Die Rotjacken hatten in der Anfangsphase viel Offensive im Angebot: Mathias From passte im Rückraum quer, Daniel Obersteiners gezogenen Schlenzer aus dem halbrechten Slot konnte Rasmus Reijola mit dem Blocker entschärfen (2.). Als Josh Teves von der linken Seite der blauen Linie aus abzog und der Puck noch abgefälscht wurde, detonierte das Spielgerät an der Stange (5.). Dann gingen die Rotjacken in Führung: Im partiellen Breakaway wurde Jan Muršak noch gestört, er drehte ab und passte zurück, sodass Raphael Herburger in das leere Tor einsenden konnte (7.). Sein erstes Powerplay konnte der EC-KAC gefällig gestalten, ein Treffer blieb ihm aber versagt: Der Rebound eines Teves-Schusses von rechts gelangte links im hohen Slot zu Clemens Unterweger, der direkt abzog, sein Abschluss wurde vor dem Gehäuse noch um Zentimeter an diesem vorbei abgelenkt (10.). Die Gäste kamen erst in Minute zwölf zu ihrem ersten Torschuss: Nach Wraparound auf die Rückhand bot Sebastian Dahm Anže Kuralt aber keine Einschussfläche (12.). Im ersten Überzahlspiel für Fehérvár AV19 verteidigten sich die Rotjacken geschickt, bei einem tiefen „Zwei-auf-Null“ nahm Clemens Unterweger nach Hechtsprung mit dem langen Schläger den finalen Querpass weg (14.). Wie aus dem Nichts folgte der Ausgleichstreffer der Gäste: Nach einem rot-weißen Turnover und einem folgenden „Zwei-auf-Eis“ fing Thimo Nickl das horizontale Zuspiel ab, traf dabei die Scheibe aber nicht richtig, sodass sie genau bei Bálint Magosi landete. Dessen Onetimer aus kurzer Distanz wurde von Dahm mit dem Beinschoner pariert, den Rebound brachte Justin Richards bereits hinter dm Goalie stehend mit der Rückhand über die Linie (15.).
Nach nur wenigen Sekunden im zweiten Abschnitt driftete Muršak im Zentrum nach halbrechts und schlenzte, Reijola packte mit der Fanghand zu (21.). Im zweiten rot-weißen Überzahlspiel des Abends machte der Torhüter bei einem From-Wristshot mit der Schulter die kurze Ecke zu (25.), einen Unterweger-Blueliner fälschte Nolan Moyle vor dem Crease an der langen Ecke vorbei ab (26.). Als dann Nickl in der eigenen Zone einen guten Block setzte, spielte David Maier auf die linke Seite der neutralen Zone, Mathias From nahm Fahrt dort auf, glitt bis zum offensiven Anspielpunkt und setzte seinen scharfen Schlenzer mit der Vorhand hoch in die lange Ecke – 2:1 (29.). Fehérvár AV19 antwortete direkt: Ádám Falus schoss von der Mitte der blauen Linie aus durch den Verkehr, der Puck sprang an die Unterkante der Querlatte und vor der Linie wieder zurück aufs Eis (30.). Eine Stipsicz-Flanke aus dem rechten Rückraum nahm vor der langen Stange Kuralt aus der Luft, der drückte die Scheibe auf die kurze Ecke, wo der aber nur Sebastian Dahms Schoner fand (32.). Der Ausgleich für die Ungarn resultierte dann aus einem misslungenen From-Querpass an der offensiven blauen Linie: Trevor Cheek brach zum 40-Meter-Solo auf, an dessen Ende er sich den Puck auf die Vorhand legte, um ihn über den Pad des Goalies hinweg in die Maschen zu setzen (34.). Ein weiteres Unterzahlspiel überstanden die Rotjacken weitgehend solide, in der Schlussminute des zweiten Durchgangs zog Moyle von links aus diagonal zum Kasten und schoss aus der Bewegung, Reijola lenkte den Versuch mit dem Beinschoner an der langen Ecke vorbei (40.).
