Ungenau und mit wenig Nachdruck agierende Rotjacken mussten sich am Sonntagnachmittag zum ersten Mal in der Ligageschichte dem Ferencvárosi TC geschlagen geben, die Ungarn setzten sich auf eigenem Eis mit 3:2 nach Verlängerung durch.

Zwar waren es die Rotjacken, die als erste anklopften (Schwinger fälschte einen Jensen Aabo-Schusspass knapp über die Querlatte ab/2.), die frühe Führung gelang jedoch den Gastgebern: András Mihalik schoss im Konter vom linken Flügel aus, Mareks Mitens wehrte mit dem Beinschoner ab, die Scheibe sprang jedoch genau zu Rasmus Heljanko, der aus kurzer Distanz ins halbleere Tor abstaubte (4.). Als der Puck hinter dem KAC-Gehäuse hängenblieb und Silye ihn von dort vor den Kasten servierte, verzog Ferenc Laskawy an der langen Ecke (8.). Nicht unglücklich kamen die Klagenfurter zum Ausgleichstreffer: Filip Simović brachte die Scheibe aus der neutralen Zone tief, an der rechten Halfwall prallte sie unerwartet von der Bande ab, sodass sie Ben Öfner annehmen und vor den Torraum servieren konnte. Dort stoppte David Waschnig den Puck noch kurz und schoss ihn dann flach in die lange Ecke (13.). Weil die Ungarn eine Überprüfung auf Abseitsverdacht verlangten, dabei aber falsch lagen, kam der EC-KAC zu einem ersten Powerplay: Dort passte Travis St. Denis von zwischen den Hashmarks aus noch nach rechts, Raphael Herburger lupfte das Spielgerät aus spitzem Winkel über das Tor (13.). Die erstmalige Führung verbuchten den Rotjacken damit bei Even Strength: Jan Drozg passte vom linken Flügel aus diagonal vor den Torraum, Nick Petersen legte sich den Puck auf die Rückhand, verlud damit Goalie Kristóf Nagy und schob im Fallen ein (16.). Ein spätes Powerplay für Ferencváros erlebte zwei gefährliche Szenen: Carter Savoie zog zwei Mal aus dem rechten Faceoff-Kreis ab, sein Onetimer segelte an der langen Ecke vorbei, seinen gezogenen Wristshot lenkte Mitens mit dem Blocker in die Rundung (jeweils 19.).

Im zweiten Durchgang wurde Thomas Hundertpfund beim Versuch, den Rebound eines Schwinger-Schusses zu verwerten, der Schläger geblockt (21.), auf der Gegenseite verfehlte der aus der Tiefe bediente Milan Horvath aus halbrechter Position das Ziel (22.). Als Thimo Nickl aus der rechten Ecke scharf an den Torraum passte, fälschte Ben Öfner mit der Schlägerschaufel ab, der Puck verfing sich in den Beinschonern Nagys (27.). Im zweiten KAC-Powerplay der Partie wurde es in Minute 30 sehr gefährlich, am Spielstad änderte sich aber nichts: Unterwegers Schlagschuss wurde noch knapp vorbei abgefälscht, Obersteiners aufgeknieter Onetimer von den linken Hashmarks aus flog über die Querlatte, ebenso segelte Hundertpfunds Schlenzer aus kurzer Distanz über die Kreuzecke. Ein Überzahlspiel für Budapest erlebte in zwei Tammela-Abschlüssen von rechts seine gefährlichsten Momente (jeweils 34.), wieder bei numerischem Gleichstand am Eis führte ein Turnover der Ungarn zu einem kurzen Solo für Simeon Schwinger, der die hoppelnde Scheibe aber nicht unter Kontrolle brachte (35.). Die Rotjacken verteidigten auch in der dritten Phase numerischer Unterlegenheit geschickt, David Silyes gezogener Wristshot aus dem linken Faceoff-Kreis steifte die Außenstange (38.). Ein weiterer unerzwungener Scheibenverlust der Hausherren brachte KAC-Chancen durch Petersen und St. Denis (jeweils 39.). Der langjährige Importspieler der Rotjacken stand dann auch in der Schlussminute des zweiten Abschnitts im Mittelpunkt, als ihn Jussi Tammela mit einem Crosscheck niederstreckte und dafür mit fünf Minuten und einer Spieldauer-Disziplinarstrafe belegt wurde (40.).

