Den Rotjacken war anfangs die fast dreiwöchige Spielpause anzumerken, zu konkreten Möglichkeiten kamen zunächst nur die Gäste aus Slowenien: Nachdem die Scheibe zu ihm durchgesteckt worden war, schnitt Marcel Mahkovec über halbrechts flach zum Tor, Sebastian Dahm parierte seinen Vorhandversuch (3.). Bei numerischer Unterlegenheit spritzte Žiga Pance in einen KAC-Wechselvorgang, er zog über links diagonal und frei zum Kasten, chippte den Puck mit der Rückhand aber nur an die Oberkante der Querlatte (6.). Im rot-weißen Powerplay traf Mario Kempe nach feinem van Ee-Pass beim Onetimer den Puck nicht richtig (6.). Ein MacWilliam-Schlenzer aus dem linken Rückraum wurde am Torraum von einem Schlittschuh um Zentimeter an der Stange vorbei abgefälscht (10.), gleich erging es auf der Gegenseite einem tiefen Muršak-Querpass durch den Torraum (12.). Der Mittelstürmer zog noch im gleichen Shift aus dem zentralen hohen Slot ab, Simeon Schwinger lenkte die Scheibe mit seinem Schläger über das Ziel ab (13.). In der Schlussphase des ersten Drittels erhöhten die Rotjacken die Schlagzahl in der Offensive: Finn van Ee schob sich mit Körpereinsatz hinter seinem letzten Gegenspieler vorbei, brachte dann vor Goalie Luka Kolin in Bedrängnis aber keinen Schuss mehr an (19.). Einen starken Murray-Pass aus der linken Rundung übernahm Matt Fraser am Torraum direkt, er traf das Spielgerät allerdings nicht voll, sodass es vom Torhüter unter seinem Beinschoner eingeklemmt werden konnte (20.).
In einem in den zweiten Abschnitt mitgenommenen Powerplay scheiterte Petersen an Kolin, Herburger schaufelte den Puck aus aussichtsreicher Position im Fallen über den Kasten (jeweils 21.). Es folgte eine chaotische Phase mit vier KAC-Hinausstellungen innerhalb von knapp 13 Spielminuten: Einen scharfen Drozg-Schlenzer aus halblinker Position im Slot parierte Sebastian Dahm in Etappen (24.), bei einem „Vier-gegen-Zwei“-Angriff Olimpijas zögerte Nicolai Meyer links vor dem Torraum lange, als er dann flach schoss, fälschte Thimo Nickl den Puck noch an der langen Ecke vorbei ab (30.). Dazwischen, in einer der wenigen “Fünf-gegen-Fünf“-Sequenzen dieser Phase, hatte der Klagenfurter Verteidiger im linken Anspielkreis viel Zeit und Platz, seinen Schuss wehrte Kolin ab, der Goalie blieb auch bei Frasers Rebound aus kurzer Distanz Sieger (28.). Die Rotjacken überstanden die acht Unterzahlminuten mit in Summe 14 Befreiungen unbeschadet, danach kamen sie selbst zu einer goldenen Möglichkeit auf den ersten Treffer: Nick Petersen überlief in der neutralen Zone Jan Ćosić und kam so zu einer Solo-Chance, er setzte seinen Abschluss mit der Vorhand aber neben das Gehäuse (37.). Blaž Gregorc ging im „Zwei-gegen-Eins“ bis an die Grundlinie und passte dann zum nachstoßenden Alex Petan zurück, der den Puck von zwischen den Hashmarks aus an die Kreuzecklatte knallte (37.). Im direkten Gegenzug passte Nolan Moyle ebenso von der verlängerten Torlinie aus mit der Rückhand quer, Mario Kempe drückte vor dem langen Pfosten ab, Luka Kolin verschob aber sehr stark seitwärts und kickte die Scheibe mit dem Skate weg (38.).
Im dritten Durchgang passte Moyle von hinter dem Tor aus an den Torraum zu Matt Fraser, ein slowenischer Verteidiger bekam im letzten Moment seinen Schlittschuh dazwischen (42.). Im fünften Powerplay des Abends für die Gäste zog T. J. Brennan aus dem hohen Slot ab, Sebastian Dahm war aber wie bei mehreren Schüssen aus der Halbdistanz in dieser Phase auf dem Posten (46.). Als Pance vor dem halbleeren Tor noch einmal querlegte, rettete Tobias Sablattnig (50.), bei einem „Drei-auf-Zwei“ für Klagenfurt fiel Schwingers Querpass auf Petersen zu ungenau aus (51.). Dann räumte Nathanael Halbert Sebastian Dahm ab, Jordan Murray stellte ihn und ging als klarer Sieger aus dm spektakulären Faustkampf hervor (52.). Durch einen MacWilliam-Ausschluss wenig später ergab sich für die Rotjacken eine „Fünf-gegen-Drei“-Überzahlmöglichkeit, die sie schließlich auch zum ersehnten Führungstreffer nutzen konnten: Mathias From jagte aus halbrechter Position im Rückraum einen seiner scharfen Wristshots via Stange in die Maschen, Finn van Ee hatte den guten Screen gestellt (53.). Nachdem bei einem Odd Man Rush der Querpass von Nolan Moyle hängengeblieben war (55.), setzte Ljubljana in der Schlussphase alles auf eine Karte und stürmte mit sechs Feldspielern: Josh Teves blockte einen Versuch von Nicolai Meyer, sprintete dem Puck in die linke Ecke der Defensivzone nach und setzte ihn von dort aus über das gesamte Spielfeld hinweg zur Entscheidung in das leere Tor (60.). Die Gäste verloren die Nerven und kassierten in den verbleibenden 35 Spielsekunden noch zahlreiche Strafen, neben Zach Boychuk musste auch sein Trainer Ben Cooper vorzeitig in die Kabine, gleich erging es Jan Muršak und T. J. Brennan, die nicht voneinander lassen konnten, sodass sie von den Linesmen nicht nur vom Eis, sondern sogar durch den Tunnel bis in die Kabinen begleitet wurden (60.). Mit dem 15. Heimsieg der Saison fixierte der EC-KAC das Heimrecht im Playoff-Viertelfinale endgültig.
Post Game-Kommentar von Assistant Coach David Fischer:
„Es sind fast drei Wochen seit unserem letzten Spiel vergangen, wir können heute daher sehr happy mit dem Ergebnis sein, aber auch mit vielen Elementen in unserem Spiel. Der Start war etwas rostig, daher war es vielleicht gut, dass Ljubljana am Mittwoch bereits aus der Pause zurückgekehrt war, so mussten wir das Tempo und die Intensität gleich aufnehmen. Wir hatten anfangs einige schwierige Situationen aufzulösen, aber eine der guten Eigenschaften unseres Teams ist es, schnell Wege zu finden, Intensität und Streitlust aufzubauen und auf das Eis zu bringen. Das haben wir geschafft, auch wenn es insgesamt kein schönes Eishockeyspiel war. Sie haben einige Spieler mit kurzer Zündschnur in ihrem Kader, ich denke, wir haben heute etwas mehr Stil und Klasse bewiesen als der Gegner. Ich mag das Wort verdient im sportlichen Zusammenhang eigentlich nicht, aber heute ist das recht treffend, ich denke, die Partie wurde von der richtigen Mannschaft gewonnen. Ich bin stolz darauf, wie viel Hingabe unsere Jungs heute gezeigt haben, wir konnten unter Beweis stellen, dass wir verschiedene Pfade zum Erfolg finden, heute eben einen über den Kampf. Jetzt schnaufen wir durch und dann freuen wir uns auf das Spiel in Graz am Sonntag“


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