In einer zerfahrenen Anfangsphase produzierten beide Teams mehr Icings als konkrete Tormöglichkeiten, erst als Thimo Nickl den flach vor das Tor ziehenden Manuel Ganahl zurückhielt und die 99ers zu ihrem ersten Powerplay kamen, erhielt die Begegnung Struktur. Die Rotjacken verteidigten sich gegen das statistisch beste Überzahlspiel der Liga gut, die beiden besten Gelegenheiten, Schüsse bei freier Bahn vom rechten (5.) und linken Anspielpunkt aus (6.), abgegeben jeweils von Chris Collins, waren bei Sebastian Dahm gut aufgehoben. Der EC-KAC verwertete danach seine erste Torchance der Partie in den Führungstreffer: Ein Unterweger-Schlenzer sprang von der Bande aus in Richtung Außenseite des Kastens, Nolan Moyle gab der Scheibe noch eine entscheidende Richtungsänderung mit, sodass diese vor dem Crease bei Simeon Schwinger landete, der trocken verwertete (8.). Nach einem Grazer Turnover bediente der jüngste KAC-Neuzugang rechts in der Tiefe Mathias From, der jedoch an der langen Ecke vorbei abschloss (9.). Nach einem Petersen-Distanzschuss wurde Simeon Schwinger im letzten Moment am Verwerten des aussichtsreichen Rebounds gehindert (11.), danach blieb das erste Klagenfurter Überzahlspiel zu uninspiriert. Bei den Steirern steckte Currie im rechten Rückraum auf Kevin Conley durch, der zielte aus dem Faceoff-Kreis hoch auf die kurze Ecke, wurde dort jedoch von Dahm verneint (14.). Als Manuel Ganahl im Konter auf der rechten Seite verzögerte und dann den links nachstoßenden Frank Hora inszenierte, scheiterte auch dieser am dänischen Schlussmann (17.). Die letzte gute Gelegenheit im Startdrittel gehörte wieder den Rotjacken: Von der verlängerten Torlinie aus fand Finn van Ee den in den Slot eingedrungenen Clemens Unterweger, der seinen Vorhandschuss aber knapp und halbhoch an der langen Ecke vorbei platzierte (19.).
Den zweiten Durchgang eröffnete eine gute Gelegenheit für Paul Huber, der rechts aus der Tiefe abzog und bereits jubelte, sein Schusspass ging aber um Zentimeter an der langen Stange vorbei, wo ihn zudem auch der einkehrbereite Lukas Haudum knapp verpasste (21.). Ein Roy-Schlagschuss aus der Halbdistanz zischte über die lange Kreuzecke (23.), dann griff der EC-KAC „Zwei-gegen-Zwei“ an: Jan Muršak schoss aus halbrechter Position, Maxime Lagacé parierte mit dem Pad, der Rebound prallte von einem Abwehrspieler wieder in Richtung des halbleeren Gehäuses, doch der Grazer Schlussmann sprang dazwischen und blockierte das Spielgerät noch (25.). Als Lukas Haudum von der neutralen Zone aus steil ging, sprang der Puck über die Schaufel von Josh Teves, sodass sich ein tiefes Solo für den 99ers-Mittelstürmer ergab, seinen Abschluss lenkte Sebstian Dahm aber mit seinem Arm noch neben den Pfosten ab (31.). Bei einem tiefen „Zwei-auf-Zwei“ passte Roy zurück zum nachstoßenden Hora, dessen Schuss aus dem Zentrum allerdings noch geblockt wurde (34.). Weil dann Tobias Sablattig und Daniel Obersteiner im Angriffsdrittel gut forecheckten, versuchte Kevin Roy einen Rückhand-Diagonalpass aus der linken Rundung seiner Zone, die Scheibe landete im hohen Slot bei Josh Teves, der mit einem Haken nach halblinks driftete und mit der Vorhand schlenzte, der Puck sprang von einer Stange auf die andere und dann über die Linie (37.). Spät im Mitteldrittel tauchte halblinks Marcus Vela in guter Position auf, sein Wristshot wurde von David Maier noch abgelenkt, den zum Grazer Stürmer zurückspringenden Abpraller beförderte Dahm mit einem Poke Check aus der Gefahrenzone (40.).
