Ohne je in Rückstand gelegen zu haben, besiegte der EC-KAC am Freitagabend die Vienna Capitals mit 5:2, die Rotjacken spielen damit am Sonntag um den Turniersieg bei der WellCard Trophy.

Die Rotjacken hatten bereits in der Anfangsphase die besseren Gelegenheiten, bei einem Wraparound von Will MacKinnon auf die Vorhand machte Goalie Max Zimmermann die kurze Ecke zu (2.), ein von einem Wiener Spieler abgefälschter Unterweger-Schlenzer segelte bedrohlich auf die offene kurze Ecke, landete dort dann aber nur am Pad des Goalies (3.). In ihrem jeweils ersten Powerplay der Partie brachten beide Mannschaften wenig Gefährliches zustande, die zweite Hälfte des ersten Abschnitts gehörte dann dem EC-KAC, der mehrere exzellente Chancen vorfand, diese aber allesamt nicht in einen Treffer verwandeln konnte: Bei numerischem Nachteil eröffnete Tobias Sablattnig ein „Zwei-auf-Eins“, sein Zuspiel an den Crease konnte Finn van Ee nur auf den Goalie ablenken (12.), ebenfalls bei einem „Zwei-gegen-Eins“-Konter zog Nick Petersen über links diagonal zum Kasten und schloss selbst ab, traf jedoch nur die kurze Stange (15.). Als neben dem Capitals-Gehäuse neuerlich Sablattnig den Puck eroberte und zum heranstürmenden Travis St. Denis zurücklegte, setzte dieser seinen Abschluss von zwischen den Hashmarks aus zu hoch an (16.).

In einem frühen Powerplay im zweiten Abschnitt kamen die Klagenfurter dem Führungstreffer sehr nahe, aber nach einer feinen Kombination über die Grundlinie setzte Daniel Obersteiner seinen aufgeknieten Onetimer aus halblinker Position im Zentrum hauchdünn neben das Ziel (24.), bei einem listigen Wraparound von Raphael Herburger stellte der zur Drittelpause eingewechselte Sebastian Wraneschitz im letzten Moment sein Bein dazwischen (25.). Wenig später gelang dem EC-KAC dann aber der erste Treffer der Partie: Nick Petersen legte in der Halbdistanz quer und Travis St. Denis traf vom rechten Anspielpunkt aus per Direktabnahme (25.). Keine Minute später legten die Rotjacken bei numerischer Unterlegenheit nach: Matt Fraser band im Forecheck zwei Gegenspieler, den dadurch ungenauen Aufbaupass der Capitals fing Mattias Göransson an der blauen Linie ab, er spielte sofort steil, wo Daniel Obersteiner vor dem Goalie noch nach außen driftete und dann mit der Vorhand einschoss (26.). Bei einem tiefen „Zwei-gegen-Eins“ im Powerplay wischte Benjamin Lanzinger am Crease und vor dem halbleeren Kasten über das Spielgerät (27.). Als Jan Muršak den Puck aus der eigenen Zone chippte, kam Jan Drozg zum partiellen Breakaway, an dessen Ende er einen Haken auf die Rückhand setzte, die Scheibe dann aber nur an den Pfosten hob (33.). Es folgte das erste Tor für die Gäste aus Wien: Simon Bourque schoss von der linken Seite der blauen Linie aus durch den Verkehr, den Rebound bugsierte am Torraum Jakob Lilja aus der Drehung über die Linie (36.). Die Hausherren stellten den alten Abstand aber nur 20 Sekunden später wieder her: Einen abgefälschten Drozg-Querpass nahm Göransson hinter dem Gehäuse auf, sein Zuspiel an das hintere Ende des linken Faceoff-Kreises wuchtete Jesper Jensen Aabo von dort aus per sattem Onetimer unter die Querlatte (36.).

