Das letzte Liga-Wochenende vor der Länderspielpause eröffnet der EC-KAC mit einem Auswärtsspiel, am Freitagabend gastieren die Rotjacken beim Titelverteidiger in Graz, kac.at liefert den Ausblick auf diese Begegnung.

Zum Abschluss des äußerst intensiven Monats Oktober mit zwölf Bewerbsspielen tritt der EC-KAC (neun Siege, sechs Niederlagen) am Freitag, dem 30. Oktober 2026, noch einmal auswärts an. Die  Rotjacken gastieren in der win2day ICE Hockey League beim amtierenden Meister, den Graz99ers (acht Siege, sieben Niederlagen). Die beiden in der Tabelle nur durch drei Punkte getrennten Klubs treffen zum bereits 156. Mal aufeinander, Spielbeginn in Graz-Liebenau ist um 18.30 Uhr.

BERICHTERSTATTUNG

Diese Begegnung ist nicht im Free-TV zu sehen, eine Livestream-Übertragung, produziert vom gastgebenden Klub, ist jedoch wie gewohnt auf Sporteurope.TV (Pay-per-View) verfügbar, Sendungsbeginn ist um 18.15 Uhr. Radio Kärnten (online empfangbar über sound.orf.at) begleitet das Spiel im Kärntner Eishockeymagazin, das um 20.04 Uhr beginnt.

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC konnte in der vergangenen Woche sechs von neun möglichen Punkten auf sein Konto bringen, nach Siegen gegen Fehérvár AV19 (6:3) und beim Milano Hockey Club (3:2) mussten sich die Rotjacken dem Tabellenführer HCB Südtirol zu Hause mit 2:5 geschlagen geben. Die Klagenfurter verbuchten gegen die Füchse deutlich mehr Puckbesitz (54,9 Prozent) und Torschüsse (32:24), agierten aber nicht zielgerichtet genug: Nur 41,7 Prozent ihrer Torschussversuche aus dem Slot waren tatsächliche Shots on Goal, dieser niedrigste Saisonwert lag weit unter dem Schnitt der zuvor absolvierten Partien (69,4 Prozent). In der Fremde konnte der Rekordmeister zuletzt drei Mal in Folge punkten, insgesamt haderte er in Auswärtsspielen aber mit seiner Stabilität: 16,9 Expected Goals Against stehen aktuell 23 Gegentore gegenüber, mehr als die aktuell 3,29 Verlusttreffer pro Begegnung fernab der Heimat kassierte der EC-KAC zuletzt in der Saison 2009/10. In der Tabelle nehmen die Kärntner derzeit den vierten Rang ein, in der Reihung nach Punkteschnitt liegen sie nur noch auf Position fünf.

Die Graz99ers empfangen den EC-KAC auf Tabellenplatz sieben liegend, der Titelverteidiger durchlebte bislang eine wechselhafte Saison, in der sich Siege (acht) und Niederlagen (sieben) nahezu die Waage hielten. Dass diese Zwischenbilanz nur beschränkte Aussagekraft hinsichtlich des saisonalen Outputs besitzt, bewiesen die Steirer in der vergangenen, letztlich vom Meistertitel Spielzeit, als sie nach 15 Ligaspielen den exakt gleichen Record wie heuer vorzuweisen hatten. In der laufenden Woche waren die Murstädter im Gegensatz zu den Rotjacken bereits im Einsatz, am Mittwoch traten sie beim Ferencvárosi TC an, mussten Budapest aber wie die Klagenfurter zur Monatsmitte mit nur einem Zähler verlassen, sie unterlagen (nach zwischenzeitlichem 0:3-Rückstand) mit 3:4 nach Verlängerung. Noch nicht richtig in Schuss sind die Special Teams der 99ers, weder im Powerplay noch im Penalty Killing platziert sich Graz statistisch aktuell in der oberen Hälfte des ligaweiten Rankings. Ebenfalls noch ausbaufähig ist die Heimbilanz: In sieben Ligaspielen im Merkur Eisstadion konnte der amtierende Meister nur zwei Mal die vollen drei Zähler auf sein Konto bringen.

