Nur ein Punkt für die Rotjacken

Der EC-KAC holte am Montagabend im Heimspiel gegen Dornbirn einen Zwei-Tore-Rückstand auf, unterlag letztlich aber im Penaltyschießen.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Nach der ligaweiten Spielpause in Folge medizinischer Präventionsmaßnahmen und 22 Tage nach seinem letzten Ligaspiel kehrte der EC-KAC mit der Heimpartie gegen den Dornbirner EC in den Spielbetrieb in der bet-at-home ICE Hockey League zurück. Gegen die Vorarlberger konnten die Rotjacken saisonübergreifend jedes der jüngsten neun Duelle für sich entscheiden, so auch die erste Konfrontation im laufenden Spieljahr, als man Ende September auswärts mit 3:1 siegte. In Angriff nahmen die Klagenfurter diese Begegnung vom vierten Tabellenplatz aus, von seinen bisherigen sieben Partien konnte der EC-KAC vier für sich entscheiden, darunter die beiden letzten Heimspiele gegen Villach (3:1) und Innsbruck (2:1).

Der Dornbirner EC kam als Tabellenzehnter nach Kärnten, bislang sammelten die Vorarlberger in sechs Saisonspielen fünf von 18 möglichen Punkten. Ihre zwei bisherigen Siege fuhren die Bulldogs in den beiden jüngsten Auswärtsspielen ein, sowohl in Graz (2:1) als auch in Székesfehérvár (5:4 nach Verlängerung) verließ man das Eis als Gewinner. In Klagenfurt hatte das Team von Head Coach Kai Suikkanen zuletzt meist einen schweren Stand, konnte es doch nur einen seiner letzten acht Auftritte in der Stadthalle erfolgreich gestalten. Auch tat sich der DEC recht schwer, in der Offensive Durchschlagskraft zu entwickeln: In den vergangenen fünf Begegnungen mit dem EC-KAC erzielte Dornbirn insgesamt nur drei Treffer.

 

Die Personalien:

Neben den beiden Langzeitverletzten David Fischer und Steven Strong fehlten beim EC-KAC unverändert auch David Maier und Niki Kraus, die schon im letzten Ligaspiel gegen Innsbruck verletzungsbedingt passen mussten. Ebenfalls nicht dabei war gegen Dornbirn Manuel Geier, der erst am Sonntag ins Mannschaftstraining zurückgekehrt war. Sein Saisondebüt in der Kampfmannschaft gab hingegen Thomas Vallant, der sich im Sommer als Führungsspieler im Farmteam wieder seinem Stammverein angeschlossen hatte. Gegen seinen Ex-Klub stand bei den Rotjacken David Madlener zwischen den Pfosten, der bislang in zwölf Karrierespielen gegen den DEC elf Mal siegreich geblieben war.

 

Der Spielverlauf:

