Die erste KAC-Möglichkeit leitete Filip Simovic mit einem Schlenzer ein, den Goalie Jake Hildebrand prallen lassen musste, Simeon Schwinger driftete mit dem Rebound nach links, verfehlte dann aber den Kasten (2.). Bei einem gezogenen Pföderl-Wristshot aus dem hohen Slot packte Sebastian Dahm zu, sein Gegenüber schloss im letzten Moment die Beine, als Thomas Hundertpfund den Crease entlang kreuzte und nach Haken auf die Rückhand abschloss (jeweils 5.). Bei einem „Zwei-gegen-Eins“-Konter der Eisbären stocherte van Ee den Querpass weg (9.), als Liam Kirk nach einem rot-weißen Turnover einen satten Schlagschuss aus dem Zentrum abfeuerte, flog die Scheibe nur hauchdünn neben das Gehäuse (13.). Ein erstes Klagenfurter Überzahlspiel blieb zu wenig zwingend, dann setzte Finn van Ee von der rechten Halfwall aus per scharfem Diagonalpass David Waschnig in Szene, der jedoch knapp über den Puck wischte (18.). Bei einem Hundertpfund-Onetimer aus halblinker Position war Hildebrand mit der Stockhand zur Stelle, in der letzten Minute des ersten Abschnitts ging Berlin dann in Führung: Aus einem doppelten Zweikampf an der Seitenbande sprang das Spielgerät an das hintere Ende des linken Anspielkreises, von wo aus Eric Hördler traf (20.).
Die Rotjacken glichen früh im zweiten Durchgang aus: Thimo Nickl spielte aus dem rechten Rückraum einen famosen Diagonalpass, den Nick Petersen am linken Faceoff-Punkt direkt übernahm und in die Maschen zimmerte (24.). Im zweiten Überzahlspiel für Klagenfurt wischte Mathias From im Slot nach gutem Haken über die Scheibe (25.), wenig später verwertete er aus nahezu identer Position: Von Blaine Byrons Schlittschuh war der Puck zwischen die Hashmarks gesprungen, der Däne klopfte ihn in die von ihm aus linke Kreuzecke (29.). Nach nur neun Sekunden ihres ersten Powerplays des Abends glichen die Gäste aus Deutschland aus: Leonhard Pföderl schritt diagonal durch den rechten Anspielkreis, seinen ersten Versuch vermochte Sebastian Dahm zu parieren, beim Nachschuss war er jedoch machtlos (33.). Die Eisbären blieben mit einem Mann mehr am Eis und brandgefährlich: Gleich zwei Mal zeichnete sich der KAC-Goalie mit der Schulter gegen den halbrechts freien Andreas Eder aus (35.). Doch auch die Hausherren konvertierten dann ein Powerplay in einen Treffer: Jesper Jensen Aabo spielte steil an die Grundlinie, Mario Kempe bediente Luka Gomboc an den linken Hashmarks und dieser ließ seinen Handgelenksschuss in den Maschen zappeln (37.). In der finalen Minute des zweiten Durchgangs hatte Liam Kirk den dritten Berliner-Treffer am Stock, Jensen Aabo warf sich aber stark in den Schuss aus dem Zentrum und blockte.
Der deutsche Meister nahm ein volles Powerplay mit in den dritten Durchgang und hatte dort zwei dicke Gelegenheiten: Als Clemens Unterweger in einen gefährlichen Querpass hechtete, lenkte er die Scheibe an Dahms Schoner ab (41.), Liam Kirk hatte am langen Pfosten schon das halbleere Gehäuse vor sich, streifte mit seinem Schuss er aus spitzem Winkel jedoch nur die Stange (42.). Die nächste Großchance für die Eisbären fand der zentral vorstoßende Pföderl vor, der Sebastian Dahm bereits ausgetanzt zu haben schien, doch der Däne drückte noch einmal nach und brachte seinen Beinschoner in den Weg (48.). Im Konter der Rotjacken driftete Mathias From nach Linksaußen und schlenzte dann scharf, der Puck sprang von der kurzen Innenstange in das Spielfeld zurück (48.). Markus Vikingstad fand im Getümmel am Torraum keinen Weg, die Scheibe über die Linie zu schieben (53.), auf der Gegenseite scheiterte der aufgerückte Clemens Unterweger am Versuch, Hildebrand zu tunneln (54.). Auch im „Eins-gegen-Eins“ gegen Gomboc aus ganz ähnlicher Position blieb der Berliner Schlussmann Sieger und hielt sein Team dadurch im Spiel (56.). Die größte Chance auf den Ausgleichstreffer, ein Onetimer von Kirk aus dem Slot, wurde geblockt (59.), sodass die Heidi Horten-Arena endgültig in einem für diese Jahreszeit außergewöhnlichen Jubelmeer versank.
Post Game-Kommentar von Head Coach Kirk Furey:
„Wir haben heute dort fortgesetzt, wo wir gegen Sparta Prague am Donnerstag aufgehört haben. Die Jungs waren mit viel Hingabe bei der Sache und haben die Änderungen in unserem Spiel, über die wir gesprochen haben, sehr gut umgesetzt. Die Eisbären sind in der Offensive ein explosives Team, sie sind schwer zu bändigen, aber das ist uns heute gelungen. Große Anerkennung an unsere Defensivabteilung, die den Laden dichtgehalten hat, an die Offensive, die hinten mitgeholfen und vorne verwertet hat. Wir haben darüber gesprochen, im Angriff direkter und zielgerichteter zu agieren, das ist gut aufgegangen, vielleicht nicht im ersten, aber sicher ab dem zweiten Drittel. Das Powerplay hat angeschrieben, das Penalty Killing war gut, eine tolle, geschlossene Mannschaftsleistung, die mit einem verdienten Erfolgserlebnis belohnt wurde. Wir können heute sehr viel Positives mitnehmen.“

