Die Klubidentität:
Der Kölner EC bzw. die Kölner Haie entstanden im Jahr 1972 als Abspaltung aus dem Kölner EK, der in den ersten knapp drei Nachkriegsjahrzehnten zwischen erster und dritter Liga gependelt war. Der neue Klub stieg gleich am Ende seiner ersten Saison in die damalige Bundesliga auf, seither gehört er der höchsten Spielklasse Deutschlands ununterbrochen an und war 1994 auch Gründungsmitglied der DEL. Den ersten seiner acht Meistertitel holte Köln im Jahr 1977, seinen bislang letzten im Jahr 2002. Seit diesem schon bald ein Vierteljahrhundert zurückliegenden Championat hatten die Haie teilweise schwierige Jahre zu durchleben: Erst in der vergangenen Spielzeit schloss man den Grunddurchgang zum ersten Mal seit 2000 wieder auf Rang eins ab, dazwischen platzierte man sich in sieben Saisonen außerhalb der Top-Acht, in fünf dieser Fälle verpasste man sogar eine einstellige Platzierung. Auch wurde der Traditionsverein in den vergangenen gut zwei Dekaden von einem sprichwörtlichen Finalfluch verfolgt, seit dem letzten Titelgewinn gingen (2003, 2008, 2013, 2014 und 2025) gleich fünf Endspielserien hintereinander verloren.
Das Alleinstellungsmerkmal der Kölner Haie ist die von ihnen (in der Regel) bespielte nunmehrige Lanxess Arena: Die 1998 eröffnete Spielstätte bietet bei Eishockeyspielen 18.600 Fans Platz, in den vergangenen Jahren gelang es dem Klub wieder zunehmend besser, diese auch zu füllen. Lag der Zuschauerschnitt in der Saison 2022/23, der ersten ohne pandemiebedingte Einschränkungen, noch bei 13.900, konnte dieser auf 18.100 in der abgelaufenen Spielzeit gesteigert werden. Die Haie stellten damit 2025/26 nicht nur einen neuen Europarekord auf, sie avancierten auch zum dritten Mal in Serie zum Zuschauermagnet Nummer eins am Kontinent. Die große Anhängerschaft des Klubs, die schon seit 24 Jahren auf einen Titelgewinn wartet, wird aller Voraussicht nach schon in wenigen Wochen einen individuellen Erfolg bejubeln können: Kapitän Moritz Müller, der seit seinem Debüt im Dezember 2003 keinen anderen DEL-Klub repräsentierte, steht mit seinen 1.183 Ligaspiel-Einsätzen für die Haie kurz davor, den einst unerreichbar erscheinenden Vereinsrekord von Mirko Lüdemann (1.197 Partien für Köln in der DEL) einzustellen.
Die CHL-Vergangenheit:
Trotz ihres klingenden Namens nahmen die Kölner Haie bislang erst ein einziges Mal an der Champions Hockey League teil: Sie hatten sich als Vizemeister der vorangegangenen DEL-Saison für das Premierenspieljahr der CHL 2014/15 qualifiziert, als es noch 44 Startplätze für den Bewerb gab. Die Domstädter belegten damals in der Vorrundengruppe A den vierten und letzten Platz, nachdem sie in den Auswärtsspielen in Oulo, Finnland, Liberec, Tschechien, und Košice, Slowakei, nur einen von neun möglichen Zählern hatten einfahren können. Den drei Heimspielen, von denen zwei gewonnen werden konnten, wohnten damals in Summe 11.952 Fans bei. Diesen Gesamtwert werden die Haie bei ihrer diesjährigen CHL-Premiere am Donnerstag gegen Frölunda übertreffen, weil für diese Begegnung bereits mehr als 15.000 Tickets verkauft sind, winkt Köln auch ein neuer Allzeitrekord in der Königsklasse.
