Die Klubidentität:
Storhamar Idrettslag (auf internationaler Ebene: Storhamar Hamar) wurde 1935 als Arbeitersportverein gegründet und hat seine Wurzeln dementsprechend im Breitensport. Heute gibt es mit Eishockey, Fußball, Handball und Eiskunstlauf vier Sektionen, der Verein zählt rund 3.300 Mitglieder. Die Eishockeyabteilung bildete sich im Jahr 1957 und pendelte – auf Natureis spielend – für rund zwei Dekaden zwischen der zweiten und dritten norwegischen Leistungsstufe. 1977 stieg der Klub erstmals in die höchste Spielklasse auf, 1978 wurde die lokale Kunsteisbahn fertiggestellt und 1982 kehrte man endgültig in die erste Liga zurück, der man seither auch durchgehend angehört. An der Spitze des nationalen Eishockeysports etablieren konnte sich Storhamar insbesondere ab dem Bezug der Ende 1992 eröffneten, für die Kurzbahn- und Eiskunstlaufbewerbe der Olympischen Winterspiele 1994 errichteten neuen Heimstätte, die heute unter dem Namen CC Amfi firmiert und knapp 7.000 Fans Platz bietet.
Die schmucke Spielstätte ist auch in den Geschichtsbüchern des Welteishockeys verankert, hier wurde am 12. März 2017 das längste Spiel der Geschichte ausgetragen: Das Playoff-Duell zwischen Storhamar und Sarpsborg wurde erst in der achten Verlängerung nach 217:14 Minuten Spielzeit (und 8:32 Stunden Bruttozeit) entschieden. Damals gehörte Hamar längst zu den Top-Klubs im Lande: 1995 holten die Gelb-Blauen erstmals das nationale Championat, sechs weitere folgten bis 2023. Seither verbuchte die Truppe von Head Coach Petter Thoresen, der seit Sommer 2022 im Amt ist, einen Titel-Hattrick: In jeder der letzten drei Spielzeiten belegte seine Mannschaft Platz eins nach dem Grunddurchgang und holte später auch den Meistertitel. Die Champions Hockey League gilt in Hamar als sehr populär, anders als bei vielen anderen Klubs im Bewerb verbuchten die Norweger bei ihren Teilnahmen in den beiden vergangenen Jahren jeweils einen höheren Zuschauerschnitt (3.201 und 3.797) als in der nationalen Liga (2.856 und 3.410).
Die CHL-Vergangenheit:
Storhamar Hamar hat sich heuer zum fünften Mal für die Champions Hockey League qualifiziert und gehört unter den Klubs aus den sogenannten Challenger Leagues zu jenen, die bislang den größten Eindruck im Bewerb hinterlassen haben. Bei drei ihrer vier Teilnahmen – 2015, 2018 und 2025 – erreichten die Norweger die KO-Phase. Insbesondere in Heimspielen geigten die Gelb-Blauen oft auf, so wurden in der CHL-Geschichte auf eigenem Eis bereits Genève-Servette und Fribourg-Gottéron aus der Schweiz, Oceláři Třinec und Sparta Prague aus Tschechien sowie Tappara Tampere (Finnland), die Pinguins Bremerhaven (Deutschland) und Red Bull Salzburg bezwungen. Zum Erfolg kommt Storhamar meist über eine stabile Defensive, bleibt der offensive Output in der Königklasse doch in der Regel überschaubar: In nur einer der saisonübergreifend letzten elf Partien gelangen mehr als zwei Treffer. Historisch effektivster Angreifer im Team ist der gebürtige Schwede und mittlerweile norwegische Nationalspieler Jacob Berglund, der bereits elf CHL-Treffer in Hamars Trikot für sich verbuchen konnte. Die historische Champions Hockey League Bilanz weist für den Klub 13 Siege und 18 Niederlagen bei einem Unentschieden aus, dabei ist aber festzuhalten, dass Storhamar in jeder seiner bislang 32 Begegnungen einem Klub aus den fünf Gründungsligen gegenüberstand.


Die Saison bisher:
Der norwegische Meister behielt in der Pre-Season eine gänzlich weiße Weste und wusste spielerisch wie auch resultatmäßig zu überzeugen, sämtliche vier Partien wurden in regulärer Spielzeit gewonnen. Das erste Testspiel, satte neun Tage vor der Pre-Season-Premiere der Rotjacken ausgetragen, endete mit einem klaren 5:1-Auswärtserfolg beim Allsvenskan-Spitzenklub in Karlskoga. Im Heimspiel-Doppel gegen Mora, ebenfalls in Schwedens zweiter Liga aktiv, gab es Siege mit 2:0 und 8:2, zum Abschluss setzte man sich bei den Kollegen aus der eigenen Liga, Sparta Sarpsborg, mit 6:3 durch. Im Verlauf dieser vier Testspiele traten gleich 13 verschiedene Kaderspieler als Torschützen in Erscheinung, die punktebesten Akteure waren Jacob Berglund mit sechs und Axel Sandnes mit fünf Zählern. Auch der Start in die Champions Hockey League darf als geglückt bezeichnet werden: Am vergangenen Freitag holte Hamar beim schweizer Vizemeister einen Punkt, der HC Davos entschied die Begegnung erst in der Schlussminute der Verlängerung durch einen Powerplay-Treffer mit 3:2 zu seinen Gunsten. Zwei Tage später blieben die Norweger bei Genève-Servette zwar ohne Zählbares, die knappe 2:3-Niederlage und der Umstand, dass die Thoresen-Truppe zwei Mal in Führung gehen konnte, waren dennoch aller Ehren wert.
Die Beziehungen zum EC-KAC:
Zwischen dem EC-KAC und Storhamar Hamar wurde bislang noch nie eine Begegnung ausgetragen, das Duell am Donnerstag wird das erste überhaupt sein. Generell sind für die Rotjacken Gegner aus Norwegen eher eine Rarität, lediglich fünf Freundschaftsspiele mit vier KAC-Siegen in den Jahren 1960, 1963, 2017 und 2018 sind in den Geschichtsbüchern verzeichnet. Bewerbsspiele bestritt Österreichs Rekordmeister gegen norwegische Opposition erst deren zwei: In der Gruppenphase der Champions Hockey League 2019/20 traf man zwei Mal auf den damaligen Titelträger Frisk Asker, der sowohl zu Hause (3:0) als auch auswärts (4:0) ohne Gegentor besiegt werden konnte. Aus dem heutigen Kader der Klagenfurter trugen sich Nick Petersen und Daniel Obersteiner in beiden Partien in die Scorerwertung ein.
Auch auf personeller Ebene sind Überschneidungen zwischen Storhamar und Klagenfurt in nur sehr geringem Ausmaß gegeben, lediglich zwei Spieler repräsentierten in ihren Laufbahnen beide Klubs: Der kanadische Mittelstürmer Joey Tenute, der 2011/12 mit den Rotjacken EBEL-Vizemeister wurde, ließ seine Europakarriere fünf Jahre später bei den Norwegern ausklingen. Verteidiger Stefan Espeland half rund um den Jahreswechsel von 2017 auf 2018 in zwölf Ligaspielen beim EC-KAC aus, er beendete seine aktive Laufbahn im Sommer 2026 nach zuletzt drei Jahren bei Storhamar.
Datenschutzeinstellungen 
