Die Rotjacken präsentierten sich im ersten Drittel gegenüber dem Spiel am Donnerstag um gleich mehrere Levels verbessert. Früh in der Partie wehrte Sebastian Dahm, der seinen Stock verloren hatte, bei einem Kemiläinen-Schlenzer aus der Halbdistanz ohne Rebound ab (1.), danach hielten die Klagenfurter die Haie über weite Strecken gut auf den Außenpositionen. In der Offensive passte Thomas Hundfertpfund von hinter dem Kasten aus an die linken Hashmarks, Raphael Herburger verzog mit der Vorhand nur knapp (7.). Noch im gleichen Shift machte es der Vorarlberger besser: Vor dem Crease fälschte er einen Unterweger-Schlagschuss von der linken Seite der blauen Linie aus flach zur KAC-Führung in die lange Ecke ab (8.). In einem ersten Unterzahlspiel befreite sich Rot-Weiß gleich fünf Mal aus der Zone, bei der einzigen gefährlichen Aktion der Deutschen stocherte Maximilian Kammerer nach einem flachen Net Drive eines Teamkollegen nach dem Abpraller, der Puck landete aber nur am Beinschoner von Sebastian Dahm (10.). Glück hatten die Rotjacken als Frederik Storm im „Zwei-auf-Eins“-Konter so vom Schiedsrichter behindert wurde, dass er keinen zielgerichteten Pass anbringen konnte (12.). Jan Muršak forcierte einen Kölner Turnover und setzte umgehend Simeon Schwinger im Zentrum in Szene, seinen Schlenzer parierte Torhüter Felix Brückmann mit der Schulter (14.). Gegen Drittelende erzeugten die Haie viel Druck, wieder war es Kammerer, der links entlang der Grundlinie zog und dann mit der Rückhand abschloss, dabei aber nur das Quergestänge fand (19.).
Nach der ersten Pause verteidigten sich die Klagenfurter im zweiten Unterzahlspiel der Begegnung anfangs neuerlich gut, dann gelang den Gastgebern aber dennoch der Ausgleich: Nach einer Kombination über die Grundlinie scheiterte Patrick Russell im ersten Anlauf, er stocherte seinen eigenen Rebound aber über die Linie, Sablattnigs Rettungsaktion kam knapp zu spät (24.). Auch bei Even Strength zogen die Haie eine Passfolge über die verlängerte Torlinie auf, am Ende tippte Kevin Niedenz am Torraum auf die Scheibe, Sebastian Dahm wehrte mit seinem Oberkörper ab (30.). Beim EC-KAC setzte Thomas Hundertpfund von der rechten Halfwall aus Will MacKinnon in Szene, er stürmte diagonal zum Tor, scheiterte aber sowohl im Initial- als auch in den Folgeversuchen an Felix Brückmann (32.). Das erste rot-weiße Powerplay des Abends erlebte zwei gute Gelegennheiten, Nick Petersen fand vom linken Anspielpunkt aus aber nur Brückmanns Catcher (35.) und Travis St. Denis lupfte den Puck vor dem kurzen Pfosten nach feinem Herburger-Zuspiel aus der Tiefe über das Ziel (37.). Dazwischen hatte ein beherzter Backcheck von Simeon Schwinger einen „Zwei-gegen-Eins“-Angriff der Kölner bei numerischem Nachteil gestoppt (36.). Im dritten Überzahlspiel für die Haie konnten sich diese über die erstmalige Führung freuen: Ein Flip-Pass an den Torraum blieb dort hängen, wieder war es Russell, der den Puck im Fallen und aus der Drehung in die Maschen bugsierte (39.).
Durchgang drei wurde von einer KAC-Chance eröffnet, Daniel Obersteiner fälschte einen Jensen Aabo-Fernschuss nur knapp an der langen Ecke vorbei ab (41.). Sekunden später landete der Puck nach einem satten Schlagschuss von Valtteri Kemiläinen in den Maschen, Videocoach Andrej Hočevar riet den Trainern aber zur Challenge und behielt damit Recht, der Treffer wurde zurückgenommen. Als ein Hundertpfund-Pass aus der Ecke vor dem Crease hängenblieb, schaufelte Matt Fraser die Scheibe mit der Rückhand am Ziel vorbei (43.), einen tolles St. Denis-Zuspiel aus der rechten Rundung verpassten Obersteiner und Fraser nur knapp (44.). Auf Seiten der Haie verzog Russell von den linken Hashmarks aus nach Pass aus der Tiefe hauchdünn (48.). Im fünften Penalty Killing des Abends verteidigten sich die Klagenfurter wieder gut, die einzige konkretere Gelegenheit Kölns in dieser Phase vergab neuerlich Russell aus kurzer Distanz (50.). Bei einem Wristshot des im Slot freien Jan Luca Sennhenn bekam Jan Muršak im letzten Moment den Schläger dazwischen (52.). Nach guter Rotation zog Thimo Nickl aus dem rechten Rückraum ab, Brückmann konnte den Puck gerade noch unter seinen Pads einklemmen (54.). Gregor MacLeod verfehlte mit dem Rücken zum Tor vom Crease aus das Ziel (56.), dann leitete er die Entscheidung zu Gunsten der Kölner Haie ein: Er zog über rechts flach zum Tor, passte dem Torraum entlang quer und Marcel Noebels konnte ins halbleere Gehäuse zum 3:1 abstauben (58.). Eine schöne Fanghand-Parade von Sebastian Dahm gegen Daniel Fischbuch beschloss die stimmungsvolle Partie (60.).
Post Game-Kommentar von Assistant Coach Christoph Brandner:
„Im Großen und Ganzen war das ein guter Auftritt von uns. Das Ergebnis war nicht zufriedenstellend, das Spiel und unsere Leistung im Gegensatz zur letzten Partie in Hamar aber sehr wohl, diese Steigerung hatten wir auch anvisiert. Der Start war gut, wir hatten Chancen und brachten Intensität aufs Eis, genau das wollen wir auch während der Saison zeigen. Baustellen sind noch die Special Teams, daran werden wir weiterhin arbeiten. Insgesamt sind wir mit den vier Test- und vier CHL-Spielen nicht unzufrieden, vor allem der heutige Abschluss dieser Phase war positiv und wir sehen uns für den Ligastart gerüstet.“


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