In der Vergangenheit machten die Kölner Haie (bzw. davor der Kölner EC) auf internationaler Ebene mehrfach auf sich aufmerksam: Zwischen 1977 und 1995 qualifizierten sie sich sieben Mal für den Europacup (der Landesmeister), den sie zwei Mal – 1985 beim Finalturnier in Megève hinter CSKA Moskva und 1996 im zu Hause ausgetragenen Endspiel gegen Jokerit Helsinki nach Penaltyschießen – auf dem zweiten Gesamtrang abschlossen. Im indirekten Nachfolgebewerb, der European Hockey League, scheiterte Köln in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre zwei Mal in der Vorrunde. Über die verschiedenen Formate hinweg (EC, EHL und CHL) hat der Klub exakt 50 Begegnungen im europäischen Klubeishockey bestritten, davon wurden 28 gewonnen.


Die Saison bisher:
Der DEL-Grunddurchgangssieger der vergangenen Saison bereitete sich auf sein CHL-Comeback nach zwölf Jahren mit fünf Testspielen vor. Drei davon wurden gegen Kollegen aus dem Ligaalltag ausgetragen und konnten jeweils gewonnen werden (Iserlohn/3:1, Krefeld/4:0, Frankfurt/5:1). Die Truppe von Head Coach Thomas Berglund – als Aktiver einst Teamkollege von Thomas Koch bei Luleå – musste sich in der Pre-Season nur dem DEL2-Klub Landshut (3:4 nach Penaltyschießen und zwischenzeitlicher 3:0-Führung) geschlagen geben, gegen Tilburg, den niederländischen Klub in der deutschen Oberliga, setzte sich Köln im letzten Vorbereitungsspiel mit 4:3 nach Verlängerung durch. Der mit fünf Volltreffern überragende Mann der Testspielphase, Stürmer Dominik Bokk, hat sich in der ersten CHL-Begegnung verletzt und wird für einige Wochen ausfallen.
Die Rückkehr in die Champions Hockey League konnten die Haie dennoch sehr erfolgreich gestalten, nach den Auswärtspartien bei Red Bull Salzburg (5:2) und Tappara Tampere (5:4 nach Overtime) stehen bereits fünf Zähler am Konto. Herausgestochen haben aus der starken Kölner Mannschaft am Auftaktwochenende Marcel Noebels und Patrick Russell, die gemeinsam für sieben der zehn Treffer ihrer Mannschaft verantwortlich zeichneten.
Die Beziehungen zum EC-KAC:
Obwohl beide Klubs auf einen breiten Erfahrungsschatz an internationalen Begegnungen verweisen können, kam es bislang erst zu einem einzigen Aufeinandertreffen zwischen dem EC-KAC und den Kölner Haien: Beim Vinschgau Cup, dem Pre-Season-Turnier in Latsch in Südtirol, duellierte man sich am 25. August 2018: Thomas Koch brachte die Rotjacken in Führung, die Deutschen trafen danach aber drei Mal und siegten letztlich mit 3:1.
Umfassender stellen sich die Beziehungen zwischen den beiden Klubs auf individueller Ebene dar, insgesamt neun Spieler repräsentierten in ihren Laufbahnen sowohl Köln als auch Klagenfurt. Die meisten Spiele für die Haie bestritt mit 168 der Schwede Fredrik Eriksson, der im Herbst 2020 für sechs Partien bei den Rotjacken aushalf. Ebenfalls auf über 100 DEL-Partien in der Domstadt kamen die späteren KAC-Cracks Rok Tičar und Andrew Verner. Für beide Klubs liefen zudem Anthony Iob, Raffaele Intranuovo, Travis Scott, Mike Zalewski und Harri Laurila auf. Nicht fehlen darf in dieser Aufzählung natürlich der rot-weiße Eigenbauspieler Dieter Kalt, der in der Saison 2000/01 für die Kölner Haie stürmte. Eine besondere Beziehung zum Kultklub aus Nordrhein-Westfalen hat auch Assistant Coach Christoph Brandner: Er erzielte am 21. April 2003 vor 18.600 Zuschauern in Köln das Championship Winning Goal für die Krefeld Pinguine. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Stürmer bereits einen ab Sommer gültigen Drei-Jahres-Vertrag beim Finalgegner unterzeichnet. Dieser erlangte jedoch nie Gültigkeit, weil die Minnesota Wild ihn im Sommer in deren NHL-Kader holten. Neben dem spielenden Personal weisen die Geschichtsbücher mit Kevin Primeau und Doug Mason auch zwei Trainer aus, die sowohl beim EC-KAC als auch bei den Kölner Haien als Head Coaches angestellt waren.
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