Trotz der Ausfälle ihrer drei Kapitäne legten die Rotjacken auf Basis einer mannschaftlich geschlossenen Leistung einen guten Start in die Playoffs hin und siegten beim EC VSV mit 4:0.

Obwohl die Rotjacken unmittelbar vor Spielbeginn auch noch den kurzfristigen Ausfall von Ganahl verdauen mussten, starteten sie kompromisslos und ambitioniert in das erste Viertelfinalspiel. Bereits im Auftaktdrittel kamen sie zu zwei Torerfolgen, denen jeweils feine Kombinationen vorangegangen waren: Lessio kehrte ein Horizontalzuspiel Schwingers ins halbleere Gehäuse ein und ein versuchter Tičar-Querpass rutschte Lamoureux durch die Beine. Der EC VSV etablierte erst in der zweiten Hälfte des Mitteldrittels mehr Offensive, kam dann aber zu einer Reihe bester Gelegenheiten, die jedoch allesamt spätestens von Goalie Dahm vereitelt wurden. Im dritten Durchgang fixierten die Rotjacken den Playoff-Auftaktsieg, als Haudum im Powerplay aus dem Handgelenk einsendete und Tičar die Scheibe aus der neutralen Zone zum 4:0-Endstand in den leeren Kasten pfefferte.

Drittel 1

Nach einer vom Abtasten gekennzeichneten Anfangsphase brachte ein Foul von Mike Zalewski am Forecheck ein erstes Überzahlspiel für den EC VSV: Dort bediente Andrew Desjardins von hinter dem Tor aus den im Slot völlig freien Robert Sabolič, dessen Direktabnahme Sebastian Dahm aber mit dem hinteren Ende seines Schlägers über das Gehäuse lenken konnte (5.). Die Rotjacken klopften eine gute Minute später erstmals an, ein satter Schlagschuss von Rok Tičar von der linken Halfwall aus kam jedoch zu zentral auf Jean-Philippe Lamoureux (6.). In der nächsten Offensivszene der Klagenfurter musste der Goalie dann bereits erstmals hinter sich greifen: Thomas Hundertpfund legte aus dem rechten Faceoff-Kreis ideal in den Lauf von Simeon Schwinger auf der linken Seite, dieser zog allerdings nicht ab, sondern bediente mit einem Flip-Pass über den Stock seines Gegenspielers hinweg Lucas Lessio am langen Pfosten und der Kanadier ließ zur rot-weißen Führung in die Maschen abtropften (8.). Ein verdeckter Hundertpfund-Schlenzer vom rechten Anspielpunkt aus wurde zur Beute des VSV-Torhüters (11.), im ersten KAC-Powerplay des Abends dauerte es dann jedoch nur 33 Sekunden, bis der Puck wieder im Kasten landete:

Eine feine Passkombination durch den Slot über Fraser und Petersen wollte Tičar am langen Pfosten mit einem Rückhand-Zuspiel auf Hochegger erweitern, die Scheibe sprang vom Beinschoner von Lamoureux aber durch dessen Beine hindurch über die Linie (14.). Als der Goalie einen Fraser-Querpass aus der rechten Rundung mit dem Pad verlängerte, übernahm Lessio an der entfernten Stange direkt, wuchtete das Spielgerät aber nur ins Außennetz (14.). In der Schlussphase des Startdrittels wurden dann auch wieder die Adler im Angriff gefährlich: Ein Schlenzer von Simon Després aus der Distanz wurde doppelt abgefälscht und flutschte knapp an der kurzen Stange vorbei, einen Rauchenwald-Abschluss aus der Drehung, abgegeben unmittelbar vor dem Crease, boxte Dahm mit dem Blocker aus der Gefahrenzone (jeweils 16.). Beim EC-KAC kreuzte Lukas Haudum nach Net Drive über rechts dem Torraum entlang, Lamoureux machte unten alles zu (17.). Ein rot-weißer Turnover in der eigenen Zone ermöglichte den Gastgebern vor der ersten Pause noch eine gute Gelegenheit, beim Desjardins-Wristshot von den rechten Hashmarks aus fuhr Sebastian Dahm aber den Beinschoner aus (19.).