Im dritten Durchgang streifte ein verdeckter Fernschuss von Nelson Nogier die Außenstange (42.), auf der Gegenseite war Wraneschitz mit der Schulter zur Stelle, als Matt Fraser nach schöner Rotation abgeschlossen hatte (46.). Florian Vorauer verneinte Bailen aus dem hohen Slot (48.) und brillierte mit dem Blocker gegen Lilja, der bei einem tiefen „Drei-auf-Eins“ im Wiener Powerplay von zwischen den Hashmarks aus gefeuert hatte (49.). Einen Odd Man Rush über Jan Drozg vollendete Travis St. Denis nach Verzögerung, der Caps-Schlussmann lenkte den Puck noch ab (50.), dann halbierten seine Vorderleute den gelb-schwarzen Rückstand: Vey ließ im rechten Rückraum für Bailen abtropfen, der in halblinker Position Grégoire fand, dessen Abschluss von Vorauers Körper aus in die Maschen sprang (54.). Der Torschütze und auch Jakob Lilja kamen dann innerhalb einer Sequenz jeweils am Crease an Rebounds, in beiden Fällen parierte der Rotjacken-Goalie mit dem Beinschoner (58.). Für einen klaren Endstand sorgten schließlich zwei Empty Net-Treffer des EC-KAC: Jan Muršak traf aus halbrechter Position nach dem Zoneneintritt ebenso in das verwaiste Wiener Gehäuse (59.) wie Finn van Ee, der einen Scheibenaufwurf an der eigenen blauen Linie so nach vorne gewann, dass die Scheibe am Ende den Weg in das weit entfernte Tor fand (60.).

Die vorab vereinbarte und zu Testzwecken ausgetragene „Drei-gegen-Drei“-Verlängerung über die vollen fünf Minuten erlebte nur einen Treffer, auch dieser ging auf das Konto der Rotjacken – nach einer schönen Pass-Kombination von Göransson, Muršak und dem letztendlichen Torschützen Nick Petersen (63.).

Post Game-Kommentar von Head Coach Kirk Furey:

„Unser Startdrittel war nicht schlecht, aber es mangelte unserem Spiel etwas an Intensität, wir bewegten die Beine nicht wirklich gut, gerieten aber auch nicht sonderlich in Gefahr. In der ersten Pause haben wir darüber gesprochen, was wir ändern wollen, das hat die Mannschaft dann auch gut umgesetzt. Danach hat das Tempo gestimmt, wir waren sehr gefällig und haben auch stark auf das erste Gegentor reagiert, indem wir selbst sofort wieder getroffen haben. Insgesamt waren die beiden Verlusttreffer und auch einige Chancen, die wir den Capitals gegeben haben, nicht nötig, da agierten wir teils zu lasch. Aber es wurde der dritte Sieg im dritten Vorbereitungsspiel, wir können mit dem Fortschritt in unserer Entwicklung also zufrieden sein.“

Testspiel
28. August 2026 / 19:15 Uhr
Heidi Horten-Arena, Klagenfurt, AUT, 1.719 Zuschauer
Testspiel
EC-KAC
5
:
2
(0:0, 3:1, 2:1)
Vienna Capitals
Schiedsrichter
Kainberger (AUT), Hlavaty (AUT)
Aufstellung EC-KAC
Vorauer (Dahm) Unterweger-Nickl, Göransson-Jensen Aabo, MacKinnon-Preiml, Böhs Petersen-Muršak-Drozg, Fraser-St. Denis-Hudson, Herburger-Obersteiner-Schwinger, Sablattnig-van Ee-Öfner, Micelli
Fehlende Spieler
Hundertpfund, Hochegger (beide verletzt)
Torfolge
1:0 Travis St. Denis (24:59/Nick Petersen, Jan Muršak) 2:0 Daniel Obersteiner (25:44/Mattias Göransson/SH1) 2:1 Jakob Lilja (35:30/Simon Bourque, Jérémy Grégoire) 3:1 Jesper Jensen Aabo (35:50/Mattias Göransson, Jan Drozg) 3:2 Jérémy Grégoire (53:34/Nick Bailen, Linden Vey) 4:2 Jan Muršak (58:36/Nick Petersen, Raphael Herburger/EN) 5:2 Finn van Ee (59:38/EN)