In einer wenig spektakulären Anfangsphase kam der EC-KAC in Spielminute fünf zu einer ersten Halbchance: Simeon Schwinger ging aus der linken Ecke entlang der Grundlinie, den dem Crease entlanggeschobenen Puck brachten aber weder er noch Raphael Herburger auf das Gehäuse. Olimpija wurde zum ersten Mal konkret im Angriff vorstellig, als Josh Lawrence aus der Rundung diagonal zu Marley Quince zurückpasste, Sebastian Dahm parierte dessen Onetimer auf die kurze Ecke aber (7.). In einem ersten Powerplay für die Hausherren gaben diese keinen Torschuss ab, Klagenfurt klärte vier Mal die Zone. Danach schickte Nick Petersen Clemens Unterweger steil, der sein partielles Breakaway mit einem zu zentral angetragenen Schlagschuss beschloss (14.). Die beste KAC-Gelegenheit im Startdrittel ergab sich, als ein Fernschuss an den linken Hashmarks hängenblieb, Herburger zog sofort ab, traf aber nur Goalie Lukáš Horák (17.). Als die Rotjacken wieder mit einem Mann weniger agieren mussten, fand die starke Penalty Killing-Phase nach spielübergreifend mehr als 23 Unterzahlminuten ohne Gegentreffer ein Ende: Jan Urbas jagte eine Direktabnahme vom hinteren Ende des rechten Faceoff-Kreises aus aufs Tor, Marley Quince gab der Scheibe noch eine entscheidende Richtungsänderung mit (17.). Im nächsten Angriff Ljubljanas kollidierte Žiga Mehle mit Sebastian Dahm, der Klagenfurter Schlussmann musste daraufhin verletzt ausgewechselt werden (17.). Die letzte gute Möglichkeit im Startdrittel gehörte dem EC-KAC: Ein Göransson-Schlagschuss von der blauen Linie aus wurde vor dem Kasten noch hauchdünn an der langen Stange vorbei abgelenkt (18.).
Die Rotjacken kamen mit viel Elan aus der Kabine und drehten das Score innerhalb der ersten 58 Sekunden im zweiten Drittel. Zunächst kreuzte Raphael Herburger hinter dem Tor, ehe er einen Kurzpass an die rechten Hashmarks anbrachte, von wo aus Thomas Hundertpfund halbhoch in die lange Ecke einsendete (21.). Dann passte Nick Petersen im linken Rückraum quer, halbrechts ging Jan Muršak noch einige Schritte und sendete dann aus nahezu identer Position wie Hundertpfund 14 Sekunden zuvor ebenfalls mit der Vorhand ein (21.). Der EC-KAC kam zu zwei nahezu direkt aufeinanderfolgenden Powerplay-Möglichkeiten, er ließ die erste noch ungenützt, baute seinen Vorsprung im Zuge der zweiten aber aus: Clemens Unterweger brachte halblinks an der blauen Linie einen Wristshot an, den vor dem Torraum Nick Petersen fein mit der Schlägerschaufel in die Maschen ablenkte (25.). Keine zwei Minuten später schlug Ljubljana mit einer herausragenden Urbas-Einzelaktion zurück: Er ging auf der rechten Flanke in das Angriffsdrittel, marschierte dann links am Gehäuse vorbei und auf der anderen Seite wieder vor dieses, mit der Vorhand bezwang er unbedrängt Florian Vorauer (27.). Als Nicolai Meyer im Slot querlegte und Qince vom rechten Anspielpunkt aus direkt abzog, landete die Scheibe an der Außenstange (29.), dann steckte Brennan Obersteiner nieder und brachte Rot-Weiß damit wieder zu einem Powerplay. Dieses nutzen die Rotjacken, um ihren vierten Treffer zu erzielen: Jan Drozg setzte im Slot zwei wunderbare Haken an und stocherte den Puck dann in Richtung des langen Pfostens, wo Simeon Schwinger stand und ihn mit der Rückhand unter das Tordach lupfte (32.). Einen gezogenen Schlenzer des auf der rechten Seite freie Schussbahn vorfindenden Zach Boychuk klemmte Vorauer stark unter seinem Arm ein (33.), auf der Gegenseite schickte Jensen Aabo mit einem Rückhand-Steilpass Travis St. Denis auf die Reise, der den Vorhand-Abschluss seines Solos auf Horáks Schulter setzte (34.). In den finalen Minuten vor dem zweiten Gang in die Katakomben parierte Florian Vorauer ein partielles Breakaway von Josh Lawrence (39.) ebenso wie Boychuks Rebound nach Fernschuss im Powerplay (40.).
