Mit einer ab dem zweiten Drittel starken kämpferischen Vorstellung punktete der EC-KAC auch im neunten Kärntner Derby in Folge, die Rotjacken unterlagen beim EC VSV jedoch mit 4:5 nach Penaltyschießen.

Der ohne acht Stammspieler angetretene EC-KAC agierte im ersten Spielabschnitt zu passiv, was die Gastgeber zu zwei Treffern nutzten: Collins sendete von den linken Hashmarks aus in die kurze Ecke ein und Richters Schuss wurde von Strong unglücklich in die eigenen Maschen abgefälscht. Im Verlauf des zweiten Drittels fanden die Rotjacken immer besser in die Partie, Hochegger sorgte im Powerplay für den Anschlusstreffer, doch keine Minute später stellte Joslin im zweiten Versuch den alten Abstand wieder her. Mit seinem ersten Tor in der KAC-Kampfmannschaft brachte Verteidiger Steffler seine Farben noch vor der zweiten Pause zurück in die Partie, Fraser vollendete im Schlussdrittel das rot-weiße Comeback mit einer Direktabnahme. Noch einmal legte Villach vor, Collins krönte eine starke Einzelaktion über rechts, doch als die Klagenfurter bereits mit sechs Feldspielern stürmten, ließ Petersen einen famosen Bukarts-Querpass zum 4:4 in die Maschen abtropfen. Die Overtime brachte keine Entscheidung, die ersten sieben Shootout-Schützen vergaben, dann sicherte Rauchenwald den Draustädtern den zusätzlichen Zähler, nach großem Kampf durfte sich der Rekordmeister aber immerhin über das neunte Kärntner Derby in Folge mit einem rot-weißen Punktgewinn freuen.

Drittel 1

Die stark ersatzgeschwächten Rotjacken starteten couragiert in die Begegnung und verfügten in den ersten gut zwei Minuten fast durchgehend über Scheibenbesitz. Die erste zwingende Torchance fand der EC VSV vor: Anthony Luciani schloss einen „Zwei-gegen-Eins“-Konter aus halblinker Position selbst ab, Sebastian Dahm parierte mit der Schulter (6.). Der Führungstreffer der Gastgeber resultierte aus einem feinen Diagonalpass von Johan Hughes, der von der blauen Linie aus Chris Collins an den linken Hashmarks bediente, der Kanadier bezwang den Rotjacken-Goalie bei freier Bahn in der kurzen Ecke (9.). Nach einem Fehler der Klagenfurter in der eigenen Zone gelangte Dominik Grafenthin in halbrechter Position freistehend an die Scheibe, pfefferte diese jedoch neben den Kasten (11.). Das erste Überzahlspiel der Partie bekamen nach einem Offensivfoul von Niki Kraus die Adler zugesprochen, Rot-Weiß verteidigte sich mit vier Clearings aber stark und ließ in dieser Phase keinen Torschuss der Powerplayformationen zu.

Keine Minute nach dem Klagenfurter Erreichen der Vollzähligkeit verdoppelte der EC VSV seinen Vorsprung allerdings: Artūrs Kulda brachte von der linken Halfwall aus den Querpass an den rechten Anspielkreis zu Marco Richter an, der ehemalige KAC-Stürmer schoss und vom Schlittschuh Steven Strongs aus sprang der Puck unhaltbar in die lange Ecke (14.). Als sich für John Hughes nach enger Umrundung des Gehäuses der Einschusswinkel öffnete, brachte er zu wenig Richtung auf das Spielgerät, der EC-KAC konterte sofort und kam zu seiner besten Gelegenheit im ersten Durchgang: Nach zwei Querpässen war an den rechten Hashmarks Luka Gomboc freigespielt, er setzte seinen Onetimer jedoch an die Schulter von J.-P. Lamoureux (18.). In der Schlussminute des Auftaktdrittels kam Grafenthin noch zu einem Alleingang, Dahm parierte dessen abschließenden Vorhandschuss jedoch mit seinem Oberkörper (20.).

