Der EC-KAC legte am Freitag einen Traumstart in die neue ICE-Saison hin, die Rotjacken holten sich ihren höchsten Auswärtssieg in Salzburg in der Ligageschichte, beim 7:1-Erfolg trafen sieben verschiedene Spieler.

Schon in der ersten Spielminute musste Jan Muršak zu einem Foul greifen, mit einem Haken verhinderte er einen Nissner-Abschluss aus dem Slot. Das daraus resultierende Unterzahlspiel bestritten die Rotjacken souverän, sie klärten in Summe fünf Mal die eigene Zone und gingen per Shorthanded Goal sogar in Führung: Simeon Schwinger machte sich im linken Anspielkreis der eigenen Zone diagonal über das gesamte Spielfeld hinweg auf die Reise, am Ende ließ er rechts in der Tiefe mit einem Haken Adam Brooks stehen und lupfte den Puck mit der Rückhand und via Goalie Tolvanens Schulter in die Maschen (2.). In ganz ähnlicher Position versuchte es auf der Gegenseite Mathias Böhm auf die gleiche Weise, Florian Vorauer schloss jedoch die kurze Ecke (5.). Ein Nienhuis-Schlenzer aus dem linken Rückraum durch den Verkehr streifte das Außengestänge (10.), als Vorauer die Scheibe hinter dem eigenen Kasten verfehlte, vermochte Mario Huber seinen Wraparound auf das leere Gehäuse nicht zu vollenden (13.). Somit ging auch der zweite Treffer des Abends auf das Konto des EC-KAC: Isak Norlin spielte an der eigenen blauen Linie einen No-Look-Backhand-Pass, den Thomas Hundertpfund aufnahm, der Kapitän glitt bis zum hinteren Ende des linken Faceoff-Kreises und hämmerte das Spielgerät per sattem Schlagschuss hoch in die lange Ecke (14.). Ali Wukovits erweiterte einen Salzburger Konter zu einem „Vier-auf-Zwei“, setzte seinen Wristshot aus halbrechter Position im Slot aber am Ziel vorbei (17.). Ein spätes Überzahlspiel für die Gastgeber im Startdrittel blieb ohne Gefahr, Klagenfurt befreite sich wieder vier Mal.

Im zweiten Durchgang parierte Florian Vorauer einen Robertson-Abschluss aus dem hohen Slot ohne Rebound (23.), dann verdoppelten die Rotjacken ihren Vorsprung innerhalb von 41 Sekunden. Zunächst erarbeiteten sich Obersteiner und Fraser den Puck im Forecheck, Maximilian Preiml zog von der rechten Seite der blauen Linie aus ab und traf, unterstützt vom Screen von Travis St. Denis, in die kurze Kreuzecke (23.). Dann fand Finn van Ee von der eigenen blauen Linie aus per Steilpass Jan Drozg, der im partiellen Breakaway über halbrechts zum Kasten zog und aus dem Lauf und Handgelenk halbhoch in die kurze Ecke einschoss und damit den Arbeitstag von Atte Tolvanen vorzeitig beendete (24.). Nick Petersen legte aus dem Zentrum nach Linksaußen ab, der von dort aus abgegebene Simović-Schuss streifte die Querlatte (24.). Im dritten Powerplay für die Red Bulls landete ein Kalynuk-Onetimer aus dem Rückraum an der Stange (26.), auf der Gegenseite brachte Thimo Nickl einen seiner Schusspässe an, den Schwinger hinter dem Goalie nur quer durch den Crease ablenken konnte (27.). Jan Drozg setzte sich hinter dem Salzburger Gehäuse durch und am Crease Jan Muršak in Szene, der frei, aber auch etwas zu nahe vor dem Torhüter stand, sodass David Kickert mit den Pads den ersten und die nachfolgenden Stocherversuche parieren konnte (33.). Das zweite Überzahlspiel für die Rotjacken endete mit einer eigenen Strafe vorzeitig, sodass die Hausherren mit numerischem Vorteil in das Schlussdrittel starten konnten.

