Drei rot-weiße Zähler

Nach zwei dominanten Abschnitten verlor der EC-KAC im Heimspiel gegen Innsbruck im Schlussabschnitt den Faden, sicherte sich letztlich aber dennoch drei wertvolle Punkte.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC musste an den beiden letzten Dienstagen jeweils unnötige Niederlagen gegen den HCB Südtirol (0:1) und bei Fehérvár AV19 (2:3) hinnehmen, dazwischen siegten die Rotjacken sowohl in Dornbirn (3:0) als auch gegen Znojmo (4:0) ohne einen Gegentreffer zu kassieren. Den HC Innsbruck empfingen die Klagenfurter damit auf Rang drei der Erste Bank Eishockey Liga liegend, allerdings betrug der Vorsprung auf Platz sechs nur noch vier Zähler. Gegen die Haie tat sich der amtierende Meister heuer ausgesprochen schwer: Ende September siegte man auswärts durch ein Haudum-Tor in der Schlussminute knapp mit 1:0, danach setzte es gegen den HCI sowohl zu Hause Mitte November (2:3) als auch auswärts Mitte Dezember (1:4) Niederlagen. 

Für den HC Innsbruck steht in den finalen drei Runden der ersten Grunddurchgangsphase nur noch wenig am Spiel: Die Tiroler benötigen drei von neun möglichen Punkten, um sich ihres zehnten Tabellenplatzes, der einen Bonuspunkt für die Qualifikationsrunde bedeutet, gänzlich sicher zu sein. Nach Klagenfurt kamen die Haie mit einer langen Niederlagenserie im Gepäck, jede der jüngsten acht Begegnungen ging verloren, in den letzten 18 Partien gelangen lediglich drei Siege. Auch kassierte der HC Innsbruck im Verlauf der bisherigen Saison mit 4,03 pro Spiel die meisten Gegentreffer aller Teams in der Liga.

 

Die Personalien:

Neben den Rekonvaleszenten Lars Haugen, Nick Petersen und Marcel Witting musste der EC-KAC in dieser Begegnung auch auf Verteidiger Clemens Unterweger und Stürmer Lukas Haudum verzichten, die sich beide im Auswärtsspiel bei Fehérvár AV19 verletzt hatten. Damit wurden im Lineup zahlreiche personelle Veränderungen nötig, bis auf das Duo Harand/Schumnig in der Abwehr und die Hundertpfund-Formation im Angriff liefen sämtliche Defensivpärchen und Sturmlinien in neuen Konstellationen auf. Gegenüber dem letzten Ligaspiel rückten Michael Kernberger und Kele Steffler in das Aufgebot auf. Insgesamt umfasste das KAC-Lineup zum 13. Mal in Serie weniger als 50,0 Kaderpunkte.

 

Der Spielverlauf:

Die Rotjacken starteten hellwach in die Partie und konnten sich - nach einem scharfen Rückhandschuss von Patrick Harand, den Torhüter Scott Darling mit dem Schoner parierte (2.) - in der dritten Spielminute erstmals nachhaltig in der Zone des HC Innsbruck festsetzen. Der erste Treffer ließ auch nicht lange auf sich warten: Thomas Koch legte die Scheibe von hinter dem Kasten in den Slot auf Matthew Neal, der per Direktabnahme zum 1:0 einnetzte. Im ersten Powerplay des Abends hatten die Rotjacken mehrfach die Chance, ihre Führung auszubauen: Zuerst scheiterte Johannes Bischofberger vom rechten Anspielpunkt aus am Keeper der Gäste (7.), der sich wenig später auch einem Schuss von Thomas Hundertpfund aus dem Slot entgegenstellte (8.). Als Manuel Ganahl im Zentrum vertikal auf Andrew Kozek durchsteckte, schob der Kanadier den Puck nur um Zentimeter am Pfosten vorbei (8.). Kurz nach Ablauf der ersten HCI-Strafzeit bekamen die Klagenfurter sogleich das zweite Überzahlspiel zugesprochen: Dort hämmerte Daniel Obersteiner das Spielgerät vom rechten Faceoff-Punkt aus über die Querlatte. In der zwölften Spielminute traf Patrick Harand mit einem Distanzschuss den kreuzenden Siim Liivik, für den sich daraus die Einschussmöglichkeit via Rückhand bot, aber Scott Darling parierte in der Grätsche stark. Die Tiroler kamen erst im Zuge ihres ersten Powerplays zu ihrem ersten Abschluss auf das Gehäuse: David Madlener klemmte einen Broda-Schuss von halblinks aber förmlich unter seinem Arm ein (15.). Auf der Gegenseite fing Daniel Obersteiner einen Befreiungsversuch der Haie ab, blieb aber mit seinem Wrap-Around ebenso erfolglos wie mit einem Schuss aus dem Slot Sekunden später (17.). Noch in der gleichen Minute streifte ein Kozek-Abschluss von rechts den Pfosten. 

