Zum zweiten Mal in der aktuellen Saison kommt am Freitag der HCB Südtirol nach Klagenfurt. Die Füchse, die sich mit einer Siegesserie bereits in die Top-Sechs geschoben haben, im kac.at-Portrait.

Aktuelles:

Der HCB Südtirol ist aktuell die formstärkste Mannschaft in der win2day ICE Hockey League: Der amtierende Vizemeister hat nach einem katastrophalen Saisonstart mit neun Niederlagen in den ersten zwölf Ligaspielen in den vergangenen Wochen eine nahezu gänzliche Trendumkehr hingelegt: Beginnend mit Overtime-Erfolgen in Ljubljana und gegen Asiago Ende Oktober konnten die Füchse eine beeindruckende Serie von zehn Siegen hintereinander hinlegen. Ein 0:2-Verlust in Linz Ende November war nur ein kurzzeitiger Rückschlag, seither fuhren die Italiener im Südtirol-Derby beim HC Pustertal und zu Hause gegen Schlusslicht Graz bereits wieder fünf weitere Punkte ein, mit denen sie am Sonntag erstmals in der laufenden Saison unter die Top-Sechs vorrückten. Seit der (Anfang Oktober vollzogenen) Rückkehr von Glen Hanlon auf die Kommandobrücke gewann der HCB 77,8 Prozent seiner ausgetragenen Begegnungen und übertrumpfte damit sogar die herausragende Erfolgsquote von 71,6 Prozent aus der vergangenen Saison unter der Führung des Kanadiers. Enorm effizient waren die Südtiroler zuletzt in Special Team-Situationen: In den sechs Partien seit der Länderspielpause im November stehen 38,9 Prozent in Treffer konvertierte Powerplays und 93,8 Prozent an überstandenen Penalty Killing-Situationen zu Buche.

Spieler im Fokus:

Die teaminterne Scorerwertung beim italienischen Rekordmeister wird aktuell von Brad McClure angeführt, dessen 18 Zähler (acht Tore, zehn Assists) jedoch nur zum 36. Rang im ligaweiten Ranking reichen. Der Kanadier erzielte bei beiden Siegen am vergangenen Wochenende jeweils einen Treffer, darunter das Game Winning Goal in der Overtime beim Auswärtserfolg im Lokalduell beim HC Pustertal. Beim 2:1-Sieg der Füchse in Klagenfurt im November assistierte McClure zum spielentscheidenden Treffer durch Dustin Gazley. In der Defensive vermochte im bisherigen Saisonverlauf Sommer-Neuzugang Josh Teves am meisten zu überzeugen: Der in der vergangenen Saison, seiner ersten in Europa, in den höchsten Ligen Finnlands und der Schweiz aktive Kanadier hält bereits bei 17 Scorerpunkten und kann (mit +12) auf das deutlich beste Plus/Minus-Rating aller Kaderspieler verweisen. Teves ist der einzige Verteidiger in Bolzanos/Bozens erster Überzahl-Einheit und erhielt in Phasen numerischer Unterlegenheit zuletzt meist schöpferische Pausen. Wie die gesamte Mannschaft des HCB eine veritable Steigerung im Verlauf der bisherigen Saison hingelegt hat auch Goalie Niklas Svedberg: Der anfangs schwer in der Kritik stehende Schwede hat sein Spiel merklich stabilisiert, bei seinen jüngsten sieben Starts musste er insgesamt nur elf Mal hinter sich greifen. Bemerkenswert ist auch, dass der Torhüter bislang in Auswärtsspielen auf eine Save Percentage von soliden 91,0 Prozent kommt, während in auf eigenem Eis ausgetragenen Partien nur 88,8 Prozent für ihn zu Buche stehen.

Bilanz gegen den EC-KAC:

Den EC-KAC und den HCB Südtirol verbindet eine sich über Jahrzehnte erstreckende Historie an in verschiedenen Bewerben gegeneinander ausgetragenen Begegnungen. In der nunmehrigen win2day ICE Hockey League kreuzten die beiden Klubs seit dem Einstieg der Füchse in die damalige EBEL im Jahr 2013 bislang 70 Mal die Schläger, wobei die historische Bilanz mit 39 gegenüber 31 Siegen für die Kärntner spricht. In der jüngeren Vergangenheit konnte Bolzano/Bozen seinen Rückstand im „Head-to-Head“ jedoch deutlich verringern: Fünf der letzten sechs direkten Begegnungen gingen an den HCB, der sich dabei stets mit einem Treffer Vorsprung durchsetzen konnte. In der Heidi Horten-Arena holten die Italiener zuletzt drei Siege hintereinander (1:0, 3:2 nach Penaltyschießen und 2:1), insgesamt kamen sie am Wörthersee aber nur selten zur Entfaltung ihres Angriffsspiels: Aus 35 Auftritten in Klagenfurt stehen nur 65 aus dem Spiel heraus erzielte Tore für den HCB Südtirol zu Buche, also weniger als zwei pro Partie. Im Gegenzug wurde zuletzt aber auch die offensive Durchschlagskraft der Rotjacken von keinem Team so gut eingeschränkt wie von den Füchsen: Im Verlauf seiner bislang 25 Saisonspiele verzeichnete Rot-Weiß just in den beiden Duellen mit dem HCB die niedrigsten Expected Goals-Werte (xG) der laufenden Spielzeit (2,13 bzw. 2,81).

KAC-HCB (01.11.2023)KAC-HCB (01.11.2023)

Das letzte Duell:

Die letzte direkte Konfrontation zwischen dem EC-KAC und dem HCB Südtirol datiert vorm 1. November: Die Füchse siegten vor 4.124 Fans in der Heidi Horten-Arena mit 2:1 und fügten den Rotjacken dabei im achten Liga-Heimspiel der Saison die erste Niederlage zu. Die Klagenfurter wurden in dieser Begegnung auf nur 20 Torschüsse – ihren niedrigsten Wert 2023/24 – limitiert, auch ihr Scheibenbesitz-Anteil war mit 48,2 Prozent der zweitschwächste im bisherigen Spieljahr. Trotz überdurchschnittlich vieler kontrollierter Eintritte in die Offensivzone (59 gegenüber den 56,4 im Saisonverlauf) gelang es dem EC-KAC gegen den HCB nicht, sich nachhaltig in den gefährlichen Bereichen des Angriffsdrittels festzusetzen: Klagenfurt kam auf magere sechs Torschüsse aus dem Slot, in seinen übrigen 24 Partien in der aktuellen Spielzeit lag dieser Wert bei durchschnittlich 15,3. Auch am Faceoff-Punkt schwächelte Rot-Weiß in dieser Begegnung: Mit Ausnahme jener von Finn van Ee (50 Prozent) pendelten die Erfolgsquoten der KAC-Mittelstürmer (zwischen 31 und 48 Prozent) allesamt im negativen Bereich.

Spielbericht: „Knappes 1:2 beendet Siegesserie in Heimspielen“ (kac.at, 01.11.2023)