Trotz acht fehlenden Stammspielern und zwischenzeitlichem Zwei-Tore-Rückstand konnte der EC-KAC am Sonntagabend sein Auswärtsspiel in Linz mit 5:3 gewinnen und sich damit als erstes Team in der Liga für die Playoffs 2026 qualifizieren.

Erste Halbchancen der Gastgeber machte Sebastian Dahm zunichte: Luka Maver war über rechts entlang der Grundlinie gezogen (3.), Brian Lebler hatte vom hinteren Ende des rechten Anspielkreises aus abgezogen (4.). In Führung gingen die Black Wings nach 20 Sekunden in ihrem ersten Powerplay nicht ganz unglücklich: Graham Knotts Flip-Pass aus der linken Rundung sprang Ken Ograjenšek an den rechten Hashmarks zunächst noch weg, er schlenzte den Puck dennoch aufs Tor und dieser schlug, von Simeon Schwingers Schlittschuh unhaltbar abgelenkt, in der kurzen Kreuzecke ein (9.). Der Vorlagengeber schob sich in seinem nächsten Shift von hinter dem Kasten aus an der kurzen Stange vorbei vor diesen, Dahm machte die Ecke aber gut zu (12.). Dann kamen die Rotjacken offensiv besser in die Gänge: Finn van Ee wischte vor dem Torraum bei einem aufgeknieten Onetimer über das Spielgerät (14.). Jan Muršak erlief die Scheibe am rechten Flügel und eröffnete damit ein „Zwei-gegen-Eins“, obwohl sein Querpass noch leicht abgefälscht wurde, kam Simeon Schwinger halblinks zum Abschluss, der Puck zischte nur um Zentimeter an der langen Ecke vorbei (15.). Wenig später tippte Nick Petersen aus dem linken Rückraum in den Diagonallauf von Johannes Dobrovolny, dessen Rückhandabschluss landete jedoch nur am Beinschoner von Goalie Rasmus Tirronen (17.). Von ebendiesem aus sprang auch ein mächtiger Schlagschuss von van Ee vor den Kasten zurück, wo der einschussbereite Matt Fraser von St-Amant gelegt wurde (19.), was den Klagenfurtern ihr erstes, sich über die Drittelpause ziehendes Überzahlspiel bescherte.

Dieses brachte nichts ein, bildete aber die Ouvertüre zu einem wilden Mittelabschnitt. Ein Preiml-Schlagschuss aus der Distanz wurde von Daniel Obersteiner am Torraum an der langen Ecke vorbei abgefälscht (22.), dann hielt Graham Knott ganz rechts auf der Seite mit dem langen Schläger stark die offensive blaue Linie: Der Kanadier ging steil, überlief seinen Gegenspieler auf der Außenbahn und schnitt nach innen, ehe er zum krönenden Abschluss seiner Einzelaktion auch noch Sebastian Dahm überwand (24.). Weil Mathias From von St-Amant beim Versuch, Knott am Weg zum Treffer zu stoppen, behindert wurde und sich lautstark beschwerte, fasste er zwei Strafminuten aus, im folgenden Black Wings-Powerplay trafen aber die Klagenfurter: Kristler brach bei einem Pass der Schläger, Daniel Obersteiner leitete den „Drei-auf-Eins“-Gegenstoß ein, an dessen Ende Mario Kempe quer zu Clemens Unterweger passte, der flach einschob (26.). Nur 45 Sekunden später glich der EC-KAC aus: Einen aus dem eigenen Verteidigungsdrittel rutschenden Puck nahm an der offensiven blauen Linie Matt Fraser auf, er ging im „Zwei-gegen-Eins“ diagonal zum Tor und versenkte die Scheibe mit einem harten Schlenzer vom rechten Faceoff-Punkt aus hoch in der kurzen Ecke (27.). Jan Muršak blieb nach Waschnig-Pass am Torraum an den Beinschonern von Tirronen hängen (30.), gegen den über die linke Seite flach zum Gehäuse ziehenden Roe war Sebastian Dahm zur Stelle (31.). Im nächsten Unterzahlspiel für Klagenfurt schrammte Obersteiner nach Herburger-Puckeroberung nur knapp am zweiten Shorthanded Goal für den EC-KAC vorbei, auf der Gegenseite schloss Knott nach tiefem Querpass aus spitzem Winkel zu zentral ab (jeweils 32.). Nachdem Sebastian Dahm das Pusnik-Finish eines Odd Man Rushes verneint hatte (34.), musste er doch ein drittes Mal hinter sich greifen: In einer chaotischen Situation mit Schlägerverlust eines Klagenfurters und Zusammenstoß zweier Rotjacken behielt Brian Lebler die Übersicht und passte von halbrechts aus vor den Crease, wo Logan Roe ins halbleere Tor abtropfen ließ – 3:2 (36.). Die Kärntner drehten in den Minuten bis zur zweiten Pause aber richtig auf: Mathias From jagte einen Snapshot aus dem Lauf hauchdünn über die Querlatte, Jan Muršak scheiterte nach famosem Petersen-Steilpass an Tirronen, wurde dabei aber noch regelwidrig behindert (jeweils 37.). Sein daraus resultierendes zweites Überzahlspiel des Abends konvertierte der EC-KAC in den neuerlichen Ausgleichstreffer: Muršak passte aus dem rechten Anspielkreis scharf zur Mitte und Raphael Herburger positionierte seine Schlägerschaufel genau so, dass der Puck unter der Querlatte landete (39.).