Gleich zu Beginn des Mitteldrittels fasste Thomas Hundertpfund zwei Strafminuten aus, die Tiroler kamen in dieser Phase über Daniel Wachter, der einen Schlagschuss aus dem Slot anbrachte, sowie Tyler Spurgeon (Deflection nach Boivin-Schuss) zu Chancen (jeweils 23.), es blieb aber beim Spielstand von 1:0 für die Hausherren. Nachdem Andrew Kozek bereits das 2:0 auf dem Schläger gehabt hatte, mit seinem Abfälscher nach Strong-Zuspiel aber knapp erfolglos geblieben war, erzielten die Rotjacken nur wenig später doch den zweiten Treffer des Abends: Johannes Bischofberger legte das Spielgerät vor den Kasten auf Manuel Ganahl, der Scott Darling mit einem aufgeknieten Onetimer auf der Fanghand-Seite bezwang (26.). In der nächsten Szene spielte Daniel Obersteiner in den Slot auf Martin Schumnig, der Keeper ließ die Scheibe nach vorne abprallen, aber Andrew Kozek konnte daraus kein Kapital schlagen (28.). In der 31. Minute klingelte es dann ein drittes Mal: Niki Kraus bewies Übersicht und brachte den Puck, obwohl von drei Gegenspielern bedrängt, an den Torraum, wo Marco Richter lauerte. Der Flügelstürmer blieb mit seinem ersten Versuch am Schoner von Darling hängen, lupfte dann aber seinen eigenen Rebound über den am Boden liegenden Torhüter hinweg zum 3:0 in die Maschen (31.). Knapp drei Minuten vor Drittelende ließ Petter Hansson im hohen Slot einen Gegenspieler mit einem schönen Haken stehen, seinen anschließenden Schlenzer fälschte Ganahl knapp neben den Pfosten ab. Die letzte Möglichkeit in Durchgang zwei gehörte den Gästen: Nach einem Lammers-Schuss aus spitzem Winkel ließ Madlener prallen, Neal beförderte das Spielgerät aber aus der Gefahrenzone (40.).

Auch im dritten Abschnitt hatten die Hausherren zunächst mehr vom Spiel: Von Richter von hinter dem Kasten aus ideal bedient, vergab der beim Schuss noch behinderte Liivik (44.), Neal scheiterte aus halblinker Position an Darlings Schulter (47.). Im Gegenzug und quasi aus dem Nichts kamen die Haie zum Anschlusstreffer durch Clemens Paulweber, der den Rebound nach Wachter-Schuss im zweiten Versuch über die Linie drücken konnte. Doch damit nicht genug, denn lediglich 63 Sekunden später bot sich den Innsbruckern ein „Zwei-gegen-Eins“-Konter, der von Joel Broda eiskalt mit einem perfekt platzierten Wristshot in die Kreuzecke abgeschlossen wurde und die Gäste auf ein Tor heranbrachte (48.). Die Chance, den Abstand wieder zu vergrößern, ließ Mattew Neal aus, der Lattner den Puck abgeluchst hatte, dann aber am Goalie gescheitert war (51.), ein aussichtsreicher Schlenzer von Adam Comrie wurde noch geblockt (56.). Von Kozek bedient verpasste auch Stefan Geier die Möglichkeit zur Vorentscheidung, Neal scheiterte bei einem mit Rückhandhaken abgeschlossenem Solo (jeweils 57.). Und so war es in der absoluten Schlussphase der Partie David Madlner, der die drei Punkte für den EC-KAC festhalten musste: Gegen Miha Zajc parierte der Goalie so, dass Schumnig den Puck aus der Gefahrenzone befördern konnte (58.), gegen Wachter und erneut Zajc rettete der Goalie aus kurzer Distanz (jeweils 59.) und ein finaler Onetimer von Caleb Herbert vom linken Faceoff-Punkt aus wurde ebenso zur Beute des Schlussmanns (60.). (NB)

 

Der Kommentar:

„Wir brauchten heute drei Punkte und die haben wir geholt. Unsere beiden ersten Abschnitte waren sehr gut, eigentlich fehlerfrei. Im dritten Drittel änderte sich das, speziell in der neutralen Zone an den Banden begingen wir Fehler, die in Kontern Innsbrucks mündeten. Am Ende waren wir darauf angewiesen, dass David Madlener ein paar starke Paraden zeigte. Die Chemie in unseren vier Angriffslinien hat mir gefallen, gefehlt hat die Effizienz, denn nach 40 Minuten hätten wir auch bei zehn Toren stehen können. Über den dritten Durchgang werden wir noch sprechen, aber wichtig sind heute die drei Punkte.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit den angestrebten drei Punkten gegen den HC Innsbruck haben die Rotjacken ihren dritten Tabellenrang gefestigt und den Vorsprung auf Platz sechs auf sechs Zähler vergrößert. Die Klagenfurter haben damit beste Chancen, sich in den verbleibenden drei Runden die vorzeitige Play-Off-Qualifikation zu sichern. Klar ist seit Freitagabend aber auch, dass der erste von drei in der EBEL ausgespielten Plätzen für die Champions Hockey League 2020/21 nicht an den EC-KAC gehen wird. Seinen nächsten Auftritt hat der amtierende Meister bereits übermorgen Sonntag (17.30 Uhr, live auf servushockeynight.com) auswärts beim aktuellen Tabellenführer in Salzburg.