Trotz sieben Ausfällen vermochte der EC-KAC in seinem letzten Champions Hockey League-Spiel in dieser Saison zu überzeugen, die Rotjacken mussten sich den Eisbären Berlin jedoch knapp mit 1:2 geschlagen geben.

Die Rotjacken machten in Berlin ein gutes Startdrittel, am Ende eines frühen Überzahlspiels fand Travis St. Denis aus dem linken Rückraum nur den Beinschoner von Goalie Jack LaFontaine (4.). Die Gastgeber wurden erstmals gefährlich, als Liam Kirk aus der linken Rundung Ty Ronning vor dem Torraum anspielte, diesem sprang der Puck jedoch über die Schaufel (7.). Einen Schlenzer von Korbinian Geibel aus dem hohen Slot lenkte KAC-Debütant Mareks Mitens mit der Fanghand ab (10.), auf der Gegenseite ließ LaFontaine einen Unterweger-Fernschuss prallen, Ben Öfner hatte am langen Pfosten eine ansehnliche Einschussfläche vor sich, traf die Scheibe aber nicht richtig (11.). Als Thoms Hundertpfund nach dem Zoneneintritt den letzten Gegenspieler als Screen nutzte, parierte Berlins Schlussmann mit der Schulter (12.). Im zweiten rot-weißen Powerplay passierte wenig Zwingendes, danach zog neuerlich Geibel aus dem zentralen Rückraum ab, das vor ihm noch abgefälschte Spielgerät konnte Mitens mit dem Beinschoner bändigen (17.). Sofort ging es in die andere Richtung: Jan Muršak klopfte einen Eisbären-Pass aus der Luft und leitete vor den Crease zu St. Denis weiter, der dem leicht flatternden Puck aber nicht genug Richtung mitgeben und knapp an der linken Stange verzog (17.). Als im ersten Überzahlspiel für die Deutschen Kai Wissmann von der blauen Linie aus schlenzte und vor dem Kasten die Deflection erfolgte, war Mitens wieder mit dem Pad zur Stelle (19.).

Kurz auf das in den Mittelabschnitt mitgenommene Powerplay folgte für die Eisbären ein weiteres, die Rotjacken verteidigten sich jedoch geschickt. Gefährlich wurde es erst wieder in Minute 28, als Markus Vikingstad im rechten Anspielkreis abrupt bremste und dann schoss, Mareks Mitens parierte. Eine vierminütige Phase numerischer Überlegenheit für Klagenfurt wurde aufgrund einer Strafe gegen die Gäste auf die Hälfte reduziert, dort brachte der EC-KAC eine feine Kombination über Simeon Schwinger an der Grundlinie aufs Eis, der aufgekniete Obersteiner-Onetimer von den linken Hashmarks aus wurde aber zur Beute LaFontaines, der mit der Fanghand spektakulär zupackte (29.). Der Führungstreffer gelang somit den Deutschen: Ty Ronning kreuzte im Slot von links nach rechts und schlenzte, der Abpraller landete vor der langen Stange bei Liam Kirk, der nur noch einkehren musste (34.). Weil das Tor bei angezeigter Strafe fiel, spielten die Eisbären mit einem Mann mehr weiter: Jonas Müller schlenzte aus dem hohen Slot, Mitens wehrte den abgefälschten Schuss ab, Andreas Eder stocherte nach dem Rebound, doch der Klagenfurter Goalie rettete in der Grätsche und begrub den Puck unter sich (36.). Als Manuel Wiederer einen „Zwei-gegen-Zwei“-Angriff per Direktabnahme abschloss, war der KAC-Torhüter am Posten (37.), wenig später musste er aber zum zweiten Mal hinter sich greifen: Ein Ronning-Abschluss blieb an den linken Hashmarks hängen und Frederik Tiffels traf von dort aus mit einem Rückhandschuss aus halber Drehung (38.). Die letzte Gelegenheit im zweiten Durchgang fanden wieder die Rotjacken vor: Von der rechten Seite der Grundlinie aus passte Tobias Sablattnig im Fallen vor den Torraum, wo David Waschnig den Puck auf das Gehäuse ablenkte, Jack LaFontaine wehrte mit dem Oberkörper ab (40.).