Ein fast zweiminütiges in den dritten Abschnitt mitgenommenes Unterzahlspiel organisierten die Klagenfurter gut, danach parierte Sebastian Dahm eine Hora-Direktabnahme von rechts (44.). Im nächsten 99ers-Angriff legte der US-Amerikaner im Rückraum quer, Marcus Vela hatte am hinteren Ende des linken Faceoff-Kreises Zeit, so lange zu warten, bis Currie den Screen gestellt hatte – er verkürzte das Score und beendete damit eine insgesamt knapp 184 Minuten lange Gegentorsperre der Rotjacken (44.). Kevin Conley schoss aus aussichtsreicher Position knapp an der langen Ecke vorbei, auf der Gegenseite wühlte sich Matt Fraser von links aus auf der Rückhandseite bis vor den Torraum, bekam dann aber keine Höhe mehr auf seinen Schuss, sodass Lagacé mit dem Pad abwehren konnte (jeweils 47.). Der Goalie blieb auch gegen Simeon Schwinger Sieger, für den Nick Petersen an den rechten Hashmarks hatte abtropfen lassen (49.). Mit einigem Pech kassierten die Klagenfurter wenig später den Ausgleich: Jordan Murray hatte seinen Stock verloren, Sebastian Dahm den Puck vermeintlich am Außennetz fixiert, Chris Collins grub ihn aber aus und profitierte beim Wraparound von diesen beiden Begünstigungen – 2:2 (52.). Nach From-Querpass wurde Mario Kempe beim Onetimer-Versuch rechts in der Tiefe der Schläger blockiert (55.), sodass auch der nächste Treffer auf das Konto der Gastgeber ging: Lukas Haudum behauptete sich im Zweikampf hinter dem KAC-Tor und bediente von hinter der Grundlinie aus den heranstürmenden Kevin Conley, der aus kurzer Distanz per Onetimer auf 3:2 stellte (55.). Nachdem Sebastian Dahm ein Breakaway von Paul Huber gestoppt hatte (57.), kamen die Rotjacken gut drei Minuten vor dem Ende noch zu einem späten Powerplay, in dem sie aber weder bei einfacher noch später bei gezogenem Goalie und damit doppelter numerischer Überlegenheit gefährlich genug wurden. Der von der Strafbank zurückkehrende Frank Hora überraschte in der Schlussminute Josh Teves von hinten, die daraus resultierende Scheibeneroberung vollendete Josh Currie mit einem Emtpy Net-Treffer aus der neutralen Zone. Nach einem kolossalen Comeback im dritten Abschnitt gingen die Graz99ers zum dritten Mal in dieser Saison siegreich aus einem Duell mit dem EC-KAC hervor und verkürzten ihren Rückstand auf die Klagenfurter im Ranking auf einen Punkt.
Post Game-Kommentar von Head Coach Kirk Furey:
„Wir haben im ersten Drittel das Momentum von Graz auf unsere Seite gezogen und waren dann im zweiten Abschnitt ziemlich gut und vor allem stabil. Die 99ers haben im dritten Durchgang einen Push gesetzt, von dem wir wussten, dass er kommt. Sie konnten ihre Chancen verwerten und das Spiel gewinnen. Wir sind mit diesem Ergebnis nicht zufrieden, werden es aber schnell aus unseren Köpfen bekommen. Die heutige Partie war wie jene am Freitag von playoffartiger Intensität gekennzeichnet, gegen Ljubljana ging es gut für uns aus, heute gegen Graz nicht. In den kommenden zwei Wochen bis zum Viertelfinalstart werden wir daran arbeiten, solche Spiele öfter als nicht für uns zu entscheiden.“


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