Drittel 2

Auch der zweite Durchgang wurde von ereignisarmen Sequenzen eröffnet, dann wühlte sich Thomas Hundertpfund von hinter dem Kasten aus vor diesen, Lucas Lessio wischte am langen Pfosten aber über seinen Querpass (25.). Nach zwei breit gezogenen Diagonalzuspielen kam bei den Hausherren Andrew Desjardins vom linken Faceoff-Kreis aus zum Abschluss, Sebastian Dahm parierte jedoch sicher (26.). Im zweiten Rotjacken-Powerplay des Abends verlängerte Tičar im Slot einen Unterweger-Wristshot aus der Distanz nur knapp an der langen Kreuzecke vorbei (29.). Kurz vor Ende der numerischen Überlegenheit schlenzte Mike Zalewski von rechts aus, Lamoureux parierte mit der Schulter (29.). Es folgte ein Überzahlspiel für den EC VSV, in dem es innerhalb von wenigen Sekunden drei Mal brandgefährlich wurde: Gegen Anthony Luciani, der halbrechts steil gegangen war, machte der KAC-Goalie die kurze Ecke zu, als der Kanadier nach einem Turnover der Klagenfurter völlig frei vor dem Schlussmann auftauchte, schob er die Scheibe mit der Rückhand flach an der langen Ecke vorbei. Dazwischen hatte die rot-weiße Abwehr bei einem Rauchenwald-Schuss von halblinks einen guten Block gestellt (jeweils 31.).

Villach blieb auch bei „Fünf-gegen-Fünf“ am Drücker: Philipp Lindner verzog aus dem hohen Slot, am Ende eines „Zwei-gegen-Eins“-Konters brachte Chris Collins einen feinen Flip-Pass an die lange Stange zu John Hughes an, der jedoch am mit dem rechten Beinschoner stark agierenden Sebastian Dahm scheiterte (jeweils 34.). Wenig später eröffnete ein weiter Steilpass über die rechte Bande einen neuerlichen Odd Man Rush der Gastgeber, Collins schnitt nach innen, ging diesmal selbst auf den Abschluss, wurde aber vom Klagenfurter Goalie verneint (36.). Auch die letzten beiden Gelegenheiten im Mitteldrittel resultierten nicht in einer Änderung des Spielstands: Niki Kraus‘ Schuss aus dem Zentrum wurde von einem Gegenspieler knapp an der kurzen Stange vorbei abgelenkt (37.) und der Sabolič-Tip eines Després-Wristshots wurde zur Beute Dahms (38.).

Drittel 3

Ein in den Schlussabschnitt mitgenommenes Powerplay brachte wenig Offensive der Rotjacken, als wieder bei Even Strength gespielt wurde, war Sebastian Dahm bei einem überraschenden Hughes-Abschluss aus der linken Rundung aufmerksam (42.), der gezogene Wristshot von Sabolič aus dem linken Rückraum zischte noch abgefälscht am Tor vorbei (44.). Einem herzhaften Antritt Hundertpfunds von der eigenen Zone aus bis in den hohen Slot blieb in Form einer Lamoureux-Abwehr die Krönung versagt (45.), dann checkte Desjardins Kraus so gegen den Schulter- und Halsbereich, dass er von den Schiedsrichtern nach Video-Review mit fünf Strafminuten sowie einer Spieldauer-Disziplinarstrafe belegt wurde (48.). Die sich so bietende Möglichkeit numerischen Vorteils nutzte der EC-KAC nach lediglich 29 Sekunden zur Vorentscheidung: Lukas Haudum kratzte einen Zalewski-Querpass entlang der blauen Linie gerade noch von ebendieser, er schritt dann in Richtung Tor und setzte seinen scharfen Handgelenksschuss von halbrechts aus durch die Beine von sowohl Després als auch Lamoureux zum 3:0 aus rot-weißer Sicht in die Maschen (48.).

