Im letzten Spiel vor Weihnachten empfangen die Rotjacken am Freitagabend die Graz99ers, kac.at stellt die Steirer im Gegner-Update ausführlich vor.

Aktuelles:

Die Graz99ers spielen bislang eine recht durchwachsene Saison: In 28 Partien fuhren sie lediglich elf Siege ein, die sich daraus ergebende Winning Percentage von 39,3 Prozent ist die niedrigste des Klubs seit der Spielzeit 2007/08, als 38,1 Prozent der Begegnungen gewonnen wurden. Bedingt liegt dieses Zwischenfazit für den aktuellen Tabellenneunten vor allem im unterdurchschnittlichen Output seiner Offensive: 2,07 pro Saisonspiel erzielte Treffer entsprechen dem zweitniedrigsten Wert in der ICE hinter jenem von Schlusslicht Pioneers Vorarlberg (1,81). Defensiv stehen die Steirer hingegen recht gut da, ihr Gegentorschnitt von 2,71 ist immerhin der sechstbeste unter den 13 Teams im Bewerb. Die Positionierung der Truppe von Head Coach Johan Pennerborn im unteren Mittelfeld des Rankings liegt primär darin begründet, dass die 99ers im bisherigen Saisonverlauf noch nie eine länger anhaltende Erfolgsserie hinlegen konnten: Nur ein Mal, am letzten Wochenende im Oktober gegen Villach und in Vorarlberg, konnte Graz zwei Drei-Punkte-Siege hintereinander für sich verbuchen. Während die jüngsten vier Heimspiele allesamt mit Niederlagen in regulärer Spielzeit endeten, fuhren die Murstädter in der Fremde zuletzt zwei Siege am Stück ein: Sie setzten sich am 2. Dezember bei den Black Wings Linz mit 5:2 und am Sonntag bei Meister EC Salzburg mit 3:1 durch.

Spieler im Fokus:

Der Mitte November aus der Slowakei in die Liga zurückgeholte Andrew Yogan schlug in der Steiermark voll ein, nach zehn Einsätzen hält der US-Amerikaner bei ebenso vielen Treffern. In einem ligaweiten Ranking aller Spieler nach Toren pro Partie distanziert er (1,00) den zweitplatzierten Innsbrucker Helewka (0,68) sehr deutlich. Mit dem ebenfalls nachverpflichteten Routinier Niklas Olausson (zwei Tore und zehn Vorlagen in neun Begegnungen) fanden die 99ers einen Mittelstürmer, der es versteht, den Schützen Yogan vortrefflich in Szene zu setzen. Das Duo nimmt, obwohl beide Angreifer nur ein gutes Drittel der Saisonspiele absolviert haben, bereits jetzt die Plätze zwei und drei in der teaminternen Scorerwertung (hinter Sommer-Neuzugang Viktor Granholm aus Norwegen) ein. In der Abwehr erhielt im Verlauf der bisherigen Spielzeit Erik Kirchschläger die größten Spielanteile, der Nationalteam-Verteidiger, der im Mai sein A-WM-Debüt gegeben hatte, kam bei seinen 25 Ligaeinsätzen auf eine durchschnittliche Time-on-Ice von 20:41 Minuten. Hinter ihm und seinen Kollegen im Defensivverband steht den 99ers mit Christian Engstrand einer der besseren Torhüter in der Liga zur Verfügung: Der Schwede agierte in 15 der letzten 16 Partien als Starting Goalie, seine saisonale Save Percentage von 92,6 Prozent ist aktuell die höchste in der ICE. In Auswärtspartien wehrte Engstrand gar 93,8 Prozent der auf ihn abgegebenen Schüsse ab.

Bilanz gegen den EC-KAC:

Seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 konnte der EC-KAC gegen keinen anderen Klub mehr Siege einfahren als gegen Graz: Von den bislang ausgetragenen 140 direkten Duellen endeten gleich 92 mit einem Erfolg für die Rotjacken, 48 Mal (darunter in jedem vierten Fall erst in der Verlängerung oder im Penaltyschießen) setzten sich die 99ers durch. In der jüngeren Vergangenheit schafften es die Steirer aber insbesondere in Begegnungen, die in Klagenfurt ausgetragen wurden, immer wieder, ein sehr unangenehmer Gegner für die Kärntner zu sein: In nur vier der letzten 17 Heimspiele gegen Graz fuhr der Rekordmeister die vollen drei Zähler ein, darunter allerdings auch in beiden der bislang im Kalenderjahr 2022 ausgetragenen Partien. Wenn sich die Klubs aus den beiden Landeshauptstädten in den vergangenen Jahren am Wörthersee trafen, blieben die Duelle meist recht torarm: Die 99ers verließen die Stadthalle bzw. die nunmehrige Heidi Horten-Arena bei nur zwei ihrer jüngsten zehn Auftritte mit mehr als zwei erzielten Treffern.

KAC-G99 (15.11.2022)

Das letzte Duell:

Die letzte Begegnung zwischen dem EC-KAC und den Graz99ers datiert vom 15. November, auch diese wurde damals in der Heidi Horten-Arena ausgetragen, in der 3.416 Fans einen verdienten 3:1-Erfolg der Rotjacken bejubeln konnten. Die Klagenfurter legten mit einem dominanten Auftritt im Startdrittel (18 Torschüsse gegenüber deren drei der Gäste) den Grundstein zum Sieg, agierten im zweiten Durchgang jedoch zu undiszipliniert, um für klare Verhältnisse zu sorgen: Der EC-KAC spielte im Mittelabschnitt nicht weniger als 8:53 Minuten lang bei numerischem Nachteil, 3:02 Minuten davon sogar bei „Drei-gegen-Fünf“. In einer dieser Phasen kamen die Steirer durch Viktor Granholm (auf Vorlage des nunmehrigen Klagenfurters Mike Zalewski) auch zu ihrem einzigen Treffer der Partie. Generell hatte der Rekordmeister Graz aber sehr gut unter Kontrolle, man beschränkte die 99ers auf insgesamt nur neun Torschüsse bei Even Strength. Trotz der langen Powerplaysequenzen kam das Pennerborn-Team in dieser Begegnung auf nur fünf Shots on Goal aus dem Slot, weniger ließen die Rotjacken in der laufenden Saison nur im Auswärtsspiel in Vorarlberg im September zu.

Spielbericht: „Rotjacken auch gegen Graz siegreich“ (kac.at, 15.11.2022)