Drittel 2

Gleich im ersten Shift des zweiten Abschnitts ergab sich die große Möglichkeit auf den Anschlusstreffer für den EC-KAC: Nach Scheibeneroberung von Manuel Ganahl hatte Nick Petersen das Auge für den am langen Pfosten lauernden Lucas Lessio, der die Scheibe vor dem halbleeren Kasten jedoch nur an die Außenstange schob (21.). Bei Abschlüssen von Grafenthin (23.) und Sabolič (24.) aus der Nahdistanz war Sebastian Dahm zur Stelle, auf der Gegenseite zielte der am Torraum bediente Niki Kraus zu mittig auf Villachs Schlussmann (26.). Der Umstand, dass sich der junge Finn van Ee unerschrocken einem Faustkampf mit Kevin Moderer stellte, entfachte bei den Rotjacken endgültig das Feuer, von diesem Zeitpunkt an übernahmen sie in dieser Partie das Kommando (26.). Dies wirkte sich dann im zweiten KAC-Powerplay des Abends auch auf der Anzeigetafel aus: Von Linksaußen von Manuel Ganahl angespielt, klopfte Fabian Hochegger den Puck vom Crease aus in die Maschen (30.).

Villach reagierte umgehend: Ein guter Hughes-Querpass zum Zoneneintritt über die blaue Linie sorgte am linken Flügel für ein abgegrenztes „Zwei-gegen-Eins“ für die Adler, Robert Sabolič steckte auf Derek Joslin durch und dieser bezwang Sebastian Dahm im zweiten Versuch (31.). Bei numerischer Überlegenheit für den EC-KAC verneinte der Rotjacken-Schlussmann den halbrechts frei vor ihm aufgetauchten Felix Maxa (32.), sein Gegenüber parierte den Petersen-Abschluss eines „Zwei-auf-Eins“-Angriffs mit Lucas Lessio nach toller Seitwärtsbewegung (34.). Der neuerliche Anschlusstreffer der Klagenfurter war damit aber nur aufgeschoben: Finn van Ee gewann das Offensivzonen-Anspiel zurück an die blaue Linie und Kele Steffler sendete aus der Distanz ein: Im 131. Bewerbsspiel in der Kampfmannschaft konnte sich der Verteidiger endlich über seinen ersten Treffer freuen, Manuel Ganahl sprang über die Bande aufs Spielfeld, um die Scheibe als Andenken aus den Maschen zu holen (37.). Die letzte Gelegenheit im Mitteldrittel gehörte dann wieder den Gastgebern: Blaž Tomaževič kreuzte beim „Zwei-gegen-Eins“, Andrew Desjardins fand aus halbrechter Position aber seinen Meister in Sebastian Dahm (39.).

Drittel 3

Im in den dritten Durchgang mitgenommenen Powerplay verlängerte Thomas Hundertpfund einen scharfen Ganahl-Diagonalpass knapp an der langen Stange vorbei (41.), als der Vorarlberger, der an diesem Abend wieder die Kapitänsrolle übernahm, am Crease freigespielt wurde, drückte er den Puck im Fallen an der kurzen Ecke vorbei (42.). Auch das zweite Unterzahlspiel der Begegnung überstanden die Rotjacken ohne größere Probleme, sie kamen in dieser Phase sogar selbst zur goldenen Möglichkeit, doch Manuel Ganahl scheiterte bei seinem Alleingang nach Haken auf die Vorhand an J.-P. Lamoureux (46.). Dann gelang den Rotjacken der gejagte Ausgleich: Rihard Bukarts und Kele Steffler sorgten am linken Flügel für die Übergabe, der Verteidiger ging tief und bediente Matt Fraser an den Hashmarks, der die Scheibe direkt übernahm und halbhoch in die lange Ecke jagte (49.). Die Chance zur erstmaligen rot-weißen Führung fand nach „Drei-auf-Zwei“-Vorstoß Thomas Hundertpfund vor, der von halblinks aus schoss, Villachs Schlussmann schloss im letzten Moment die Beine (52.).

