In einem zerfahrenen ersten Abschnitt mit in Summe sieben Zwei-Minuten-Strafen war nur eine geringe Anzahl an zwingenden Gelegenheiten zu verzeichnen, die Mehrzahl davon fanden die Gäste aus Brunico/Bruneck vor: Tommy Purdeller scheiterte mit einem Wraparound auf die Vorhand, Austin Rueschhoff war kurzfristig in Reichweite des Abprallers, ihm wurde aber der Schläger blockiert (4.). Bei den Rotjacken setzte Thomas Hundertpfund von hinter dem Kasten aus Raphael Herburger in Szene, dieser legte sich die Scheibe vor dem Torraum auf die Rückhand, beim Abschluss fehlte ihm jedoch die Richtung (7.). Als Purdeller einen kurzen Steilpass im Sinn hatte, wurde dieser verpasst, dadurch aber gefährlich, Sebastian Dahm rettete mit der Spitze seines Beinschoners (10.). Auf der Gegenseite schob sich Thimo Nickl halbrechts zwischen zwei Gegenspielern durch, Eddie Pasquale konnte seinen Vorhandschuss allerdings parieren (13.). Spät im ersten Abschnitt kamen die Klagenfurter zu einem weiteren Powerplay, dort verpassten am Crease aber sowohl Muršak als auch Petersen einen Drozg-Rückhandpass von der linken Seite der Grundlinie aus (20.).
Der EC-KAC startete gefährlicher in das Mitteldrittel: Eddie Pasquale wehrte einen gezogenen Drozg-Schlenzer von links aus ab (22.), als Finn van Ee in der Tiefe flach vor das Gehäuse passte, vermochte Tobias Sablattnig den Puck am Torraum nicht über die Linie zu drücken (23.). Bei den Wölfen traf Gerry Fitzgerald aus halbrechter Position per Direktabnahme nur das Außennetz (27.), als Rueschhoff einen „Zwei-gegen-Eins“-Konter selbst abschloss, packte Sebastian Dahm mit der Fanghand zu (29.). Bei numerischer Überlegenheit gingen die Rotjacken dann in Führung: Thimo Nickl jagte vom hinteren Ende des linken Anspielkreises aus einen Schlagschuss auf das Tor, Pasquale wehrte ab, aber vom Bein von Markus Lauridsen aus sprang der Rebound unter dem Goalie hindurch über die Linie (31.). Nach einer feinen Kombination zögerte Jan Drozg vom linken Flügel aus etwas zu lange, der HCP-Goalie konnte einen spektakulären Fanghand-Save auspacken (33.). Ein rot-weißer Puckverlust in der neutralen Zone ermöglichte den Gästen dann eine Doppelchance, doch sowohl beim Schlenzer Purdellers als auch beim Onetimer Rueschhoffs aus dem Slot war Dahm zur Stelle (35.). In der Endphase des zweiten Durchgangs stocherte Travis St. Denis an der defensiven blauen Linie das Spielgerät von der Schaufel von David Farrance und kam somit zum 40-Meter-Solo, an dessen Ende er allerdings von Pasquale verneint wurde (38.).
Auch den Schlussabschnitt eröffneten gute KAC-Chancen: Als der flach zum Gehäuse ziehende Nickl die Scheibe in die kurze Ecke stopfen wollte, gab der Torhüter dort keinen Platz frei, Nick Petersen jagte eine Direktabnahme aus dem Slot, bei der er den Puck nicht richtig traf, zu mittig auf den Schlussmann (jeweils 41.). Nachdem Sebastian Dahm gegen Luciano Zandegiacomo – Direktabnahme zwischen den Hashmarks nach Rebound – stark pariert hatte (44.) und auch gegen Cole Bardreau Sieger geblieben war (46.), verdoppelten seine Vorderleute den Vorsprung: Im „Zwei-gegen-Eins“-Konter blieb Matt Fraser an Pasquale hängen, den Abpraller zimmerte Tobias Sablattnig aber aus spitzem Winkel unter das Tordach (47.). Die Südtiroler wurden nun gefährlicher: Bei einem „Drei-gegen-Eins“-Angriff stahl Thimo Nickl im Rutschen die Möglichkeit zum finalen Querpass (50.), Dahm packte bei einem DiTomaso-Schlenzer nach langer Offensivzonen-Rotation mit dem Catcher zu (51.). Bei angezeigter Strafe gegen die Wölfe traf Nick Petersen aus spitzem Winkel die Stange (52.), im folgenden Powerplay sorgten die Rotjacken aber nach nur 14 Sekunden für die (vermeintliche) Vorentscheidung: Eine wunderbare Kombination über Nickl im Rückraum und St. Denis auf der rechten Seite endete vor dem Torraum bei Matt Fraser, der den Puck in die Maschen abtropfen ließ (53.). Der HC Pustertal gab sich jedoch nicht auf und sorgte mit zwei Treffern innerhalb von 79 Sekunden für eine spannende Schlussphase: Zunächst verlängerte Bardreau einen Bowlby-Querpass mit dem langen Schläger durch Sebastian Dahms Beine (55.), dann verwertete Purdeller seinen eigenen Rebound aus kurzer Distanz (56.). Die Klagenfurter erkannten nun den Ernst der Lage, stabilisierten ihr Spiel wieder und ließen auch gegen sechs Feldspieler der Gäste keine konkrete Ausgleichschance zu. Der EC-KAC geht mit dem Punktemaximum von sechs Zählern und als Tabellenführer in das erste Kärntner Derby der Saison am kommenden Mittwoch.
Post Game-Kommentar von Assistant Coach Christoph Brandner:
„Das war heute ein intensiv geführtes Spiel, das, wie ich glaube, recht gut anzuschauen war. Wir haben insgesamt eine erfreuliche Leistung geboten, insbesondere das Powerplay und das Penalty Killing waren heute gut und hatten Einfluss auf den Ausgang dieser Partie, aber auch unser Goalie hat wieder stark gespielt. Der HC Pustertal hat gezeigt, dass mit ihnen immer zu rechnen ist, am Ende wurde es noch einmal eng, weil wir ein, zwei Minuten lang etwas zu nachlässig agiert haben. Im Großen und Ganzen war dieses Wochenende sehr gut für uns, wir sind gut in diese Saison gestartet.“


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