Die Klubidentität:
In Bordeaux, der Metropole des Südwestens Frankreichs, wird seit 1974 organisiert Eishockey gespielt, wobei die ersten knapp drei Jahrzehnte von mäßigen sportlichen Erfolgen, häufigen wirtschaftlichen Problemen und wechselnden Organisationsformen geprägt waren. Der heutige Klub, die Boxers (de) Bordeaux, besteht seit 1998, erst 2014 wurde auf Profispielbetrieb umgestellt, seit 2015 ist man durchgehend in der höchsten Spielklasse des Landes vertreten. Nach dem Vizemeistertitel von 2024 – die Finalserie ging gegen den späteren CHL-Gegner des EC-KAC, die Rouen Dragons, verloren – schwang sich der Klub im Frühjahr 2026 erstmalig zum Meister Frankreichs auf. Von Grunddurchgangsrang vier aus gestartet, überragten die Boxers in den Playoffs, den Weg zum Championat ebneten zwölf Siege in 14 Spielen der Post Season.
Der Klub bespielt die rund 3.500 Zuseher fassende Patinoire de Mériadeck, der letztjährige Zuschauerschnitt von 3.442 dokumentiert, dass Bordeaux’ Heimspiele in der Regel vor ausverkauftem Haus stattfinden. Der sportliche Aufschwung der Rot-Schwarzen in den vergangenen Jahren hat zum Teil auch mit kanadischem Know-How zu tun: Seit 2024 hält eine Investorengruppe aus dem Heimatland des Eishockeys, die von NHL-Torhüterlegende Patrick Roy angeführt wird, eine knapp 20-prozentige Beteiligung am Klub. Budgetär liegt die Organisation aus der Gironde im gehobenen Mittelfeld der heimischen Ligue Magnus, ein Jahresumsatz von knapp unter vier Millionen Euro bedeutet Position fünf im nationalen Ranking.
Die CHL-Vergangenheit:
Die Bordeaux Boxers krönten sich im April zum ersten Mal zum französischen Meister. Dementsprechend nahmen sie bisher noch nie an der Champions Hockey League (oder anderen europäischen Klubbewerben) teil. Die Rot-Schwarzen sind – nach Rouen/fünf Teilnahmen, Grenoble/vier, Gap/drei und Briançon/eine – der fünfte Klub aus der Ligue Magnus, der sich für die CHL qualifizieren konnte. Trotz der überschaubaren Erfolgsbilanz (nur 16 Siege in insgesamt 78 Partien) konnten französische Klubs in der Königsklasse bereits auch sportliche Ausrufezeichen setzen: Im Vorjahr schaffte Grenoble den Sprung in das Achtelfinale, die Rouen Dragons waren nach ihrer Achtelfinalteilnahme 2018/19 in der Saison 2021/22 sogar im Viertelfinale vertreten. Der EC-KAC trat in der Champions Hockey League bisher fünf Mal gegen Opposition aus Frankreich an, alle fünf Begegnungen wurden von den Klagenfurtern gewonnen.


Die Saison bisher:
Wie die Rotjacken bereiteten sich auch die Boxers mit vier Testspielen auf die Champions Hockey League vor, wobei sie gegen die (ihnen geographisch jeweils am nächsten liegenden) Ligue Magnus-Kontrahenten aus Anglet und Angers jeweils ein „Doppel“ aus Heim- und Auswärtspartie bestritten haben. Gegen den Klub aus dem Baskenland setzte es zum Pre-Season-Auftakt am 21. August eine 2:3-Auswärtsniederlage, für die sich Bordeaux zwei Tage später mit einem 2:1-Heimerfolg revanchierte. Den Ducs d’Angers unterlag man zu Hause mit 0:1, ehe man sich am Sonntag auswärts mit 3:2 durchsetzen konnte. Das Team von Langzeittrainer Olivier Dimet, der seit 2019 im Amt ist, geizte bei nur sieben Treffern in vier Vorbereitungsspielen etwas mit Offensive. Drei Tore gingen auf das Konto des kanadischen Stürmers Piere-Olivier Morin, von den sechs sommerlichen Neuzugängen trugen sich bislang zwei – Luke Santerno und Steven Fournier, beide ebenfalls aus Kanada – in die Schützenliste ein.
Die Beziehungen zum EC-KAC:
Die Verbindungen zwischen dem EC-KAC und den Bordeaux Boxers sind nahezu mikroskopisch, die beiden Klubs werden sich am Donnerstag zum ersten Mal überhaupt gegenüberstehen. Auch Spieler, die sowohl die Rotjacken als auch die Franzosen repräsentierten, sind rar gesät: Mark Hurtubise, der 2016/17 mit den Klagenfurtern Vizemeister wurde, ließ seine aktive Laufbahn 2020/21 in der Gironde ausklingen. Jarno Mensonen spielte im Herbst 1998 für einige Wochen beim Vorgängerklub, ehe dieser den Spielbetrieb konkursbedingt einstellen musste, zwischen 2018 und 2020 war er bekanntlich Assistant Coach des EC-KAC und damit am 31. Titelgewinn der Klubgeschichte beteiligt. Auch Relationen zur win2day ICE Hockey League weisen die Franzosen nur wenige auf, im aktuellen Kader stehen mit Verteidiger Maxim Lamarche (34 Einsätze für die Black Wings Linz in der Saison 2021/22) und Mittelstürmer Félix Girard (82 Partien mit 71 Punkten für Fehérvár AV19 und den HC Innsbruck zwischen 2019 und 2021) zwei Akteure, die zuvor in der grenzübergreifenden Liga in Mitteleuropa aktiv waren.
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