Der EC-KAC liegt in der Playoff-Viertelfinalserie gegen Fehérvár AV19 wieder in Führung, die Rotjacken besiegten die Ungarn am Donnerstagabend nach Anfangsschwierigkeiten deutlich mit 8:3.

Die Rotjacken gingen nach nur 19 gespielten Sekunden in Führung, als sich Simeon Schwinger beim Eintritt über die rechte Seite durchsetzen konnte, nach Doppelpass mit Nick Petersen im Zentrum schob Jan Muršak den Puck über die Linie (1.). In einem vogelwilden Startdrittel dauerte es nicht lange, bis die Gäste zum Ausgleich kamen: Ein Klagenfurter Fehlpass landete im hohen Slot bei János Hári, der in den rechten Anspielkreis ablegte, von wo aus Trevor Cheek per Direktabnahme in die kurze Ecke traf (3.). Der EC-KAC legte wieder vor: Nick Petersen brachte im linken Faceoff-Kreis einen Haken nach außen an und bediente dann mustergültig Simeon Schwinger am Crease, der ohne große Probleme zu seinem 20. Saisontreffer kam (6.). Bei den Ungarn verzog Archibald aus halblinker Position nur knapp, auf Seiten der Klagenfurter fand Daniel Obersteiner aus spitzem Winkel nur das Außennetz (jeweils 9.). Nachdem sich Sebastian Dahm noch die Erdély-Deflection eines Andersen-Fernschusses gesichert hatte (10.), stellte Fehérvár AV19 auf 2:2: Ein für Messner gedachter Cheek-Diagonalpass aus dem rechten Hinterland landete vor dem langen Pfosten bei Archibald, der im ersten Versuch noch am KAC-Goalie scheiterte, dann aber seinen eigenen Rebound ins halbleere Tor schieben konnte (12.). Bei einem Klagenfurter „Drei-auf-Eins“ war der letzte Pass von Preiml zu ungenau (14.), der nächste Angriff endete aber wieder mit einem Torerfolg: Simeon Schwinger behauptete sich im Zweikampf an der Bande, Nick Petersen stocherte den Puck zunächst frei und passte ihn dann von der Grundlinie aus zurück in den halbrechten Slot, von wo aus Jesper Jensen Aabo zur erneuten Führung traf (16.). Mathias From scheiterte in einem Shift zwei Mal denkbar knapp (18.), 70 Sekunden vor der Sirene trafen die Magyaren wieder zum Ausgleich: Von der verlängerten Torlinie aus passte Cheek zu Andersen, dessen Schuss wurde geblockt, die Scheibe landete bei János Hári, der von zwischen den Hashmarks aus auf 3:3 stellte (19.).

Auch den zweiten Durchgang eröffnete ein früher KAC-Treffer, nun nach 24 Sekunden: Nachdem Josh Teves beim Blueliner-Versuch der Schläger gebrochen war, tippte Nick Petersen den Puck auf den rechten Flügel, von wo aus Thimo Nickl einen satten Schlagschuss in die Maschen setzte (21.). Kurz lag ein neuerliches Gleichziehen Székesfehérvárs in der Luft, doch Sebastian Dahm rettete gegen Anže Kuralt bei dessen mit Doppelhaken beschlossenem Sololauf (22.). Stattdessen zogen die Rotjacken nun davon: Mathias From setzte einen Handgelenksschuss aus dem linken Rückraum via Stange ins Tor, erleichtert durch gute Screens von Obersteiner und Kempe (23.). Nachdem Rasmus Reijola mit dem Fänger gegen Jensen Aabo nach „Zwei-auf-Zwei“-Konter zur Stelle war (24.), kam Fehérvár AV19 zu seinem ersten Überzahlspiel des Abends, das die Rotjacken mit sieben Zonenbefreiungen eindrucksvoll unschädlich machen konnten. Später stoppte Max Gerlach eine Flanke an den Torraum gut, nach Haken auf die Rückhand schob er die Scheibe jedoch an der langen Ecke vorbei (28.), auf der Gegenseite landete sie hingegen wieder im Tor: Nach Kempes Rückpass zog Nick Petersen vom hinteren Ende des linken Anspielkreises aus ab, der an sich neben das Ziel segelnde Puck wurde von Tim Campbells Schlittschuh aus in die Maschen abgelenkt (30.). Weil das Spielgerät nach Hári-Zuspiel etwas hoppelte, scheiterte Gerlach frei vor Dahm (33.), auch im wenig danach folgenden Unterzahlspiel hielten sich die Klagenfurter schadlos. Für große Freude und Erleichterung sorgte dann der nächste KAC-Treffer: Im „Vier-gegen-Zwei“-Angriff passte David Maier von rechts aus an den Torraum, wo sich Daniel Obersteiner den Puck noch auf die Rückhand legen konnte, um ihn dann im Fallen über die Linie zu bringen – das erste Saisontor für den heuer im Scoring nicht vom Glück verfolgten Mittelstürmer (36.). Gerlach wurde nach Torumrundung erneut von Sebastian Dahm verneint (37.), Maier traf nach Petersen-Pass vom rechten Faceoff-Punkt aus nur die Außenstange (38.). Spät im zweiten Durchgang kam auch der EC-KAC zu seiner ersten Überzahlmöglichkeit, während der Nick Petersen von rechts aus die Fraser-Deflection vor dem Crease suchte und fand, der mittlerweile eingewechselte Goalie Levente Hegedüs parierte im Nachfassen (40.).