Die Geschichte:

Die Graz99ers und der EC-KAC sind zwei der vier Klubs, die seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 durchgehend in der höchsten Spielklasse Österreichs vertreten sind. Seither kam es zu 155 direkten Begegnungen, von denen die Rotjacken die deutliche Mehrheit von 101 (gegenüber 54) für sich entscheiden konnten. Auch im nunmehrigen Merkur Eisstadion schnitten die Klagenfurter mit 47 Siegen bei 75 Auftritten positiv ab, selbst der Aufschwung der Steirer in den vergangenen Jahren brach diesen Trend nicht nachhaltig: Der EC-KAC nahm bei elf seiner jüngsten 13 Auswärtsspiele in Graz zumindest einen Zähler mit.

Im bisher einzigen Saisonduell zwischen dem amtierenden und dem 32-fachen Meister setzte sich der EC-KAC am 27. September auf eigenem Eis klar mit 6:2 durch. Beiden Teams – fünf bei Klagenfurt, gar zehn bei Graz – fehlten in dieser Partie zahlreiche Stammkräfte. Zu Gunsten der Kärntner schlug das Pendel in den ersten sieben Minuten des Mitteldrittels aus, als sie drei Treffer erzielten. Trotz der sechs Torerfolge war aus Rotjacken-Sicht vor allem die fehlende Präzision im Spiel auffällig, nur 39,3 Prozent der Torschussversuche – niedrigster Wert im bisherigen Saisonverlauf – gingen tatsächlich auf das Gehäuse, die 99ers verbuchten alleine 18 Blocks.

Personelles:

An der Personalsituation beim EC-KAC hat sich seit den Spielen in der vergangenen Woche nichts Grundlegendes geändert: Die verletzten Sebastian Dahm, Maximilian Preiml, Nick Petersen, Jan Muršak, Ben Öfner, Fabian Hochegger und Matt Fraser stehen auch für das Spiel in Graz nicht zur Verfügung, zudem droht den Rotjacken ein achter Ausfall: Verteidiger Mattias Göransson ist erkrankt und konnte weder am Mittwoch noch am Donnerstag trainieren. Über seinen Einsatz gegen die 99ers wird daher erst am Spieltag entschieden.

Pre-Game-Kommentar:

Clemens Unterweger

„Ich denke, wir haben ein sehr funktionelles Gefüge in der Mannschaft, in dem sich die Spieler untereinander richtig gut verstehen. Gegen Bolzano haben wir eine sehr gute Partie gemacht, die wir dann aber schlussendlich leider verloren haben. Wir können aus diesem Spiel aber viel mitnehmen, zum Beispiel, dass wir wieder kaltschnäuziger im Umgang mit unseren Chancen werden müssen. Ich glaube aber, dass wir, wenn wir so spielen wie gegen den HCB, mehr Spiele gewinnen als verlieren werden.“

„Graz ist der amtierende Meister und hat sich über den Sommer vom Spielstil und dem Personal her nicht sehr stark verändert. Ich denke, dass sich die 99ers, wie immer, wenn sie gegen den EC-KAC spielen, von ihrer besten Seite zeigen wollen. Ich freue mich auf ein cooles Spiel in Graz und eine coole Stimmung. Die Steirer sind vor allem in der Offensive stark und über die kompletten vier Blöcke gefährlich, hinten stehen ihnen zwei richtig gute Tormänner zur Verfügung, die gilt es zu knacken.“

„Wir hatten zu Wochenbeginn zwei Tage frei, die hat jeder von uns gut genutzt, um zu regenerieren und wieder zu Kräften zu kommen. Die vielen Ausfälle und das verkürzte Lineup sind kein Thema, wir denken da nicht zu viel nach, sondern die, die auflaufen, geben Gas und werfen alles in die Waagschale. So halten wir das auch in Zukunft, es gibt keine Ausreden hinsichtlich der Verletzten.“

„In der Defensive können wir sicher noch den einen oder anderen Fehler abstellen, vielleicht geben wir aktuell zu viele Odd Man Rushes her, “Drei-gegen-Zwei“ und „Zwei-gegen-Eins“. Da können wir zweifellos noch nachschärfen und eine bessere Abstimmung finden. Ansonsten können wir, wie gesagt, aus dem Spiel gegen Bolzano viel mitnehmen, an das wir anknüpfen sollten.“

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