Mit einer Willensleistung und auf den Schultern von Goalie Sebastian Dahm und Dreifach-Torschütze Mathias From verwandelten die Rotjacken im Heimspiel gegen Villach einen Rückstand nach 40 Minuten noch in einen 4:1-Erfolg.

Die Anfangsphase blieb beiderseits ohne gefährliche Torszenen, etwas mehr Nachdruck entwickelten dann zunächst die Gäste aus Villach: Innerhalb eines Shifts jagte Guus van Nes eine Direktabnahme aus dem hohen Slot flach am Kasten vorbei, Nick Hutchison scheiterte mit einem Wraparound auf die Vorhand und verfehlte den zu ihm zurückspringenden Puck beim Versuch in Baseball-Manier (jeweils 8.). Bei den Rotjacken zog Mathias From mit einem Doppelhaken zentral durch die Angriffszone, der fällige Foul-Pfiff der Schiedsrichter blieb aus (9.). Van Nes spielte tief vom linken Flügel aus einen Querpass, den Hutchison am langen Pfosten zurück zum Crease abtropfen ließ, wo dem einschussbereiten Steven Strong jedoch der Schläger blockiert wurde (10.). Im ersten rot-weißen Powerplay kam Finn van Ee zur aussichtsreichsten Gelegenheit, sein Drehschuss von den linken Hashmarks aus wurde aber ebenso geblockt wie zwei Versuche von Thomas Hundertpfund aus dem hohen Slot (jeweils 13.). Spät im ersten Durchgang agierten die Klagenfurter noch einmal bei numerischer Überlegenheit: Matt Frasers Onetimer aus dem Slot parierte Goalie Joe Cannata mit der Fanghand (19.), Thimo Nickl spielte aus dem rechten Rückraum einen Schusspass, den Thomas Hundertpfund am Torraum mit der Schlägerschaufel verlängerte, Villachs Schlussmann machte sich erfolgreich breit (20.).

Im zweiten Durchgang war Sebastian Dahm bei einem van Nes-Schlenzer mit der Schulter zur Stelle (21.), auf der Gegenseite wischte David Waschnig am Torraum über einen From-Querpass (22.). Im „Drei-gegen-Zwei“-Konter Klagenfurts kam der finale Querpass nicht an, einen Preiml-Blueliner tippte Daniel Obersteiner vor dem Kasten, Joe Cannata schloss die Beine (jeweils 24.). Dann ging der EC VSV in Führung: Felix Maxa setzte sich im Kampf an der rechten Halfwall durch und schleuderte den Puck auf das Tor, dort touchierte er das Bein von Nick Hutchison und kullerte über die Linie (26.). Bei einem „Zwei-gegen-Eins“-Angriff der Adler schloss Nikita Scherbak selbst ab, Dahm wehrte mit dem Catcher stark ab (27.). Ein Nickl-Schlagschuss aus der Distanz wurde von einem Gegenspieler über das Tor abgelenkt (30.), danach ergaben sich im dritten Überzahlspiel für den EC-KAC keine konkreten Möglichkeiten. Elias Wallenta hatte nach rot-weißem Turnover sogar die Chance auf den Shorthander, verlor aber den Halt und konnte so keinen zielgerichteten Schuss mehr abgeben (34.). Als Villach die Scheibe in der neutralen Zone stoppte und sie in den Lauf Scherbaks getippt wurde, kam dieser zum Solo, bei dem er noch so behindert wurde, dass er einen Penalty Shot zugesprochen bekam. Der Russe schloss diesen mit der Vorhand ab, Sebastian Dahm packte mit dem Catcher zu (36.). Nach einem Block von Mathias From eröffnete sich eine „Zwei-auf-Eins“-Möglichkeit, der Querpass auf Thimo Nickl wurde aber noch von Alex Wall abgelenkt (37.). Ein weiterer KAC-Scheibenverlust in der eigenen Zone ermöglichte Villach noch vor der zweiten Pause eine gefährliche Möglichkeit: Hutchison traf beim Onetimer-Versuch nach van Nes-Zuspiel den Puck aber nicht richtig (38.).

