Mit dem aktuellen Meister der Schweiz, Fribourg-Gottéron, kommt am Samstag in der Champions Hockey League ein Kaliber von europäischem Rang nach Klagenfurt, kac.at stellt den Klub im Detail vor.

Die Klubidentität:

Der HC Fribourg-Gottéron geht auf den im Jahr 1937 gegründeten HC Gottéron, benannt nach dem kleinen Bach, der im westlichen Stadtgebiet in die Sarine mündet, zurück. Zunächst unterklassig unterwegs, schaffte es der Klub 1953 (unter kräftiger Mithilfe des Klagenfurters Wolfgang Gosnik, siehe Archiv-Artikel aus 2024) zum ersten Mal in die zweithöchste Spielklasse der Schweiz, der man dem Großteil der folgenden drei Dekaden angehörte. In die oberste Liga stieg Fribourg schließlich im Jahr 1980 auf, seither musste man diese auch nie wieder verlassen, wodurch man als „dienstältester“ Klub der National League amtiert. Über mehr als vier Jahrzehnte hinweg blieb der große angestrebte Erfolg allerdings aus, gleich fünf Mal – 1983, 1992, 1993, 1994 und 2013 – mussten sich die Blau-Weißen mit dem Vizemeistertitel begnügen.

Der große Wurf gelang schließlich im vergangenen Frühjahr: Nach Platz zwei im Grunddurchgang erkämpfte sich Fribourg-Gottéron sein erstes nationales Championat, wobei das siebte und entscheidende Finalspiel beim HC Davos erst in der Overtime entschieden wurde. Damit avancierte Head Coach Roger Rönnberg, davor zwölf Saisonen lang beim Frölunda HC an der Bande, gleich in seiner ersten Spielzeit zum Meistertrainer. Der Schwede ist mit 97 Partien übrigens auch der Rekordtrainer der Champions Hockey League. In der Heimstätte des Klubs, der BCF-Arena, heuer im Mai Spielort der A-Weltmeisterschaft, wurden im Sommer kleinere Adaptionen umgesetzt, wodurch die Kapazität auf 9.620 Plätze erhöht werden konnte. Diese sind in der Regel auch allesamt besetzt: Seit März 2022 war jedes Ligaheimspiel Gottérons technisch ausverkauft.

Die CHL-Vergangenheit:

Der amtierende schweizer Meister hat sich heuer wie der EC-KAC zum siebten Mal für die Champions Hockey League qualifiziert, schaffte aber im Gegensatz zu den Klagenfurtern bei fünf von bisher sechs Teilnahmen den Sprung in die KO-Phase. Das beste Abschneiden datiert aus der Saison 2016/17, als Fribourg-Gottéron bis in das Halbfinale vordrang, dort dann aber gegen den späteren Sieger Frölunda HC chancenlos war. Insgesamt bestritt der Klub bislang 48 CHL-Partien, von denen nur elf mit einer Niederlage nach regulärer Spielzeit endeten. Bei ihrer letzten Partizipation an der Königklasse in der Spielzeit 2024/25 stand für die Schweizer in vier Auswärtsspielen lediglich ein Sieg zu Buche, dieser gelang am 12. September 2024 in der Heidi Horten-Arena (4:0). Neben diesem Gastspiel in Klagenfurt bestritt Gottéron in seiner Champions Hockey League-Historie nur zwei weitere Partien gegen österreichische Klubs: Im Oktober 2022 wurde Red Bull Salzburg sowohl auswärts (1:0) als auch zu Hause (3:2 nach Penaltyschießen) knapp besiegt. Ebenfalls ungeschlagen blieb Fribourg in der CHL bislang nur gegen Teams aus Großbritannien und der Slowakei.

Die BCF-Arena in Fribourg war 2026 WM-Spielort und in Ligaspielen seit März 2022 stets technisch ausverkauftDie BCF-Arena in Fribourg war 2026 WM-Spielort und in Ligaspielen seit März 2022 stets technisch ausverkauft

Die Saison bisher:

Wie auch der EC-KAC absolvierte Fribourg-Gottéron vier Testspiele zur Vorbereitung auf die Champions Hockey League, sämtliche vier Begegnungen wurden gewonnen. Beim Sommerturnier Hockeyades Vallée de Joux Mitte August in Le Sentier besiegte die Truppe von Head Coach Roger Rönnberg die beiden Ligakonkurrenten Genève-Servette (4:3) und Lausanne HC (4:3 nach Verlängerung). Gegen Frankreichs Spitzenclub Rouen siegten die Schweizer in Yverdon-les-Bains klar mit 6:2, ehe die Pre-Season in Düdingen mit einem 3:0-Shutout-Erfolg gegen die Pinguins Bremerhaven aus der DEL abgeschlossen wurde. Diese Partie datiert vom 21. August, wenn Gottéron am Samstag in Klagenfurt aufläuft, wird die Mannschaft aus den vorangegangenen 14 Tagen also nur ein Spiel – den CHL-Auftakt bei den Graz99ers am Donnerstag – in den Beinen haben. Erfolgreichster Torjäger Fribourgs in der Testspielphase war der im Sommer neu verpflichtete gebürtige Österreicher Jonas Taibel mit drei Treffern, Kevin Nicolet, Maximilian Streule und der Kanadier Anthony Richard schrieben jeweils zwei Mal an, acht weitere Spieler verbuchten einen Torerfolg.

Die Beziehungen zum EC-KAC:

Das CHL-Duell im September 2024, das Fribourg vor 2.483 Fans in der Heidi Horten-Arena mit 4:0 für sich entscheiden konnte, war das bislang einzige Aufeinandertreffen der beiden Klubs in einem Bewerbs- oder Freundschaftsspiel. Marcus Sörensen brachte die Schweizer damals nach nur 69 Sekunden in Führung, ein Doppelschlag binnen einer Minute von Samuel Walser und Jacob de la Rose sorgte schon vor der ersten Pause für klare Verhältnisse. Walser schnürte später seinen Doppelpack zum Endstand, alle drei Torschützen Gottérons in dieser Begegnung stehen auch noch heute im Kader. Auf der personellen Ebene sind die Verbindungen zwischen dem amtierenden Titelträger der Schweiz und dem österreichischen Rekordmeister (vom erwähnten Wolfgang Gosnik abgesehen) ebenfalls recht überschaubar, nur drei Spieler repräsentierten in ihren Karrieren beide Klubs: Robert Burakovsky und Igor Chibirev spielten nach ihren Engagements in Klagenfurt noch in der Westschweiz, Jeff Shantz trug 2005 kurzzeitig das Trikot Fribourgs und dockte dann ab 2008 bei den Rotjacken an.