Die Anfangsphase der Partie erlebte keine konkreten Torchancen, erst in der achten Spielminute kamen die Gäste aus Bordeaux zu einer längeren Offensivsequenz, an deren Ende Tommy Giroux aus spitzem Winkel hoch in das Außennetz schlenzte (8.). Klagenfurts erste glänzende Gelegenheit resultierte aus einem von Nick Petersen abgefangenen Pass, er schickte Jan Muršak steil, den Vorhand-Abschluss des Sololaufs des Slowenen parierte Goalie Quentin Papillon mit den Beinschonern (9.). Bei einem „Zwei-gegen-Eins“-Konter der Franzosen nahm Clemens Unterweger im Rutschen den Querpass weg (11.), dann ging der CHL-Debütant aber in Führung: Steven Fournier ging links bis an die Grundlinie und passte mit der Rückhnd an den Crease, wo Quentin Tomasino hoch unter die Latte abtropfen ließ (13.). Die Rotjacken, die früh im Spiel Mattias Göransson aufgrund einer Unterkörperverletzung verloren hatten, kamen zu zwei aussichtsreichen Ausgleichschancen: Jan Drozgs vielversprechender Querpass an die lange Stange zu Muršak wurde von einem gegnerischen Schlittschuh noch abgelenkt (14.) und als Maximilian Preiml von der blauen Linie aus feuerte, fälschte Finn van Ee den Puck mit seinem Oberkörper nur an die Oberkante der Querlatte ab (19.). Dazwischen war Florian Vorauer bei einem Carry-Snapshot nach einem Faceoff aufmerksam und fuhr rechtzeitig den Pad aus (19.).
Im zweiten Abschnitt verlängerte Jan Muršak einen Flip-Pass von Drozg nur auf die Beinschoner Papillons (21.), nach einem Klagenfurter Turnover in der eigenen Zone kam Fournier zwischen den Hashmarks frei mit der Vorhand zum Abschluss, Thimo Nickl warf sich noch im letzten Moment dazwischen (23.). Ein Petersen-Onetimer aus dem Zentrum segelte über das Tor (24.), dann ging es nach einem abgefangenen Querpass in die Gegenrichtung, Florian Vorauer verneinte Loïc Farnier aber bei dessen Alleingang (jeweils 24.). Als der Franzose schlenzte und Yvan Mongo vor dem Tor noch entscheidend ablenkte, musste der KAC-Goalie sein ganzes Können aufbieten (26.). Baptiste Bruche wischte am Torraum hauchdünn über den Puck (28.), danach blieb ein erstes Überzahlspiel der Rotjacken harmlos. Bei „Fünf-gegen-Fünf“ gelang dem EC-KAC schließlich der Ausgleichstreffer: Nick Petersen, der Sekunden zuvor selbst noch gescheitert war, passte aus dem rechten Anspielkreis in den hohen Slot, Thimo Nickl schlenzte durch den Verkehr in die Maschen (34.). Bei einem von Beaudry noch gut abgefälschten Boscq-Fernschuss war Vorauer wieder mit dem Pad zur Stelle (35.), in den Schlusssekunden des zweiten Drittels hatten die Gastgeber Glück, als Bordeaux im Getümmel vor dem Kasten mehrfach keinen Abschluss anbringen konnte (40.).
Ein beherzter Hechtsprung des zurückeilenden Jesper Jensen Aabo verhinderte kurz nach Wiederbeginn das aussichtsreiche Finish eines „Zwei-gegen-Eins“-Konters der Boxers (41.). Clemens Unterweger brachte am linken Anspielpunkt einen Schusspass an den langen Pfosten an, Simeon Schwinger erreichte diesen, die Scheibe schlitterte aber hinter dem Goalie parallel zur Torlinie durch den Crease (43.). Nach einem Puckverlust der Hausherren hinter dem eigenen Kasten kam Pierre-Olivier Morin vor dem halbleeren Tor zur goldenen Möglichkeit, Florian Vorauer sprang dazwischen und parierte mit dem Beinschoner (44.). Auch als der Kanadier einen Rebound von zwischen den Hashmarks aus und aus der Drehung auf das Tor brachte, blieb der Klagenfurter Sieger (50.). Clemens Unterweger schrammte nur knapp an der erstmaligen Führung für seine Mannschaft vorbei, sein Schuss durch den Verkehr, abgegeben von der linken Halfwall aus, detonierte in der kurzen Ecke am Quergestänge (53.). In ihrem einzigen Unterzahlspiel des Abends verteidigten sich die Rotjacken zunächst geschickt und klärten drei Mal die Zone, in den letzten Zügen ihres Powerplays ließen die Franzosen aber ein Schussfeuerwerk ab, das aus KAC-Sicht nur mit einigem Glück keinen späten Gegentreffer brachte.
In der fällig gewordenen Verlängerung kam im „Zwei-auf-Eins“ ein Drozg-Querpass auf Unterweger zu spät (61.), als beim nächsten rot-weißen Konter Hundertpfund gelegt wurde, resultierte daraus das zweite Powerplay des Abends für die Heimischen. Dieses dauerte nur 19 Sekunden: Jan Muršak schlenzte aus dem hohen Slot und vor Torhüter Papillon fälschte Nick Petersen mit den Körper so ab, dass der Puck zum Overtime-Sieg für den EC-KAC über die Linie hoppelte (62.).
Post Game-Kommentar von Head Coach Kirk Furey:
„Zuerst muss man Bordeaux zu seinem Auftritt gratulieren, sie spielten mit viel Intensität, schnell und für uns unangenehm. Ich denke, dass wir heute mental vielleicht nicht in der Form vorbereitet waren, wie das bei anderen Spielen der Fall ist, das hat man auch in unserem Auftreten gesehen. Sie setzten uns unter Druck, hatten gute Chancen, was ich aber an unserer Mannschaft mochte, war, dass sie sich im zweiten Drittel zurückgearbeitet hat und am Ende auch einen Weg finden konnte, die Partie zu gewinnen und zumindest zwei Punkte zu holen. Wenn man in einer Liga Meister wird, kennt man einen Weg zum Erfolg, das hat Bordeaux heute gezeigt und es uns sehr schwer gemacht. Ich denke, dass wir aus diesem schwierigen Abend lernen und es zukünftig besser machen werden.“


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