Die erste Gelegenheit im Schlussdrittel hatten allerdings die Klagenfurter, Olivier Galipeau verhinderte beim „Zwei-gegen-Eins“-Konter im Liegen Drozgs Querpass auf Muršak (42.). Als Böhm im Sololauf dem Puck nachjagte, eilte ihm Florian Vorauer bis zum Faceoff-Kreis entgegen und rettete (44.), wenig später war der KAC-Goalie aber erstmals geschlagen: Nicholas Poisson marschierte der Grundlinie entlang und setzte den aufgerückten Dennis Robertson in Szene, der per Direktabnahme von zwischen den Hashmarks aus und unbedrängt verkürzen konnte (45.). 53 Sekunden später jubelten die Roten Bullen nach einem Treffer von Michael Raffl erneut, das Momentum wurde ihnen aber von Video und Goaltending Coach Andrej Hočevar geraubt, der einmal mehr eine korrekte Challenge auf Abseits auslöste (46.). Ein Wukovits-Versuch aus der Distanz wurde noch gefährlich und knapp über die Querlatte abgelenkt (46.), auf der Gegenseite David Waschig von Thomas Raffl in aussichtsreicher Position im letzten Moment stark gestört (48.). Ihr drittes Powerplay des Abends konvertierten die Gäste dann in die Vorentscheidung: Jan Muršak schlenzte aus dem Rückraum, traf Nick Petersen und Daniel Obersteiner reagierte vor dem Torraum als erster, er schaufelte die Scheibe mit der Rückhand über die Linie (50.). Nur 21 Sekunden später machten die Rotjacken das halbe Dutzend voll: Thomas Hundertpfund verzögerte nach Zoneneintritt halblinks und legte auf den rechten Flügel quer, von wo aus Mattias Göransson per Flachschuss seinen ersten Treffer im KAC-Trikot erzielte (50.). Bei Salzburg verzog Benjamin Nissner vom linken Flügel aus (51.), im nächsten Überzahlspiel für die Gastgeber kamen die Schüsse meist nur von den Außenpositionen. Nick Petersen (55.) und David Waschnig (58.) scheiterten jeweils im „Eins-gegen-Eins“ an David Kickert, der Kanada-Rückkehrer konnte den Goalie gut zwei Minuten vor dem Ende aber doch noch bezwingen: Göransson passte von der rechten Seite aus flach an den kurzen Pfosten, Waschnig ließ den Puck mit dem Skate abtropfen und schoss dann mit der Vorhand zum höchsten KAC-Sieg gegen den EC Salzburg in der Ligageschichte ein (58.), Endstand aus rot-weißer Sicht: 7:1.

Post Game-Kommentar von Head Coach Kirk Furey:

„Es ist für uns nie einfach, in Salzburg zu spielen. Unser Gameplan sah vor, dass wir geradlinig nach vorne und nicht zu kompliziert spielen, weil die Red Bulls jedes Team in der Liga unter Druck bringen. Diese Phasen gab es auch, Florian Vorauer hat aber sehr stark gehalten. Das war jedenfalls kein typisches 7:1-Spiel, wir waren gut im Penalty Killing und haben selbst zu den richtigen Zeitpunkten getroffen. Die erfolgreiche Challenge von Andrej Hočevar war vom Verlauf her sehr wichtig, sie nahm dem Gegner das Momentum, das er auf seiner Seite hatte. Danach schafften wir mit dem Powerplay-Tor die Vorentscheidung. Ich bin mit unserer Mannschaft heute natürlich sehr zufrieden, sie blieb bei unserem Spielplan. Das war ein guter Start, aber gleichzeitig auch nur ein einzelnes Spiel.“

ICE Hockey League, 1. Runde
18. September 2026 / 19:15 Uhr
Eisarena, Salzburg, AUT, 3.400 Zuschauer
ICE
EC Salzburg
1
:
7
(0:2, 0:2, 1:3)
EC-KAC
Schiedsrichter
Ofner (AUT), Sternat (AUT)
Aufstellung EC-KAC
Vorauer (Dahm) Jensen Aabo-Göransson, Simović-Nickl, MacKinnon-Preiml, Böhs Drozg-Muršak-Petersen, Herburger-Hundertpfund-Schwinger, Fraser-St. Denis-Obersteiner, Sablattnig-van Ee-Öfner, Waschnig
Fehlende Spieler
Hudson, Hochegger (beide verletzt), Unterweger (krank)
Torfolge
0:1 Simeon Schwinger (01:20/Thimo Nickl/SH1) 0:2 Thomas Hundertpfund (14:00) 0:3 Maximilian Preiml (22:39/Daniel Obersteiner, Matt Fraser) 0:4 Jan Drozg (23:20/Finn van Ee, Mattias Göransson) 1:4 Dennis Robertson (44:27/Nicholas Poisson, Lukas Hörl) 1:5 Daniel Obersteiner (49:05/Nick Petersen, Jan Muršak/PP1) 1:6 Mattias Göransson (49:26/Thomas Hundertpfund, Raphael Herburger) 1:7 David Waschnig (57:58/Mattias Göransson)