Der dritte Akt im Kärntner Derby wurde dann zur Galavorstellung von Mathias From: Jesper Jensen Aabo stoppte einen Preiml-Rim an der linken Halfwall und tippte den Puck zu seinem dänischen Landsmann an die Grundlinie, From setzte einen weiten Haken auf die Vorhand und schob den Puck über die Linie (42.). Exakt zweieinhalb Minuten später drehte er das Score gänzlich: Thomas Hundertpfund überließ ihm die Scheibe an der eigenen blauen Linie, Mathias From schüttelte alle ihm begegnenden Gegenspieler ab oder ließ sie aussteigen, am Ende driftete er im hohen Slot nach halbrechts und schoss mit der Vorhand halbhoch ein (44.). Die Rotjacken blieben am Drücker: Clemens Unterweger suchte aus dem rechten Faceoff-Kreis die Schaufel von Luka Gomboc, dessen Abfälscher aus der Nahdistanz aber nur am Goalie landete (46.). Mario Kempe passte von der verlängerten Torlinie aus und aus der Drehung diagonal zurück, From traf das Spielgerät am langen Pfosten nicht richtig, gleich erging es im Slot auch Hundertpfund nach Schwinger-Zuspiel (jeweils 49.). Der EC VSV setzte zum Gegenangriff an, im “Zwei-auf-Eins“ verhinderte Clemens Unterweger jedoch den letzten Querpass, ein Onetimer von Wallenta aus halblinker Position zischte flach an der langen Ecke vorbei (jeweils 49.). Ein starker MacPherson-Steilpass von der blauen Linie aus landete vor dem Torraum beim freien Adam Helewka, der allerdings von Sebastian Dahm verneint wurde (52.). Im ersten und einzigen Powerplay für Villach zog Lindner aus der Distanz ab, der KAC-Goalie parierte mit der Schulter und Scherbak schob den Rebound im Fallen hauchdünn am Gehäuse vorbei (53.). Mathias From fehlte am Ende eines Sololaufs der Platz, Cannata parierte mit dem Pad (55.), auf der Gegenseite querte Nikita Scherbak im Slot, Thimo Nickl hechtete in seinen Schuss und blockte (57.). Die Gäste aus der Draustadt ersetzten ihren Schlussmann dann durch einen sechsten Feldspieler, was die Rotjacken zu zwei Empty Net-Treffern und damit zur Entscheidung nutzten: Zuerst schnitt Mathias From über links kommend in Richtung Mitte und traf aus dem Rückraum (59.), dann war Thomas Hundertpfund von der linken Halfwall der eigenen Zone aus erfolgreich (60.). Den unschönen Abschluss des 361. Kärntner Derbys bildete ein Stockschlag Lindners auf die Hand von Mario Kempe, der nach Videoüberprüfung mit einer Fünf-Minuten-Strafe plus Spieldauer-Disziplinarstrafe sanktioniert wurde (60.).

Post Game-Kommentar von Assistant Coach David Fischer:

„Mir hat unser Start gefallen, der erste Abschnitt war aber sehr eng und ausgeglichen, Villach kam, um zu spielen, war voll bereit. Unsere Powerplays sahen nicht schlecht aus, brachten aber keinen Treffer. Das zweite Drittel haben wir gut begonnen, dann übernahm der VSV das Kommando: Sie kamen zu gefährlichen Kontern, ihr Forecheck hat funktioniert, wir hingegen wirkten etwas müde und schaumgebremst. Aber wir haben dann wieder ein sehr gutes drittes Drittel auf das Eis gebracht. Auch wenn unsere Mannschaft zurückhaltend agiert, unsicher wird, wir bringen in den Zweikämpfen immer noch Elan, wir arbeiten uns aus solchen Situationen heraus, das gelang uns heuer schon mehrfach. Das ist ein sehr guter Indikator für die Fitness unseres Teams, sowohl körperlich als auch mental. Unser dritter Abschnitt war hervorragend und unser Junge, Mathias From, hat eine legendäre Vorstellung abgeliefert, die in die Derby-Geschichte eingeht. Ich bin begeistert, dass wir dieses Spiel gewonnen haben, jetzt machen wir einen Tag Pause und dann wartet eine große und wichtige Woche.“

ICE Hockey League, 25. Runde
30. November 2025 / 17:30 Uhr
Heidi Horten-Arena, Klagenfurt, AUT, 4.402 Zuschauer
ICE
EC-KAC
4
:
1
(0:0, 0:1, 4:0)
EC VSV
Schiedsrichter
Huber (AUT), K.Nikolić (AUT)
Aufstellung EC-KAC
Dahm (Vorauer) Unterweger-Nickl, Teves-Maier, Jensen Aabo-Preiml, Sablattnig Herburger-Hundertpfund-Schwinger, Waschnig-Kempe-From, Fraser-van Ee-Gomboc, Lam-Obersteiner-Hochegger
Fehlende Spieler
Murray, Petersen, Muršak (alle verletzt)
Torfolge
0:1 Nick Hutchison (25:08/Felix Maxa, Steven Strong) 1:1 Mathias From (41:01/Jesper Jensen Aabo, Maximilian Preiml) 2:1 Mathias From (43:31/Thomas Hundertpfund, Josh Teves) 3:1 Mathias From (58:33/Matt Fraser, Thimo Nickl/EN) 4:1 Thomas Hundertpfund (59:26/Jesper Jensen Aabo/EN)