Früh im dritten Abschnitt fiel ein Kempe-Schuss von rechts aus zu zentral aus (42.), der Schwede musste wenig später nach dem zweiten ungeahndeten Bandencheck gegen ihn die Partie vorzeitig beenden. Kurz davor gingen die Gäste aus Ungarn zum ersten Mal in Führung: Nach einer Messner-Hári-Übergabe an der rechten Halfwall und dem Pass zurück an die blaue Linie traf Ole Einar Andersen per Wristshot durch die Beine von Marcel Witting und an anderen Körpern vorbei ins Tor (44.). Fast exakt drei Minuten später folgte die nächste sprichwörtliche kalte Dusche für die Rotjacken: Anže Kuralt stocherte an der eigenen blauen Linie Finn van Ee den Puck weg und ging in den Konter, den er vom linken Faceoff-Punkt aus mit einem Wristshot in die lange Kreuzecke abschloss (47.). Die Rotjacken verkürzten im Powerplay, als Mathias From vom Defensivdrittel aus steil ging, am Ende auch Bence Stipsicz aussteigen ließ und mit der Vorhand auf 3:4 stellte (50.). Die Klagenfurter hatten den Ernst der Lage nun erkannt und stürmten in den folgenden Minuten fanatisch, aber auch erfolglos: Von From bedient, verzog Jensen Aabo von zwischen den Hashmarks aus (51.). Nach Unterweger-Blueliner drückte Fraser den Rebound aus kurzer Distanz auf den Goalie, seinen eigenen Abpraller stocherte er von hinter dem Kasten aus und hinter Reijola vorbei an den Torraum, wo Herburger das Spielgerät um Zentimeter verpasste (52.). Jan Muršak zog aus der Halbdistanz aus der Drehung ab, von Raphael Herburgers Körper aus wurde die Scheibe knapp über die Querlatte abgelenkt (52.). Bei einem Schlagschuss Unterwegers vermochte Fehérvárs Goalie noch die kurze Ecke zu schließen (55.), Moyle verzog bei einem Drehschuss von den linken Hashmarks aus und ein Teves-Kracher aus dem Slot wurde noch neben den Kasten abgefälscht (jeweils 57.). Die rot-weißen Sturmläufe brachten auch mit sechs Feldspielern nichts mehr ein, der EC-KAC unterlag mit 3:4 und sieht sich damit erstmals in der Viertelfinalserie mit einem Rückstand konfrontiert.
Post Game-Kommentar von Assistant Coach David Fischer:
„Ein enttäuschendes Resultat nach einer durchwachsenen Leistung. Wir haben unsere Möglichkeiten unzureichend genutzt, agierten nicht zwingend und druckvoll genug. Erst in den letzten Minuten haben wir das Intensitätslevel erreicht, das es in den Playoffs braucht. Gefehlt hat auch die Disziplin, sowohl in den Entscheidungen mit dem Puck als auch hinsichtlich teils dummer Strafen. Die besten Spieler im Team müssen die besten Akteure im Spiel sein, sie müssen vorangehen und Leadership zeigen. Jetzt liegen wir mit 2:3 zurück, wenn wir morgen in den Bus steigen. Vor uns liegt die große Möglichkeit, ja Notwendigkeit, unseren ersten Auswärtssieg in dieser Serie einzufahren. In den Playoffs ist man immer nur einen Shift davon entfernt, vielleicht einen Spielabschnitt, dass das Momentum wechselt. Das ist nicht viel. Aber wenn man das Momentum verliert, muss man enorm dafür schuften, es zurückzuerlangen. Dazu wird es jeden Spieler in dieser Kabine brauchen, jeder einzelne muss am Mittwoch schuften. In den bisherigen fünf Partien dieser Serie war das nur streckenweise der Fall, am Mittwoch müssen alle auf dem gleichen Kurs sein und die Arbeit verrichten.“


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