Mit viel Kampfgeist und einiger Abgebrühtheit drehten die Rotjacken - für 40 Minuten mit einer Abwehr gänzlich ohne Importspieler agierend - das 363. Kärntner Derby in Villach im dritten Abschnitt noch zu ihren Gunsten und siegten mit 3:2.

Schon in Minute eins wurde mit David Maier der erste Klagenfurter in die Kühlbox geschickt, für den EC VSV ergab sich aber erst in den finalen Zügen des Powerplays eine konkrete Möglichkeit, als Steven Strong aus dem rechten Anspielkreis knapp an der langen Stange vorbei zielte (3.). Davor hatten die Rotjacken, die sich sechs Mal befreien konnten, eine goldene Gelegenheit bei numerischer Unterlegenheit, Thimo Nickl schloss ein „Zwei-auf-Eins“ selbst, jedoch zu zentral auf Goalie Cannata ab (2.). Beim Tabellenführer schoss Mathias From nach Durchquerung des Slots aus der Drehung, Kempe und Waschnig kamen am Torraum knapp nicht an den Abpraller (9.). Dann brachte Matt Fraser von der rechten Halfwall aus einen Diagonalpass an den langen Pfosten an, Raphael Herburger blieb am Schoner des Torhüters hängen und chippte Cannata seinen eigenen Rebound von hinter dem Kasten aus auf die Hose, der Puck hoppelte parallel zur Linie durch den Torraum (9.). Die Adler wurden erst in der Schlussphase des ersten Abschnitts offensiv wirklich gefährlich, kamen dem Führungstreffer dabei aber mehrfach nahe: Adam Helewka schob sich halbrechts an seinem Gegenspieler vorbei und passte nach Körperdrehung an die lange Stange, wo Nick Hutchison den Puck vor dem halbleeren Gehäuse nicht unter Kontrolle brachte (17.). Nach einem zentralen Zoneneintritt machte Guus van Nes einen Haken nach innen und schlenzte mit der Vorhand an die Stange (20.). Als der Niederländer aus der Tiefe des rechten Faceoff-Kreises querspielte, scheiterte Hutchison sowohl direkt als auch beim Nachstochern an Sebastian Dahm (20.).

Im zweiten Abschnitt steckte Mario Kempe am linken Flügel auf Mathias From durch, dessen Schuss auf die kurze Ecke von Joe Cannata pariert wurde (21.). Der Villacher Schlussmann leitete dann den Führungstreffer für seine Mannschaft ein, als er bei einem behäbigen KAC-Wechsel einen 30-Meter-Steilpass an die linke Seite der blauen Linie anbrachte, John Hughes ließ die Scheibe in den Lauf von Adam Helewka prallen, der somit den diagonalen Weg zum Tor frei hatte, er bezwang Dahm flach durch dessen Beine (24.). Als Hughes wenig später selbst durch das Zentrum querte, landeten gleich zwei seiner Vorhand-Versuche im Block (26.). In ihrem ersten Powerplay des Abends mussten die Rotjacken personell umdisponieren, da Josh Teves nach dem ersten Drittel verletzt ausgeschieden war: Kempe spielte von der rechten Halfwall aus nach innen, Simeon Schwinger klopfte seinen scharfen Vorhand-Schuss von den Hashmarks aus knapp über die kurze Kreuzecke (28.). Villach vermochte von einem rot-weißen Turnover im Defensivdrittel nicht zu profitieren, weil Helweka bei seiner Direktabnahme den Puck nicht traf (30.), auf der Gegenseite tankte sich Johannes Dobrovolny mit einem Doppelhaken durch den hohen Slot, konnte dann aber keinen Schuss mehr anbringen (31.). Hüben zischte ein scharfer Snapshot von Matt Fraser von rechts aus an der kurzen Stange vorbei (33.), drüben schnitt van Nes im tiefen „Zwei-gegen-Eins“ von links aus nach innen, verzog dann aber ebenfalls an der ihm näheren Ecke (34.). Nach einem gewonnenen Faceoff in der Angriffszone brachten zwei flinke Pässe im hohen Slot Thimo Nickl in Position, sein Schlagschuss flog allerdings zu mittig auf Cannata, der Sekunden später auch einen Schwinger-Slapshot aus der Halbdistanz mit der Schulter über die Querlatte ablenkte (jeweils 36.). Bei einem Fraser-Schlenzer vom rechten Flügel aus war der Torhüter mit dem Catcher zur Stelle (38.), die letzte Gelegenheit im zweiten Durchgang gehörte dann wieder seinen Vorderleuten: Während eines neuerlich suboptimalen KAC-Wechsels wurde Paul Sintschnig im Slot bedient, Filip Simovic brachte im letzten Moment seinen Stock dazwischen und lenkte ab (40.).