Auf den spektakulären zweiten Durchgang folgte ein weniger rasanter dritter, in dem sich die Gäste aber endgültig als die offensiv zielgerichtetere der beiden Mannschaften positionieren konnten. Nick Petersen kam mit einem Doppelhaken bis vor den Kasten, wo er an Tirronen scheiterte, sein Team blieb aber im Puckbesitz und im Angriffsdrittel: Simeon Schwinger passte hinter dem Gehäuse quer, Finn van Ee brachte von der Grundlinie aus ein Zuspiel an den Torraum an, wo der Kanadier nun erfolgreich war und für die erstmalige KAC-Führung sorgte (47.). Bei Linz verpasste Lebler am langen Pfosten einen Collins-Pass (48.), Knott driftete aus der Tiefe bis zurück in den hohen Slot und schlenzte durch den Verkehr, die Scheibe segelte über das Ziel (49.). Die Rotjacken drängten auf die Vorentscheidung und kamen zu zwei tiefen „Zwei-gegen-Eins“-Möglichkeiten: Bei der ersten erfolgte Waschnigs Querpass auf From etwas zu spät, bei der zweiten brachte Muršak den Puck nach Petersen-Zuspiel gut aufs Tor, allerdings rettete die Stange für den Linzer Goalie (jeweils 53.). Ein Auvitu-Fernschuss blieb vor dem Crease hängen, Romig klopfte mit der Rückhand drauf, doch Dahm fuhr seinen Schoner aus (58.). Die Oberösterreicher rannten mit sechs Mann an: Lebler hielt die Zone und passte quer in den hohen Slot zu Ograjenšek, der freie Bahn hatte, aber den Schlagschuss wählte. Diesen parierte der KAC-Goalie mit dem Pad, Nick Petersen sicherte sich den Rebound und steckte diesen in die neutrale Zone zu Jan Muršak weiter, der die Scheibe über das halbe Spielfeld hinweg ins Tor setze und seine Mannschaft damit endgültig zum Sieg und damit in die Playoffs 2026 schoss (60.).

Post Game-Kommentar von Head Coach Kirk Furey:

„Linz hat uns im ersten Drittel zeitweise unter Druck gesetzt, unsere Vorstellung war dennoch recht in Ordnung und wir kamen auch zu unseren Möglichkeiten. Nach dem 0:2 hatten wir in der einen oder anderen Situation das Glück auf unserer Seite, zum Beispiel beim Schlägerbruch, der das Shorthanded Goal einleitete. Im zweiten Drittel ging es insgesamt wild hin und her, wir schafften es aber, über weite Strecken bei dem zu bleiben, was wir uns vorgenommen hatten. Mit Fortdauer der Partie wurde sichtbarer, dass wir an diesem Abend die frischeren Beine hatten, ich denke, dass es letztlich das zu leistende Energielevel war, das den Unterschied ausmachte. Die jungen Spieler waren solide, wir erhielten im zweiten und dritten Drittel aber vor allem enormes Leadership von unseren Führungsspielern, die die richtigen Plays gemacht und die Tore erzielt oder, im Fall von Sebastian Dahm, Gegentreffer verhindert haben. Wir sind aktuell eine Mannschaft, die sich in engen Partien sehr wohlfühlt, die diese One-Goal-Games gut meistert. Das ist eine Qualität, von der wir heuer noch profitieren werden, wie ich glaube. Ich könnte nicht glücklicher darüber sein, dass es unsere Truppe unter Mithilfe des Teams hinter und um die Mannschaft geschafft hat, heute das erste Etappenziel in Form der Playoff-Qualifikation zu erreichen. In meinen Augen hoch verdient, ebenso wie der freie Tag morgen. Wir gehen jetzt aber nicht vom Gas, wir haben ein wichtiges Spiel am Mittwoch und werden weitermarschieren.“

ICE Hockey League, 41. Runde
18. Jänner 2026 / 17:30 Uhr
Linz AG Eisarena, Linz, AUT, 4.448 Zuschauer
ICE
Black Wings Linz
3
:
5
(1:0, 2:3, 0:2)
EC-KAC
Schiedsrichter
Siegel (AUT), Sternat (AUT)
Aufstellung EC-KAC
Dahm (Vorauer) Sablattnig-Preiml, Unterweger-Simovic, Böhs-Nickl, Leitner Schwinger-Muršak-Petersen, Waschnig-Kempe-From, Fraser-van Ee-Herburger, Dobrovolny-Obersteiner
Fehlende Spieler
Teves, Maier, Jensen Aabo, Murray, Lam, Hundertpfund, Gomboc (alle verletzt), Hochegger (krank)
Torfolge
1:0 Ken Ograjenšek (08:30/Graham Knott, Yohann Auvitu/PP1) 2:0 Graham Knott (23:38) 2:1 Clemens Unterweger (25:19/Mario Kempe, Daniel Obersteiner/SH1) 2:2 Matt Fraser (26:04/Sebastian Dahm) 3:2 Logan Roe (35:31/Brian Lebler, Ken Ograjenšek) 3:3 Raphael Herburger (38:43/Jan Muršak, Thimo Nickl/PP1) 3:4 Nick Petersen (46:20/Finn van Ee, Simeon Schwinger) 3:5 Jan Muršak (59:30/Nick Petersen/EN)