Der EC-KAC musste sich zum Start in das neue Kalenderjahr mit einem Punkt begnügen, der HCB Südtirol traf 12,7 Sekunden vor dem Ende der Verlängerung zum 2:1-Auswärtssieg in Klagenfurt.

In der fünften Minute kamen beide Mannschaften zu ihren ersten aussichtsreichen Möglichkeiten: Im „Zwei-gegen-Eins“ verlor Brad McClure an den Hashmarks das Gleichgewicht, auf der Gegenseite hinterlief Finn van Ee den letzten Verteidiger, brachte den Puck dann aber knapp vor Goalie Sam Harvey nur noch auf dessen Beinschoner. Ihr erstes Unterzahlspiel des Abends überstanden die Rotjacken gekonnt, erst in den letzten Sekunden der prekären Phase gelangte Brett Pollock vor dem halbleeren Kasten an einen Rebound, den er aufgrund des spitzen Winkels aber nur noch parallel zur Torlinie lupfen konnte (9.). Ein verdeckter Seed-Blueliner wurde vor dem Tor noch leicht abgefälscht und segelte daher nur knapp halbhoch an der langen Stange vorbei (13.), am Ende eines diagonalen Net Drives über rechts bei freier Bahn schlenzte Matt Bradley aus dem Lauf an der langen Kreuzecke vorbei (17.). Beim EC-KAC ergab sich ein tiefes „Drei-gegen-Zwei“, Jan Muršak passte von rechts aus scharf an den Torraum, wo Nick Petersen mit der Schlägerschaufel an den Puck gelangte, Harvey packte spektakulär mit der Fanghand zu (17.). Die letzte gute Torchance im ersten Abschnitt hatte der EC-KAC: Mathias Froms Schlenzer aus dem linken Rückraum wurde auf den Beinschoner des Goalies abgelenkt, Fabian Hochegger blieb mit dem Rebound am Crease im Pad Harveys hängen (20.).

Zu Beginn des Mitteldrittels überstanden die Klagenfurter zwei nahezu direkt aufeinander folgend Unterzahlspiele mit in Summe neun Befreiungen stark, die beste Gelegenheit der Füchse war eine Schneider-Deflection eines Gildon-Blueliners, die über das Tor segelte (23.). Bei den Rotjacken tippte Simeon Schwinger den Puck von der verlängerten Torlinie aus zu Jan Muršak zurück, der aus kurzer Distanz an Harvey scheiterte (24.). Der Führungstreffer gelang dem EC-KAC 15 Sekunden nach dem Erlangen der vollen numerischen Stärke: Mario Kempe drang zentral in das Angriffsdrittel ein und legte nach Rechtsaußen auf Mathias From ab, dieser schoss vom rechten Anspielpunkt aus per scharfem Schlenzer via langer Innenstange ein (26.). Es folgten starke Auftritte von Sebastian Dahm, der Max Gildon aus halblinker Position im Slot und Dustin Gazley am Ende eines „Zwei-gegen-Eins“-Angriffs über halbrechts verneinte (jeweils 29.). Bei numerischer Unterlegenheit setzte Muršak bei einem McClure-Onetimer einen starken Block (30.), Dahm vereitelte später zwei HCB-Chancen, zunächst einen Gazley-Abfälscher und dann einen Gersich-Einkehrversuch am Rebound (jeweils 35.). Im Powerplay scheiterte Jan Muršak mit einem gezogenen Wristshot von links aus, als der HCB wieder vollzählig war, zielte Bryce Misley im „Zwei-auf-Eins“ von der linken Seite aus deutlich an der kurzen Stange vorbei (jeweils 38.). Der direkt folgende „Vier-gegen-Zwei“-Konter Klagenfurts versandete, Scott Valentine befreite vor dem eigenen Kasten im zweiten Versuch. Diese Klärung erreichte genau Luca Frigo, der zum 30-Meter-Solo kam, das er nach einer Körpertäuschung auf die Vorhand sehenswert in die kurze Kreuzecke zum 1:1 abschloss (39.). Der HCB Südtirol drückte weiter, Sebastian Dahm parierte aber gegen Brad McClure aus dem hohen Slot (40.).

