Im Vorfeld des dritten Kärntner Derbys der Saison stellt kac.at den Gegner der Rotjacken, die formstarken Adler aus Villach, ausführlich vor.

Aktuelles:

Der EC VSV ist aktuell das formstärkste Team der win2day ICE Hockey League, als einzige Mannschaft im Bewerb konnten die Adler jedes ihrer jüngsten fünf Spiele für sich entscheiden. Die letzten drei Siege fuhr Villach allesamt auswärts ein, auf ein 5:2 bei den Pioneers Vorarlberg folgte ein 3:1 beim HCB Südtirol und zuletzt ein 3:2 bei Fehérvár AV19. Damit schoben sich die Draustädter bereits auf den dritten Tabellenplatz nach vorne, ihre bislang pro Saisonspiel verbuchten 1,85 Punkte bringen sie sehr deutlich auf Kurs in Richtung Top-Sechs und damit auch eines vorzeitigen Playoff-Tickets. Die Qualitäten des EC VSV liegen vornehmlich in der Offensive: 3,67 erzielte Treffer pro Partie entsprechen zwar noch nicht ganz dem Schnitt aus der vergangenen Saison (3,80), stellen aber die zweithöchste Notierung für Blau-Weiß in den letzten 20 Spielzeiten dar. Zum überdurchschnittlichen Output des Angriffs nur wenig beizutragen hatte zuletzt allerdings das Villacher Überzahlspiel: Seit dem Heimerfolg gegen Innsbruck Mitte November blieb der EC VSV in neun Partien gänzlich ohne Powerplaytreffer, in diesem Zeitraum endeten 16 Phasen numerischen Vorteils für die Adler ohne Torerfolg.

Spieler im Fokus:

Villachs in den Kärntner Derbys der jüngeren Vergangenheit auffälligster Akteur war Chris Collins, der Kanadier konnte drei der sechs aus dem Spiel heraus erzielten Saisontreffer der Adler gegen Klagenfurt für sich verbuchen. Der Stürmer ist mit aktuell 27 Scorerpunkten (elf Tore, 16 Vorlagen) auch der teaminterne Topscorer, bei zwei der letzten drei VSV-Siege (in Vorarlberg und Székesfehérvár) ging das Game Winning Goal auf das Konto des 30-Jährigen. Auch der überragende Defensivakteur in den Reihen des EC VSV kommt aus Kanada: Nicolas Mattinen überzeugte bislang in seiner ersten Europa-Saison mit gutem Allround-Spiel, sein Plus/Minus-Saldo von aktuell +27 ist das mit Abstand beste aller Spieler in der win2day ICE Hockey League. Ebenfalls gut unterwegs ist heuer Mittelstürmer Felix Maxa, der kürzlich sein fünfjähriges Vereinsjubiläum bei den Draustädtern beging und sich in dieser Zeit zu einem zuverlässigen und smarten Zwei-Wege-Stürmer entwickelte. Die derzeit 14 Zähler auf seinem individuellen Konto sorgen bereits jetzt dafür, dass er in der punktebesten Saison seiner Profikarriere steht.

Bilanz gegen den EC-KAC:

Auf Bewerbsspielebene wurden bislang 344 Kärntner Derbys zwischen dem EC-KAC und dem EC VSV ausgetragen, 181 gingen an Klagenfurt, 144 an Villach, 19 Mal trennte man sich unentschieden. Das sprichwörtliche Pendel schlug zuletzt vermehrt zu Gunsten der Rotjacken aus: Der Rekordmeister punktete in 25 der jüngsten 29 Aufeinandertreffen, darunter jedem der letzten neun. Seit dem Jahr 2015 konnten die Adler nicht mehr zwei Duelle hintereinander gegen ihren Lokalrivalen für sich entscheiden. Etwas besser gestaltet sich die Bilanz der Blau-Weißen in Heimspielen: Auf eigenem Eis ließ der EC VSV in keinem der letzten 23 Kärntner Derbys mehr als vier Gegentreffer zu, die beiden jüngsten Konfrontationen in der Draustadt endeten mit Villach-Erfolgen nach Verlängerung und Penaltyschießen. Zwei oder mehr Derby-Heimsiege hintereinander konnten die Adler zuvor seit ihren sechs Erfolgen am Stück zwischen Februar 2013 und Oktober 2015 nicht mehr feiern.

VSV-KAC (02.12.2022)

Das letzte Duell:

Zuletzt trafen der EC VSV und der EC-KAC am 2. Dezember aufeinander, auch damals in der Villacher Stadthalle. Die Adler setzten sich mit 5:4 nach Penaltyschießen durch, mussten in dieser Begegnung also ihren bislang einzigen Punkt im laufenden Monat abgeben. Ohne acht Stammspieler angetreten, waren die Rotjacken im ersten Spielabschnitt das deutlich unterlegene Team, die Klagenfurter konnten sich auf einer famosen kämpferischen Leistung fußend ab Drittel zwei jedoch veritabel steigern und letztlich auch einen durchaus verdienten Zähler einfahren. Der EC-KAC (40) gab in dieser Begegnung mehr Torschüsse ab als die Gastgeber (33), 19 Shots on Goal aus dem Slot markierten den zweitbesten Wert der Rotjacken in der laufenden Spielzeit. Trotz deutlicher Defizite am Faceoff-Punkt – eine Erfolgsquote von nur 35,6 Prozent stellte die zweitschlechteste Bilanz in der aktuellen Saison dar – vermochte Klagenfurt zu fast ausgeglichenen Spielanteilen zu kommen (21:55 Minuten Even Strength-Scheibenbesitz gegenüber 22:43 beim EC VSV).

Spielbericht: „Großer Kampf bringt Punkt in Villach“ (kac.at, 02.12.2022)