Die verbleibende, mehr als vierminütige Phase numerischer Überlegenheit gingen die Rotjacken sehr passiv an, sodass Villach zu zwei aussichtsreichen Möglichkeiten kam: Als Sabolič im Zentrum den Puck zu Artūrs Kulda weiterschob, wurde dessen Schuss am Gehäuse vorbei abgefälscht (51.), ehe der über die linke Seite diagonal zum Tor ziehende Felix Maxa den mittig nachstoßenden Nicolas Mattinen in Szene setzte, der jedoch von Sebastian Dahm verneint wurde (52.). Ein weiteres VSV-Powerplay überstand Klagenfurt ohne große Probleme, dann kam Rot-Weiß in der Schlussphase noch selbst zu guten Gelegenheiten: Von Tičar vom rechten Flügel aus zwischen den Hashmarks bedient, schoss Petersen drüber (55.), Lessio scheiterte nach eigener Puckeroberung in der neutralen Zone und anschließendem Solo an Lamoureux in der Grätsche (57.). Den Schlusspunkt setzte dennoch der EC-KAC: Ein Petersen-Beinstellen in der neutralen Zone gegen Sabolič wurde von den Referees übersehen, der Kanadier tippte den Puck horizontal auf Linksaußen, von wo aus Rok Tičar ins verwaiste Tor einsendete (60.). (HB)

Post Game-Kommentar von Head Coach Petri Matikainen:

„Das war insgesamt ein gutes Auswärtsspiel von uns, wir waren diszipliniert im System und konnten die Möglichkeiten, die uns geboten wurden, auch nutzen. Im zweiten Drittel hatten wir unsere Probleme, diese Phase überstanden wir aber unbeschadet, weil die Mannschaft noch enger zusammenrückte. Wir sind ein Team, das als Gruppe zu Erfolgen kommt, in dem der Beitrag jedes Spielers gleich viel zählt und wertgeschätzt wird. Das war heute nur ein Sieg von vier nötigen, das können wir durchaus richtig einordnen. In den Playoffs geht es darum, sich von Partie zu Partie zu steigern – und daran werden wir in den nächsten Tagen arbeiten. Der Punkt, von dem aus wir diese Aufgabe in Angriff nehmen, ist ein guter, ich freue mich über den positiven Start in diese sicherlich lange Serie.“

ICE Hockey League, Viertelfinale, 1. Spieltag
07. März 2023 / 19:30 Uhr
Stadthalle, Villach, AUT, 3.685 Zuschauer
ICE
EC VSV
0
:
4
(0:2, 0:0, 0:2)
EC-KAC
Schiedsrichter
Hronský (SVK), Smetana (AUT)
Aufstellung EC-KAC
Dahm (Vorauer) Strong-Maier, Unterweger-Jensen Aabo, Steffler-Vallant, Sablattnig Haudum-Tičar-Petersen, Fraser-Hundertpfund-Lessio, Schwinger-Gomboc-M.Witting, Kraus-Zalewski-Hochegger
Fehlende Spieler
Preiml, Bukarts, Bischofberger, van Ee (alle verletzt), Koch (angeschlagen), Postma, Ganahl, Obersteiner (alle krank)
Torfolge
0:1 Lucas Lessio (07:20/Simeon Schwinger, Thomas Hundertpfund) 0:2 Rok Tičar (13:21/Nick Petersen, Matt Fraser/PP1) 0:3 Lukas Haudum (47:30/Mike Zalewski, Thomas Hundertpfund/PP1) 0:4 Rok Tičar (59:04/Nick Petersen, Clemens Unterweger/EN)