Die erste gute Möglichkeit der Partie ging in Minute zwei auf das Konto der Rotjacken: Martin Schumnig zog von der blauen Linie aus ab, Daniel Obersteiner fälschte die Scheibe zentral stehend gefährlich ab, aber Goalie Oskar Östlund konnte sie im Nachfassen arretieren. Unmittelbar nach einer nicht genutzten, 40-sekündigen doppelten Überzahl (beste Gelegenheit: Obersteiner am Rebound/5.) kamen die Klagenfurter im darauffolgenden Powerplay mit einem Mann mehr zu weiteren Chancen: Der Keeper der Bulldogs entschärfte einen Ganahl-Schuss aus kurzer Distanz sehenswert mit dem Schläger und stellte sich dann erneut Daniel Obersteiner aus dem Slot in den Weg, ehe er den KAC-Kapitän nochmals des ersten Treffers der Partie beraubte (jeweils 6.). Auf der Gegenseite machten es die Gäste besser und gingen in der siebten Minute in Führung: Emil Romig chippte den Puck von hinter dem Kasten aus in den Slot, wo Anton Stråka lauerte und zur Führung einnetzte. Anschließend durften sich die Vorarlberger erstmals in Überzahl beweisen: Andrew Yogan setzte einen Handgelenksschuss vom rechten Faceoff-Punkt aus am Kasten vorbei, ehe David Madlener gegen den nach einem tollen Steilpass alleine vor ihm aufgetauchten Romig die Oberhand behielt (9.). In der 15. Minute kamen die Rotjacken schließlich zum Ausgleich, als Johannes Bischofberger den am linken Pfosten positionierten Thomas Hundertpfund erspähte, der den Puck über den Blocker von Oskar Östlund hinweg in die kurze Ecke abfälschte. Bei numerischer Überlegenheit holten sich die Dornbirner ihre Führung dann wieder zurück: Den Schuss von William Rapuzzi konnte David Madlener noch entschärfen, doch dann landete der Puck bei Andrew Yogan, der ihn von der Rück- auf die Vorhand zog und am Schoner des rot-weißen Schlussmannes vorbei über die Linie drückte (17.). Nur 87 Sekunden später erhöhten die Gäste gar auf 3:1 aus ihrer Sicht: Madlener parierte den Blueliner von Jesper Kokkila mit dem Schoner, doch Sam Antonitsch reagierte rasch und setzte den Nachschuss in die Maschen (19.). 

Zu Beginn des Mittelabschnitts kamen die Klagenfurter zum frühen Anschlusstreffer: Im Konter ließ Rok Tičar die Scheibe für Lukas Haudum liegen, der diese aus dem Slot eiskalt in die von ihm aus rechte Kreuzecke knallte (22.). Nachdem Thomas Vallant mit einem noch abgefälschten Schuss von der blauen Linie und einem Handgelenksschuss vom rechten Anspielpunkt aus, welcher von Oskar Östlund mit dem Catcher entschärft wurde, gescheitert war (jeweils 23.), konterten die Gäste über Philipp Pöschmann und Simeon Schwinger, der durch einen Stockschlag zu Fall gebracht wurde, was im nächsten Überzahlspiel für die Vorarlberger resultierte (24.). Dort kamen allerdings die Klagenfurter zur besten Chance: Lukas Haudum, der sich nach einem geblockten Nilsson-Schuss auf den Weg in Richtung DEC-Tor machte und einen Haken zur Mitte anbrachte, setzte den Puck aber knapp am Pfosten vorbei (26.). In der 33. Minute spielte Haudum das Spielgerät von hinter dem Kasten aus an den Torraum zu Stefan Geier, dieser verzog hauchdünn über die Querlatte. Auf der Gegenseite spielte Dornbirn bei numerischem Vorteil eine schöne Kombination über Matt MacKenzie und Ņikita Jevpalovs heraus, doch der letzte, für Andrew Yogan bestimmte Querpass knapp vor dem Kasten kam nicht mehr an (35.). Kurz darauf lag der Puck in einer unübersichtlichen Situation unmittelbar vor Madlener, William Rapuzzi erhielt gleich drei Nachschuss-Möglichkeiten, die der Keeper allesamt mit den Pads parieren konnte, ehe er die Scheibe mit der Fanghand fixierte. Nur wenige Sekunden später folgte eine nahezu deckungsgleiche Situation: Daniel Woger spielte den Puck gefährlich an den Torraum, wo Kevin Macierzynski mehrfach nachstocherte, doch David Madlener hielt die Scheibe vor der Linie (35. bzw. 36.). 