Früh in Durchgang drei schob sich Nick Petersen am linken Flügel vor seinem Gegenspieler vorbei, um dann ansatzlos mit der Rückhand zu schießen, die Scheibe landete an der Stange (42.). Luca Frigo ging steil durch die Mitte und ließ nach halbrechts abtropfen, Dahm fuhr gegen Mantenuto den Beinschoner aus und rettete (45.). Der Däne im KAC-Kasten war auch zur Stelle, als Misley im „Zwei-auf-Eins“ auf McClure querlegte, der ligaweite Top-Torschütze wurde beim Abschluss aber auch noch regelwidrig behindert (49.). Die Gäste aus Südtirol hatten weiterhin die besseren Möglichkeiten: Dustin Gazley wurde aus halblinker Position im Slot nach Zuspiel von der Grundlinie aus von Sebastian Dahm verneint (50.), McClure traf im Powerplay aus dem rechten Anspielkreis nur die Stange (51.). In der Schlussphase hatten die Rotjacken zwei Gelegenheiten für einen späten Treffer: David Maiers scharfen Querpass von der verlängerten Torlinie aus verpasste Matt Fraser am Crease hauchdünn (57.), einen Nickl-Schusspass aus dem rechten Rückraum fälschte Simeon Schwinger nur auf den Beinschoner Harveys ab (58.). Dazwischen hielt Sebastian Dahm sein Team im Spiel, in der Grätsche parierte er gegen Brett Pollock, der am Torraum zum Abschluss gekommen war (58.).

Die Rotjacken gingen mit einer 92-sekündigen Phase numerischer Unterlegenheit in die fällig gewordene Overtime und verteidigten sich dort geschickt, Mario Kempe blockte zwei Mal stark gegen Philip Samuelsson (jeweils 61.). Bei einem McClure-Abpraller aus kürzester Distanz war neuerlich Sebastian Dahm zur Stelle (62.), auf der Gegenseite querte Mathias From durch die Angriffszone und schlenzte, von Harveys Schulter aus sprang der Puck in den Torraum, ehe er vom Goalie eingefroren werden konnte (65.). Mit der letzten Chance in der Verlängerung entschieden die Gäste die Begegnung zu ihren Gunsten: Shane Gersich schoss im „Zwei-gegen-Zwei“ vom linken Faceoff-Kreis aus und erwischte Sebastian Dahm, der den Puck unglücklich ablenkte, in der kurzen Ecke (65.).

Post Game-Kommentar von Assistant Coach David Fischer:

„Das war sowohl ein teilweise langweiliges wie auch ein in Abschnitten aufregendes Spiel. Der HCB Südtirol pflegt einen Stil, der viel Einfachheit erfordert, man kommt ihnen nicht mit Spektakel bei. Unsere Mannschaft hat das über Strecken umgesetzt, insgesamt aber nicht genügend lange. Wir kamen zu ausreichend vielen Möglichkeiten, sie hatten aber einen starken Goalie zwischen den Pfosten. Unser Penalty Killing war hervorragend, ihres aber ebenfalls. Das war ein Spiel, wie es in den Playoffs auf uns wartet. Man hat gesehen, dass sich das für uns noch nicht gut angefühlt hat, wir konnten nicht schön und ansehnlich agieren. Im März und April wird es genauso sein: Ein Spieler steht 24 Shifts am Eis und in 23 davon geht es nur darum, zu arbeiten, Abstände zu schließen, sich durchzukämpfen. Dann kommt dieser eine Shift mit der Torchance, die nutzt man und dann gewinnt man so ein Spiel mit 2:1. Insofern war das heute eine gute Lektion für uns. Wir haben in dieser Woche zwei Schläge in die Rippen kassiert, jetzt schütteln wir uns ab, zollen morgen in einer gemeinsamen Zeremonie Respekt an unseren verstorbenen Busfahrer und am Samstag fahren wir mit einer professionellen Einstellung nach Innsbruck, um dort unseren Job zu erledigen.“

ICE Hockey League, 35. Runde
01. Jänner 2026 / 19:15 Uhr
Heidi Horten-Arena, Klagenfurt, AUT, 4.230 Zuschauer
ICE
EC-KAC
1
:
2
(0:0, 1:1, 0:0) n.V.
HCB Südtirol
Schiedsrichter
M.Nikolić (AUT), Piragić (CRO)
Aufstellung EC-KAC
Dahm (Vorauer) Teves-Nickl, Sablattnig-Maier, Simovic-Unterweger, Leitner Schwinger-Muršak-Petersen, Hochegger-Kempe-From, Fraser-van Ee-Herburger, Lam-Obersteiner-Dobrovolny
Fehlende Spieler
Jensen Aabo, Murray, Hundertpfund, Gomboc (alle verletzt), Preiml, Waschnig (beide angeschlagen)
Torfolge
1:0 Mathias From (25:51/Mario Kempe, Jan Muršak) 1:1 Luca Frigo (38:03/Scott Valentine) 1:2 Shane Gersich (64:47/Max Gildon, Dustin Gazley)