Der EC-KAC reist am Freitagabend nach Südtirol, um sich zum vierten Mal in der laufenden Saison mit dem HC Pustertal zu messen, kac.at liefert eine aktuelle Bestandsaufnahme zu den Wölfen.

Aktuelles:

Der HC Pustertal liegt aktuell auf dem achten Tabellenplatz der win2day ICE Hockey League, gehört also dem Quartett an Klubs an, die sich auf den Rängen fünf bis acht durch nur drei Punkte getrennt vermutlich um zwei direkte Viertelfinaltickets matchen werden. Die Südtiroler haben dabei nach der überraschenden 3:6-Auswärtsniederlage bei Asiago Hockey am vergangenen Sonntag keine ideale Ausgangsposition, haben sie doch auch bereits eine Partie mehr ausgetragen als die direkt (und mit einem Zähler Vorsprung) vor ihnen platzierten Konkurrenten aus Linz und Villach. Sollte es für den Klub aus Brunico/Bruneck letztlich nicht mit der vorzeitigen Playoff-Qualifikation klappen, liegt dies zu einem wesentlichen Teil an der durchwachsenen Saisonbilanz auf eigenem Eis: Zwar konnte Pustertal jedes seiner bislang vier im neuen Kalenderjahr ausgetragenen Heimspiele für sich entscheiden, noch immer haben die Wölfe aber auswärts (33) mehr Punkte gesammelt als zu Hause (32). Auch der historische Vergleich belegt, dass es in den verbleibenden Runden eines HCP-Kraftakts bedarf, um den Sprung in die Top-Sechs zu schaffen: Der aktuelle Punkteschnitt der Südtiroler in der laufenden Saison (1,55) reichte in vier der letzten fünf Spielzeiten nicht, um am Ende des Grunddurchgangs dem Spitzensextett anzugehören.

Spieler im Fokus:

Pustertals effektivster Offensivspieler ist der langjährige EBEL- und ICE-Import Rick Schofield, der als einziger Akteur im Kader mehr Scorerpunkte (27) als Saisoneinsätze (24) zu Buche stehen hat. Der Kanadier verpasste im Verlauf von drei Ausfallphasen heuer bereits 17 Partien, präsentierte sich zuletzt aber in blendender Form: Aus den jüngsten drei Ligaspielen weist sein Konto sieben Zähler aus, er war in diesem Zeitraum an sieben der zehn Tore seiner Mannschaft als Schütze oder Vorlagengeber maßgeblich beteiligt. In absoluten Zahlen produktivster Angreifer der Wölfe ist im aktuellen Spieljahr mit derzeit 40 Punkten Sommer-Neuzugang Jason Akeson. Der Rechtsschütze erzielte heuer zwar um satte 30,8 Prozent weniger Treffer pro Partie als im Verlauf seiner fünf DEL-Jahre von 2018 bis 2023, ist dem EC-KAC aber noch in unangenehmer Erinnerung: Beim ersten Rotjacken-Auftritt in der Intercable Arena in der laufenden Saison im September verbuchte der Kanadier einen Treffer und gleich drei Primary Assists, lediglich am Empty Net-Goal zum 5:3-Endstand für die Wölfe war er nicht direkt beteiligt. In der Abwehr setzt der HC Pustertal primär auf importierte Qualität, die ersten fünf Spots im Lineup werden allesamt von Legionären eingenommen. Aus diesem Quartett darf Arvin Atwal die auffälligste Saisonperformance zugebilligt werden: Das zwischendurch sogar in einzelnen Partien als Stürmer aufgebotene Raubein brachte in den vergangenen Wochen Stabilität in die HCP-Hintermannschaft. Keiner seiner zehn Einsätze im Kalenderjahr 2024 endete mit einer negativen Plus/Minus-Bilanz (insgesamt in diesem Zeitraum +12).

Bilanz gegen den EC-KAC:

Zuvor jahrelang ein Kontrahent des Future Teams des EC-KAC in der Alps Hockey League, wurde der HC Pustertal im Sommer 2021 in die win2day ICE Hockey League aufgenommen. Seither kam es zu elf Duellen mit den Rotjacken, von denen die Wölfe (mit sechs) die Mehrheit gewinnen konnten. Insbesondere auswärts in Brunico/Bruneck fanden die Klagenfurter dabei nur selten einen Weg, zu reüssieren: Seit dem 4:1-Erfolg beim ersten Auftritt in der Intercable Arena im Oktober 2021 holte der EC-KAC in vier Partien dort nie mehr die vollen drei Punkte, neben einem Overtime-Sieg setzte es gleich drei Niederlagen. Der österreichische Rekordmeister wurde vom HC Pustertal in sieben der insgesamt elf Konfrontationen auf drei oder weniger erzielte Treffer minimiert – und dies, obwohl das rot-weiße Powerplay gegen die Wölfe meist sehr gut lief: Seit dem HCP-Ligabeitritt konvertieren die Klagenfurter zehn von 35 Überzahlmöglichkeiten in einen Treffer, was einer Effizienz von satten 28,6 Prozent entspricht. Wesentlich einfacher hatte es der EC-KAC gegen den damals noch als EV Bruneck firmierenden Klub übrigens in Begegnungen vor dem Pustertaler ICE-Einstieg: Von den acht Duellen in der Alpenliga und im Europäischen Ligacup zwischen 1992 und 1998 endete eines unentschieden, sieben brachten einen Rotjacken-Sieg.

KAC-PUS (28.12.2023)KAC-PUS (28.12.2023)

Das letzte Duell:

Der EC-KAC und der HC Pustertal standen sich zuletzt am 28. Dezember in Klagenfurt gegenüber, vor 4.174 Fans in der Heidi Horten-Arena setzten sich die Rotjacken mit 2:0 durch und schoben sich damit auf den damaligen zweiten Tabellenplatz. Der Rekordmeister wies in dieser Begegnung in nahezu jeder statistischen Kategorie Vorteile auf, zu seinen Torerfolgen kam er jeweils zur Mitte des ersten und zweiten Abschnitts durch Johannes Bischofberger bei numerischer Unterlegenheit und Raphael Herburger am Rebound. Der EC-KAC verzeichnete mit 21 überproportional viele Abschlüsse aus dem Slot (Saisonschnitt: 15,5), obwohl er nur ein Mal im Powerplay agieren durfte (und dabei keinen Torschuss abgeben konnte). Der HC Pustertal agierte in dieser Partie über weite Strecken mit nur drei Angriffslinien, wodurch gleich vier Feldspieler im Lineup zu Time-on-Ice-Werten jenseits der 23-Minuten-Marke kamen. Die Rotjacken investierten viel für den Sieg, blockten gleich 14 Torschussversuche der Südtiroler und hatten in Thomas Hundertpfund, der 76,9 Prozent seiner Faceoffs gewann, sowie Sebastian Dahm, der sämtliche 24 Schüsse auf seinen Kasten parierte, ihre herausragenden Akteure.

Spielbericht: „Mit Shutout zu Tabellenplatz zwei“ (kac.at, 28.12.2023)