Erneut kamen die Rotjacken kurz nach Wiederbeginn zum Torerfolg und glichen in der 42. Spielminute aus: Fredrik Eriksson schlenzte den Puck mit viel Verkehr vor dem Tor von links außen auf den Kasten und dieser schlug in der langen Ecke ein. Samuel Witting schoss von den linken Hashmarks aus drüber (42.), die Tičar-Deflection eines Würschl-Wristshots flog nur um Haaresbreite am Pfosten vorbei (45.). In der 46. Minute bekam MacKenzie das Spielgerät im Slot perfekt in den Lauf serviert, wurde aber von Hundertpfund von den Kufen geholt und damit am Abschluss gehindert, das daraus resultierte Überzahlspiel ließen die Gäste ungenutzt verstreichen. Nach einem misslungenen Versuch des EC-KAC, das Spiel auf die linke Seite zu verlagern, bot sich den Bulldogs ein „Zwei-gegen-Null“-Konter über Daniel Woger, doch Kevin Macierzynski traf dessen finalen Querpass nicht (49.). In der nächsten Offensivaktion der Bulldogs versuchte Yogan, einen Nilsson-Schuss von der blauen Linie aus vor dem Tor in die Maschen abzufälschen, der Klagenfurter Schlussmann war aber mit dem Catcher zur Stelle (56.). Mit knapp zweieinhalb Minuten auf der Uhr bekamen die Rotjacken noch ein Powerplay zugesprochen und damit die Chance auf einen späten Gamewinner: Daniel Obersteiner verzog vom rechten Anspielpunkt aus knapp (59.), ehe Rok Tičar ein Haudum-Zuspiel aus identer Position direkt übernahm, aber am Vorarlberger Torsteher scheiterte. In den Schlusssekunden fingen sich die Klagenfurter einen beinahe fatalen „Drei-gegen-Eins“-Gegenstoß ein, doch David Madlener blieb beim Abschluss seines Jugendfreundes Kevin Macierzynski Sieger (60.).

In der nötig gewordenen Overtime dominierten die Rotjacken weitestgehend das Geschehen, doch die beiden besten Chancen gingen auf das Konto der Gäste. Zuerst stürmte Jevpalovs über rechts ins Angriffsdrittel und entschied sich für einen Schlagschuss, den Madlener mit den Pads parierte (63.). Dann deutete der Lette einen Bauerntrick an, stoppte aber hinter dem Kasten und versuchte, die Scheibe in der kurzen Ecke am Schoner vorbei über die Linie zu drücken, doch der rot-weiße Schlussmann war hellwach und blockte (65.). Nachdem im Penaltyschießen Manuel Ganahl und William Rapuzzi getroffen hatten, ging auch das Shootout in die Verlängerung, in der schließlich Henrik Nilsson den Vorarlbergern den zweiten Punkt sichern konnte. (NB)

 

Der Kommentar:

„Auf der einen Seite hat es Dornbirn heute gut gemacht, auf der anderen agierten wir noch immer zu sehr mit angezogener Handbremse. Wir hatten in den letzten Tagen im Training sehr viel Energie aufs Eis gebracht, heute, als es zählte, gelang uns das nicht in jenem Ausmaß, wie es nötig gewesen wäre. Es gab auch gute Aspekte, etwa, dass wir einen Zwei-Tore-Rückstand aufgeholt haben, aber insgesamt fehlte eindeutig diese Durchschlagskraft, diese Geradlinigkeit, auf der sich auch Selbstvertrauen aufbauen lässt. Wir werden uns Gedanken machen, wie wir wieder zu diesem Punkt gelangen können, und dann gemeinsam darauf hinarbeiten, dass uns das gelingt.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Der EC-KAC zog am Montagabend nach Punkten mit dem drittplatzierten EC Salzburg gleich, verblieb im Ranking aber auf Position vier. Ihre nächste Partie bestreiten die Rotjacken am kommenden Donnerstag, dem 12. November, wenn mit Fehérvár AV19 jenes Team in Klagenfurt zu Gast sein wird, das aktuell unmittelbar hinter Rot-Weiß auf Rang fünf liegt (Spielbeginn: 19.15 Uhr). Zum Abschluss der Woche tritt der EC-KAC dann am Sonntagnachmittag auswärts beim HC Innsbruck an.