Auch als der Klagenfurter im nächsten Powerplay aus ähnlicher Position einen aufgeknieten Onetimer anbrachte, blieb der VSV-Goalie Sieger (54.). In einer späten „Vier-gegen-Vier“-Phase sorgte der quirlige Chris Collins dann für die neuerliche Führung für sein Team: Nach einer Finte am rechten Flügel zog er das Tempo an, schnitt an seinem Gegenspieler vorbei nach innen und bezwang Sebastian Dahm über dessen Schulter hinweg (57.). Die Rotjacken ließen sich vom Rückstand nicht beirren: Nick Petersen wischte im Slot über das Spielgerät (57.), als er in identer Position angespielt wurde, legte er auf Thomas Vallant ab, der in aussichtsreicher Lage jedoch den Puck nicht richtig traf (58.). Der EC-KAC nahm 103 Sekunden vor dem Ende sein Timeout und in weiterer Folge seinen Torhüter vom Eis – und wurde für das Risiko belohnt: Ein famoser Bukarts-Querpass von der linken Halfwall aus schnitt durch die VSV-Box und Nick Petersen ließ am langen Pfosten in die Maschen abtropfen (59.).

Verlängerung / Penaltyschießen

Weil John Hughes aus der Nahdistanz und mit Einschussfläche vor sich zu lange zögerte (59.), ging das 344. Kärntner Derby in die Verlängerung, in der nach wenigen Sekunden der EC-KAC die größte Möglichkeit vorfand: Clemens Unterweger war quasi vom ersten Scheibenaufwurf weg durch die Mitte auf und davon, setzte seinen Vorhand-Abschluss aber neben den Kasten (61.). Aussichtsreiche Gelegenheiten blieben im weiteren Verlauf der Overtime aus, sodass der Zusatzpunkt im Penaltyschießen vergeben werden musste: Dort scheiterten die ersten sieben Schützen (Bukarts, Fraser, Petersen und Ganahl beim EC-KAC, Sabolič, Luciani, Collins beim EC VSV), ehe Alexander Rauchenwald die Partie zu Gunsten der Draustädter entschied, als er Sebastian Dahm mit der Vorhand tunnelte – das erst zweite Penalty Shot-Gegentor für den Rotjacken-Goalie bei 20 gegnerischen Versuchen in diesem Spieljahr. (HB)

Post Game-Kommentar von Head Coach Petri Matikainen:

„Ich bin enttäuscht – darüber, wie wir im ersten Drittel gespielt haben. Wir wollten viel aktiver auftreten, waren mental aber nicht in der Lage dazu. Das hat sich dann verbessert, ab dem zweiten Abschnitt kamen wir ins Rollen. Wir glichen aus und hatten weitere Chancen, um das Spiel zu unseren Gunsten zu entscheiden. Villach ist ein offensiv sehr talentiertes Team, das sich viele Möglichkeiten herausspielt, aber ich denke, man hat in der zweiten und dritten Periode gesehen, dass wir gut darin sein können, dies zu unterbinden. Es ist positiv, dass wir einen Punkt mitgenommen haben, aber ich wollte dieses Spiel gewinnen und das ist uns nicht gelungen, also müssen wir uns für die nächsten Aufgaben steigern.“

ICE Hockey League, 24. Runde
02. Dezember 2022 / 20:00 Uhr
Stadthalle, Villach, AUT, 3.685 Zuschauer
ICE
EC VSV
5
:
4
(2:0, 1:2, 1:2) n.P.
EC-KAC
Schiedsrichter
Groznik (SLO), Trilar (SLO)
Aufstellung EC-KAC
Dahm (Vorauer) Strong-Preiml, Unterweger-Vallant, Steffler-Maier Ganahl-Gomboc-Petersen, Fraser-Hundertpfund-Bukarts, Kraus-van Ee-Hochegger, Lessio-S.Witting
Fehlende Spieler
Jensen Aabo, Haudum, Koch, Bischofberger, Obersteiner (alle verletzt), Tičar (krank), Usnik, Postma (beide persönliche Gründe)
Torfolge
1:0 Chris Collins (08:33/John Hughes, Nicolas Mattinen) 2:0 Marco Richter (13:17/Artūrs Kulda, Felix Maxa) 2:1 Fabian Hochegger (29:36/Manuel Ganahl, Lucas Lessio/PP1) 3:1 Derek Joslin (30:21/Robert Sabolič, John Hughes) 3:2 Kele Steffler (36:25/Finn van Ee) 3:3 Matt Fraser (48:03/Kele Steffler, Rihards Bukarts) 4:3 Chris Collins (56:06/Nicolas Mattinen) 4:4 Nick Petersen (58:24/Rihards Bukarts, Manuel Ganahl/EA) 5:4 Alexander Rauchenwald (65:00/PS)