Im dritten Abschnitt gab es zunächst auf beiden Seiten nur Halbchancen (Eder/42., Wadel/43.), gefährlich wurde es wieder in Minute 47 nach einem Klagenfurter Turnover, Markus Vikingstad schoss von zwischen den Hashmarks aus aber knapp neben das Ziel. Bei den Rotjacken stocherten am Torraum mehrere Angreifer nach einem Rebound, der Puck wurde schließlich in den rechten Faceoff-Kreis gepasst, als Göransson von dort abzog, war Goalie LaFontaine schon wieder in der Position (48.). In seinem nächsten Shift feuerte der Schwede aus dem linken Rückraum, Finn van Ee tippte den Puck knapp über die Querlatte (50.). Noch in der gleichen Minute wurden die rot-weißen Bemühungen mit dem Anschlusstreffer belohnt: van Ee fing die Scheibe innerhalb der blauen Linie mit dem Skate ab und brachte sie zu Thomas Hundertpfund, der vor dem Crease kreuzte, mit der Rückhand scheiterte, seinen zweiten Versuch aber im Tor unterbrachte (50.). Gegen Liam Kirk aus spitzem Winkel schloss Mareks Mitens die kurze Ecke (51.), dann eroberte Daniel Obersteiner den Puck im Forecheck, das van Ee-Zuspiel auf Sablattnig sprang diesem im Zentrum über die Schaufel (52.). Einen kurzfristig am Torraum liegenden Puck brachten Raphael Herburger und Finn van Ee beim Nachstochern nicht über die Linie (53.). Am nächsten kamen die Klagenfurter dem möglichen Ausgleichstreffer bei einem verdeckten Schlagschuss von Jesper Jensen Aabo von der linken Halfwall aus, die Scheibe detonierte an der Querlatte (54.). Ein partielles Breakaway über die rechte Seite von Jean-Luc Foudy stoppte der starke Debütant Mitens (55.), dann ersetzten die Rotjacken ihren Goalie bereits 145 Sekunden vor dem Ende durch einen sechsten Feldspieler. Bei „Sechs-gegen-Fünf“ wurden die Berliner in deren Zone eingeschnürt, der Lucky Punch zum Ausgleich gelang den Gästen am Ende eines stabilen Auftritts aber nicht mehr.

Post Game-Kommentar von Head Coach Kirk Furey:

„Ich bin heute sehr stolz auf unsere Mannschaft, wir waren über die ganze Partie hinweg dabei. Die Eisbären sind aus meiner Sicht aktuell eine der stärksten Mannschaften in Europa und wir konnten gut mit ihnen mithalten. Unser Powerplay hat einige Chancen kreiert, das Unterzahlspiel war sehr gut, unser Goalie hat ein solides Debüt gegeben und unsere vielen jungen Spieler waren sehr in Ordnung. Am wichtigsten ist, dass unsere gesamte Mannschaft sehr einfach und geradlinig gespielt hat, das gelang uns gleich gut wie am Sonntag gegen Salzburg. Wenn wir das aufs Eis bringen, haben wir immer eine Chance, und das hat man heute gesehen.“

Champions Hockey League, Vorrunde, 6. Spieltag
14. Oktober 2026 / 19:30 Uhr
Wellblechpalast, Berlin, GER, 4.227 Zuschauer
CHL
Eisbären Berlin
2
:
1
(0:0, 2:0, 0:1)
EC-KAC
Schiedsrichter
Pálkövi (HUN), Kaptain (DEN)
Aufstellung EC-KAC
Mitens (Vorauer) Unterweger-Nickl, Jensen Aabo-Göransson, MacKinnon-Simović St. Denis-Muršak-Schwinger, van Ee-Hundertpfund-Herburger, Öfner-Obersteiner-Sablattnig, Micelli-Waschnig-Wadel
Fehlende Spieler
Dahm, Preiml, Hudson, Hochegger, Fraser (alle verletzt), Petersen, Drozg (beide angeschlagen)
Torfolge
1:0 Liam Kirk (33:40/Ty Ronning) 2:0 Frederik Tiffels (36:48/Ty Ronning, Kai Wissmann) 2:1 Thomas Hundertpfund (49:46/Finn van Ee)