zählern, mit denen sie die Tabelle in absoluter wie auch in relativer Betrachtung (2,11 Punkte pro Saisonspiel) anführen. Der Rekordmeister punktete in 29 seiner bislang 35 Partien, also in 82,9 Prozent seiner bisherigen Begegnungen 2025/26. Höher lag dieser Wert beim EC-KAC am Ende einer Spielzeit zuletzt im Spieljahr 2000/01. Die Klagenfurter führen auch die Auswärtstabelle der win2day ICE Hockey League an, von 18 Spielen in der Fremde konnten sie 13 für sich entscheiden, davon auch sechs der jüngsten sieben. Unverändert holprig präsentiert sich das rot-weiße Überzahlspiel: Seit David Maiers Treffer im letzten Kärntner Derby blieben die Rotjacken in fünf Spielen oder in Summe 14 Powerplays mit einer Gesamtdauer von 24:26 Minuten ohne Torerfolg bei numerischem Vorteil. Positiv gestaltet sich hingegen der Trend im Penalty Killing, das seit Anfang Dezember, also in den jüngsten zwölf Ligaspielen, auf eine Erfolgsquote von 87,1 Prozent kam.
Der EC VSV befand sich in den vergangenen Wochen und Monaten in einer massiven Abwärtsspirale: Seit einem Sechs-Punkte-Wochenende gegen Klagenfurt und Wien auf eigenem Eis Mitte November wurden von 16 Ligaspielen nur drei gewonnen. Auch das dicht gedrängte Feiertagsprogramm, das schon so mancher Saison einen neuen Spin verlieh, konnte Villach nicht nutzen, zwischen 26. Dezember und 5. Januar fuhren ligaweit nur Innsbruck (0:18) und Budapest (1:14) weniger Punkte ein als die Adler (3:15). Blau-Weiß rutschte in der Tabelle mittlerweile auf Rang zehn ab, um sich vorzeitig für die Playoffs zu qualifizieren, also den Grunddurchgang auf einem der ersten sechs Ränge abzuschließen, wäre in den verbleibenden 15 Partien ein Punkteschnitt von 2,30 oder höher nötig, was (angesichts des bisherigen Saisonwerts von 1,27) recht unrealistisch erscheint. Das vordergründige Problem des EC VSV im laufenden Spieljahr war die instabile Defensive: 3,42 Gegentore pro Begegnung sind nicht nur die viertschwächste Marke im ligaweiten Vergleich, Blau-Weiß beendete seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 noch keine Saison mit einem höheren Schnitt.
Die Geschichte:
Das traditionsreichste Duell im österreichischen Eishockey erlebt am Freitag seine 426. Auflage, in Bewerbsspielen stehen sich die beiden Kärntner Klubs zum 363. Mal gegenüber. Die historische Bilanz spricht für den EC-KAC, der sich bislang 194 Mal durchsetzen konnte, bei 19 Unentschieden stehen 149 Erfolge des EC VSV in den Geschichtsbüchern. Die Rotjacken konnten den Vorsprung auf die Draustädter insbesondere in den vergangenen Jahren ausbauen, von den letzten 50 Derbys gingen satte 38 an den Rekordmeister, der auch elf der jüngsten 14 Begegnungen für sich entscheiden konnte. Auffällig ist, dass die Duelle in der näheren Vergangenheit meist mit Fortdauer einer Partie in Richtung Klagenfurt kippten, in den letzten 25 direkten Konfrontationen konnte Villach nur vier Mal den zweiten und ebenfalls nur vier Mal den dritten Spielabschnitt für sich entscheiden (aber gleich elf Mal das erste Drittel). Bei den jüngsten sechs in der Stadthalle Villach ausgetragenen Derbys wechselten sich aus KAC-Sicht Siege und Niederlagen jeweils ab, in regulärer Spielzeit bezwungen wurde Rot-Weiß aber nur bei zwei seiner letzten 13 Auftritte in der Draustadt.
Das letzte Aufeinandertreffen der beiden Lokalrivalen liegt keine zwei Wochen zurück, am 27. Dezember fuhren die Rotjacken in der Heidi Horten-Arena einen weitestgehend ungefährdeten 5:2-Erfolg ein. Ein Doppelpack von Jan Muršak im ersten Abschnitt brachte die Klagenfurter früh auf die Siegerstraße, letztlich lag die Truppe von Kirk Furey und David Fischer in jeder relevanten statistischen Kategorie voran. Besonders deutlich war der Unterschied in Even Strength-Phasen, wo 27:15 Torschüsse zu 4:0 Treffern führten. Ebenfalls bemerkenswert: Von ihren 16 Torschussversuchen von der blauen Linie aus brachten die Adler nur zwei auch tatsächlich auf das Gehäuse, der Saisonschnitt aller KAC-Gegner 2025/26 liegt zum Vergleich bei 9,1.
Personelles:
Neben den Langzeitverletzten Jordan Murray, Thomas Hundertpfund und Luka Gomboc muss der EC-KAC weiterhin auch auf Jesper Jensen Aabo und Oliver Lam verzichten, die beide an Unterkörperverletzungen laborieren. Die zuletzt angeschlagen fehlenden Sebastian Dahm und Maximilian Preiml, ligaweit der österreichische Verteidiger mit der besten Plus/Minus-Bilanz, sind am Mittwoch vollumfänglich in den Trainingsbetrieb zurückgekehrt und stehen damit wieder zur Verfügung. Das gilt auch für den zwischenzeitlich leicht erkrankten Matt Fraser, der am Mittwoch noch pausieren musste. Johannes Dobrovolny verpasste das Mannschaftstraining am Donnerstag aufgrund seiner Musterung beim Bundesheer, einem Einsatz gegen Villach am Freitag steht aber nichts im Wege.
Pre-Game-Kommentar:
„Bisher war unsere Saison ziemlich gut. Es gab im Sommer einige Veränderungen, unsere Mannschaft war für Außenstehende daher etwas schwer einzuschätzen. Wir können sehr zufrieden damit sein, wie das Jahr bisher verlaufen ist, einige junge Spieler haben einen großen Schritt nach vorne gemacht. So war es möglich, dass wir trotz vieler Verletzungen und Erkrankungen Wege gefunden haben, zu gewinnen. Die Saison ist aber natürlich noch nicht vorbei, hoffentlich können wir so weitermachen wie bisher.“
„Ein Spiel gegen Villach ist nie einfach, ein Derby bleibt ein Derby. Der VSV hat aktuell einige Probleme, das heißt aber nicht, dass das eine leichte Aufgabe für uns wird. Für uns ist in erster Linie aber weiterhin wichtig, dass wir uns auf uns selbst konzentrieren, dass wir das auf das Eis bringen, was in uns steckt. Das ist dann hoffentlich ausreichend, um das Spiel auch zu gewinnen. Ich denke, dass wir eine stärkere Eishockeymannschaft sind als Villach, aber das wird zweifellos ein hartes, emotionales Duell.“
„Ich denke nicht zu sehr über Punkte nach, dass ich gegen Villach einen Scoring Streak habe, wurde mir erst vor dem letzten Derby bewusst, als mich jemand darauf angesprochen hat. Es sieht so aus, als würde ich in Derby-Situationen, in denen viele Emotionen mit dabei sind, gute Leistungen bringen. Daher hoffe ich, dass ich unserem Team auch morgen durch Punkte helfen kann, aber wenn wir am Ende als Sieger dastehen, ist das mehr als genug für mich.“
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