Die Rotjacken nahmen eine fast vierminütige Phase mit numerischem Vorteil mit in den dritten Abschnitt, wurden dort aber erst gefährlich, als sich Helewka zu Strong in die Strafbank gesellen musste. Clemens Unterweger schlenzte im „Fünf-gegen-Drei“ aus der Distanz, Raphael Herburger fälschte vor der rechten Stange zum 1:1-Ausgleich in die Maschen ab (44.). Das rot-weiße Powerplay lief weiter, ein satter Muršak-Schlagschuss wurde geblockt (45.), dann verlor Mathias From die Scheibe im Spielaufbau. Felix Maxa schloss aus dem rechten Faceoff-Kreis ab, Sebastian Dahm pariere mit der Brust und der VSV-Mittelstürmer schob seinen eigenen Rebound hinter dem Dänen über die Linie. Der Schiedsrichter hatte allerdings zwischenzeitlich ungewöhnlich früh abgepfiffen, was auch nach Videostudium bestätigt wurde, der EC-KAC hatte großes Glück, nicht neuerlich in Rückstand zu geraten (45.). Wenig später folgte ein Überzahlspiel für die Draustädter, die sich über nahezu die kompletten zwei Minuten in der Angriffszone festsetzen konnten: Als van Nes von hinter dem Kasten aus den zwischen den Hashmaks freien Steven Strong anspielen wollte, nahm Simovic den Pass stark weg (50.). Villach blieb am Drücker: Kevin Hancock passte nach dem kurzen Entry aus dem linken Rückraum quer, Nikita Scherbak schlenzte vom hinteren Ende des rechten Anspielkreises aus scharf, der Puck detonierte an der Kreuzecklatte (51.). Einen van Ee-Querpass fälschte Fraser am Torraum mit der Schlägerschaufel gut ab, Cannata machte sich ebenso gut breit (51.). Dann ging Klagenfurt zum ersten Mal in dieser Partie in Führung: From tippte an der rechten Halfwall in den Lauf von Jan Muršak, dieser ging mit einem Doppelhaken steil, umkurvte anschließend auch den Torhüter und legte hinter diesem quer, Simeon Schwinger ließ am Crease in das leere Tor abtropfen (53.).  Nur eine halbe Minute später fasste David Maier vier Strafminuten aus, der EC VSV kam im langen Powerplay zu großen Möglichkeiten: Lindner fälschte einen Hancock-Schlagschuss knapp an der kurzen Stange vorbei ab (55.), nach einer Helewka-Direktabnahme blieb Huchison am Torraum mit dem Abpraller an Sebastian Dahm hängen (56.). 26 Sekunden vor Ablauf des Überzahlspiels trafen die Adler doch noch: Philipp Lindner jagte einen satten Schlagschuss aus halbrechter Position im hohen Slot wuchtig in die Maschen (57.). Das letzte Wort in diesem Kärntner Derby hatte aber einmal mehr der EC-KAC: Clemens Unterweger skatete nach Schwinger-Querpass halblinks in die Tiefe und täuschte einen Schlagschuss an, Katic ging in die Block-Position, sodass ihn der Rotjacken-Verteidiger außen umlaufen konnte, er schob den Puck an den Torraum, von wo aus ihn Jan Muršak in die Maschen abtropfen ließ (59.). In den verbleibenden 111 Sekunden der Begegnung verteidigte sich Klagenfurt geschickt, man ließ auch gegen sechs Villacher Feldspieler keine Torchance mehr zu und reiste mit den vollen drei Punkten zurück in die Heimat.

Post Game-Kommentar von Head Coach Kirk Furey:

„In den ersten rund 30 Minuten der Partie war es sehr schwer für uns: Wir fanden nicht in unseren Rhythmus, Villach agierte mit viel Schnelligkeit und Druck. Es war uns im Vorfeld dieser Partie klar, dass der EC VSV viel besser ist als es seine Tabellenposition und seine letzten Ergebnisse vermuten lassen würden, das haben sie auch bewiesen. Villach hatte viele Chancen, Sebastian Dahm hat für uns stark gehalten. Das war ein enges, enges Spiel, das in beide Richtungen hätte ausgehen können, am Ende sind aber unsere Führungsspieler hervorgetreten und haben uns den Sieg ermöglicht. Villach war gut, die Derby-Emotionen waren da, wir haben jedoch wieder einen Weg gefunden, die Partie im dritten Abschnitt für uns zu entscheiden. Es war sicher keine perfekte Vorstellung von uns, aber wir sind mit den drei Punkten sehr zufrieden.“

ICE Hockey League, 38. Runde
09. Jänner 2026 / 19:15 Uhr
Stadthalle, Villach, AUT, 3.465 Zuschauer
ICE
EC VSV
2
:
3
(0:0, 1:0, 1:3)
EC-KAC
Schiedsrichter
Hronský (SVK), Smetana (AUT)
Aufstellung EC-KAC
Dahm (Vorauer) Teves-Nickl, Unterweger-Preiml, Sablattnig-Maier, Simovic Schwinger-Muršak-Petersen, Waschnig-Kempe-From, Fraser-van Ee-Herburger, Dobrovolny-Obersteiner-Hochegger
Fehlende Spieler
Jensen Aabo, Murray, Lam, Hundertpfund, Gomboc (alle verletzt)
Torfolge
1:0 Adam Helewka (23:01/John Hughes, Joe Cannata) 1:1 Raphael Herburger (43:34/Clemens Unterweger, Nick Petersen/PP2) 1:2 Simeon Schwinger (52:13/Jan Muršak, Mathias From) 2:2 Philipp Lindner (56:17/Mark Katic, Kevin Hancok/PP1) 2:3 Jan Muršak (58:09/Clemens Unterweger, Simeon Schwinger)