Die mit in den Schlussabschnitt genommene Phase numerischer Unterlegenheit lösten die Rotjacken gekonnt, Sekunden nach Wiedererlangung der vollen Mannstärke glitt Will MacKinnon zentral in das Angriffsdrittel, nutzte den letzten Gegenspieler als Screen und erzielte so seinen ersten Treffer im KAC-Trikot (42.). Als sich Finn van Ee aus der Tiefe vor den Kasten arbeitete, verpassten Sablattnig und Öfner am Crease nur knapp (43.), Hundertpfunds aufgeknieter Onetimer nach Pass von hinter dem Gehäuse aus landete an der Pad-Spitze des Goalies (47.). Einen guten Preiml-Block gegen Boychuk (49.) und ein weiteres starkes Penalty Killing der Gäste später gelang den Slowenen ihr drittes Tor in diesem Spiel: Quince gewann ein Offensivzonen-Faceoff auf der rechten Seite nach hinten, Lawrence zog sofort ab und traf (55.). Ein Aufbäumen ermöglichte der EC-KAC den Hausherren allerdings nicht, vielmehr legte Klagenfurt selbst einen Doppelschlag nach: Thomas Hundertpfund, von Herburger aus der linken Rundung bedient, schnürte aus kurzer Distanz seinen Doppelpack (56.) und 29 Sekunden später machte es ihm Jan Muršak gleich, als er aus dem Zentrum den Endstand von 7:3 herstellte, Jan Drozg hatte nach diagonalem Vorstoß auf der rechten Seite schön vorbereitet (57.). Florian Vorauer stoppte noch einen vertikalen Urbas-Durchbruch (57.) und Drozg war im Pech, als sein tiefer Querpass von einem Gegenspieler an die Querlatte abgelenkt wurde (59.). Die Rotjacken erzielten auch in ihrem zweiten Auswärtsspiel der noch jungen ICE-Saison sieben Treffer, getrübt wurde die Freude im rot-weißen Lager aber durch das verletzungsbedingte Ausscheiden von Sebastian Dahm und Simeon Schwinger.
Post Game-Kommentar von Head Coach Kirk Furey:
„Wir wussten, dass wir es hier in Ljubljana zu Beginn schwer haben würden, es war ihr erstes Heimspiel, ihre Fans waren laut und energetisch. Unser Ziel war es, diesen Schwung zu bremsen, das ist im ersten Drittel auch recht gut gelungen und je länger es dauerte, desto besser wurden wir auch in der Offensive. Der zweite Abschnitt brachte dann eine weitere Steigerung, wieder haben wir Tore zu sehr günstigen Zeitpunkten erzielt, auch das Powerplay hat neuerlich zugeschlagen. In einem Spiel gibt es immer Zeitpunkte, zu denen das Momentum wechseln kann, vom Gefühl her hätte das nach Olimpijas drittem Treffer der Fall sein können, aber unser Team hat das sehr gut verhindern können und stattdessen selbst gleich wieder das Heft des Handelns in die Hand genommen. Ich freue mich über den Sieg und die Leistung, entscheidend ist, dass wir weiterhin Beiträge von jeder einzelnen Position in unserem Lineup bekommen.“


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