Der ungarische Schlussmann verhinderte gegen Raphael Herburger, dass auch der dritte Abschnitt von einem KAC-Tor eröffnet wurde (41.), bei einem Teves-Hammer aus dem hohen Slot im Powerplay packte er sicher zu (44.). Zu zentral fiel ein Onetimer von Nick Petersen aus dem Zentrum aus (49.), vermehrt schränkten nun aber neben dem deutlichen Zwischenstand auch Strafen den Spielfluss ein. Bei numerischer Unterlegenheit drängte sich Nolan Moyle außen an seinem Gegenspieler vorbei und schoss aus spitzem Winkel, der Rebound sprang vor dem halbleeren Gehäuse in Richtung des Schlägers von Daniel Obersteiner, dem dieser aber im letzten Moment blockiert wurde (50.). Ein Kulmala-Solo über links, das Magosi schön eingeleitet hatte, endete mit einem Fehlschuss (53.), dann mussten binnen sechs Sekunden zwei Akteure der Gäste in die Strafbank. Diesen doppelten Vorteil nutzten die Klagenfurter etwas glücklich zu ihrem achten Treffer: Nick Petersen hatte von der linken Seite der Grundlinie aus den Querpass im Sinn, dieser wurde aber von Campell durch Hegedüs‘ Beine hindurch in das eigene Tor abgefälscht (55.). Raphael Herburger stoppte einen ungarischen „Zwei-gegen-Eins“-Konter in Eigenregie (55.), Daniel Obersteiner zog nach Steilpass aus der Mitte zu zentral auf den Goalie ab (56.), es blieb beim deutlichen Endstand von 8:3 für den EC-KAC.

Post Game-Kommentar von Assistant Coach David Fischer:

„Ein wildes Playoff-Spiel. Unser erstes Drittel hat sich ein wenig besser angefühlt, als es der Zwischenstand nach 20 Minuten vermuten ließ. Wir machten einzelne Fehler, die fast alle bestraft wurden, hatten aber das Gefühl, dass das Score zu diesem Zeitpunkt nicht repräsentativ für die Partie war. Doch so ist das manchmal. Der zweite Abschnitt war aber natürlich besser, wir kreierten viel Zeit mit Puckbesitz im Angriffsdrittel, ließen die Scheibe laufen und bespielten das Eis – anders als vor zwei Tagen – so, wie wir uns das vorstellen. Es ist schön, dass wir Mario Kempe und Mathias From zurück im Lineup haben. Um gute Resultate einzufahren, müssen die großen Spieler beitragen, das hat heute Nick Petersen wunderbar gemacht, sechs Punkte in einem Playoff-Spiel, sehr stark. Sebastian Dahm hat nach dem ersten Drittel dichtgemacht, Spiel drei ist in den Büchern. Morgen setzen wir uns wieder in den Bus, um dann am Samstag hoffentlich den ersten Auswärtssieg in dieser Post Season einzufahren.“

ICE Hockey League, Viertelfinale, 3. Spieltag
19. März 2026 / 19:15 Uhr
Heidi Horten-Arena, Klagenfurt, AUT, 4.400 Zuschauer
ICE
EC-KAC
8
:
3
(3:3, 4:0, 1:0)
Fehérvár AV19
Schiedsrichter
Piragić (AUT), Schauer (AUT)
Aufstellung EC-KAC
Dahm (Vorauer) Teves-Nickl, Jensen Aabo-Preiml, Sablattnig-Maier Schwinger-Muršak-Petersen, Obersteiner-Kempe-From, Fraser-van Ee-Moyle, Witting-Herburger-Hochegger, Waschnig
Fehlende Spieler
Murray, Hundertpfund, Gomboc (alle verletzt), Unterweger (krank)
Torfolge
1:0 Jan Muršak (00:19/Nick Petersen, Simeon Schwinger) 1:1 Tevor Cheek (02:57/János Hári) 2:1 Simeon Schwinger (05:18/Nick Petersen, Jan Muršak) 2:2 Darren Archibald (11:21/Trevor Chek, Joel Messner) 3:2 Jesper Jensen Aabo (15:03/Nick Petersen, Simeon Schwinger) 3:3 János Hári (18:50/Ole Einar Andersen, Trevor Cheek) 4:3 Thimo Nickl (20:24/Nick Petersen, Josh Teves) 5:3 Mathias From (22:50/Jesper Jensen Aabo, Daniel Obersteiner) 6:3 Nick Petersen (29:03/Mario Kempe, Josh Teves) 7:3 Daniel Obersteiner (35:50/David Maier, Mario Kempe) 8:3 Nick Petersen (54:08/Mathias From, Jesper Jensen Aabo/PP2)