Anstatt die lange Phase numerischer Überlegenheit zur Vorentscheidung zu nutzen, ließen die Rotjcken das Momentum völlig zu den Ungarn wandern. Sie nahmen sich den Vorteil durch zwei Strafen in der Offensivzone selbst, zwischendurch musste Mareks Mitens sogar ein Unterzahl-Solo von Aku Kestilä stoppen (41.). Weil Klagenfurts zweite Hinausstellung zeitlich über das Ende der Tammela-Strafe hinauslief, kamen die Ungarn zu einem kurzen Powerplay, das sie zum Ausgleichstreffer nutzten: Rasmus Bengtsson passte nach gewonnenem Faceoff von der blauen Linie aus an den rechten Anspielpunkt und Carter Savoie verwertete per Onetimer unter die Querlatte (46.). Nach einem Nickl-Fernschuss kam keiner seiner Mitspieler an den aussichtsreichen Rebound (46.), neuerlich im Überzahlspiel verpasste Petersen die Deflection eines Schlenzers von Göransson (46.), als der Schwede neuerlich abzog, wurde der Kanadier beim Abpraller aus spitzem Winkel von Nagy verneint (47.). Eine Lindgren-Direktabnahme nach Zuspiel von der Grundlinie aus parierte Mitens mit dem Beinschoner (50.), als auf der Gegenseite Petersen an einen Rebound gelangte, wurde er kurz vor dem vielversprechenden Abschluss gefoult (53.). Im fälligen Powerplay setzte Thimo Nickl einen Schuss, bei dem er wohl auch auf einen Abfälscher spekuliert hatte, an der langen Ecke vorbei (55.), wieder bei „Fünf-gegen-Fünf“ profitierte Jacob Hudson um ein Haar von einem der zahlreichen Turnover der Gastgeber, verfehlte das Ziel jedoch knapp (56.). Eine letzte Gelegenheit vor der Schlusssirene fand der Kapitän vor, Thomas Hundertpfund zog im partiellen Breakaway über rechts diagonal zum Tor und schlenzte, Kristóf Nagy wehrte mit der Schulter ab (59.).

In der Verlängerung stoppte Nagy Hundertpfund mit einem Poke Check (61.), auf der Gegenseite war Mitens mit der Stockhand bei einem gezogenen Schlenzer von Silye zur Stelle (63.). Nachdem auch Unterweger nach Net Drive und Göransson aus kurzer Distanz gescheitert waren (jeweils 63.), beendete Ferencváros das Spiel 32 Sekunden vor dem Penaltyschießen mit dem siegbringenden Treffer: Carter Savoie verlud in der neutralen Zone Hudson mit einem Haken und nutzte nach dem Zoneneintritt Unterweger als Screen, sodass sein Wristshot von Mareks Mitens nicht gehalten werden konnte (65.).

Post Game-Kommentar von Head Coach Kirk Furey:

„Ferencváros spielt eng und auf Puckbesitz konzentriert, das haben wir gut verteidigt, wir ließen nicht sehr viel zu. Im Powerplay haben wir diesmal nicht zu unserem Rhythmus gefunden, wir wussten, dass sie im Penalty Killing in den letzten Wochen sehr stark waren und das hat sich auch heute gezeigt. Sie hingegen haben in Überzahl getroffen und das war heute wohl der Unterschied. Mit der Spielweise bin ich aber nicht unzufrieden, denn an den meisten Abenden, an denen wir so spielen, werden wir auch drei Punkte holen. Unsere Mannschaft hat sich den morgigen freien Tag nach einer langen, langen Woche verdient, ab Dienstag blicken wir auf unser Heimspiel am Mittwoch.“

ICE Hockey League, 12. Runde
18. Oktober 2026 / 15:30 Uhr
Tüskecsarnok, Budapest, HUN, 1.301 Zuschauer
ICE
Ferencvárosi TC
3
:
2
(1:2, 0:0, 1:0) n.V.
EC-KAC
Schiedsrichter
Fichtner (AUT), Režek (SLO)
Aufstellung EC-KAC
Mitens (Vorauer) Jensen Aabo-Göransson, Unterweger-Nickl, MacKinnon-Simović Petersen-St. Denis-Drozg, Schwinger-Hundertpfund-Herburger, van Ee-Obersteiner-Sablattnig, Öfner-Waschnig-Hudson
Fehlende Spieler
Dahm, Peiml, Muršak, Hochegger, Fraser (alle verletzt)
Torfolge
1:0 Rasmus Heljanko (03:05/András Mihalik, Jesper Lindgren) 1:1 David Waschnig (12:36/Ben Öfner, Filip Simović) 1:2 Nick Petersen (15:30/Jan Drozg, Jesper Jensen Aabo) 2:2 Carter Savoie (45:17/Rasmus Bengtsson, David Silye/PP1) 3:2 Carter Savoie (64:28/Ferenc Laskawy, Jesper Lindgren)