Das offensive Aufbäumen der Rotjacken in den finalen zehn Minuten reichte nicht, der EC-KAC musste sich am Freitagabend auswärts bei den Graz99ers in einem Spiel, in dem die Special Teams den Unterschied ausmachten, mit 1:3 geschlagen geben.

Die Anfangsphase der Partie spielte sich vornehmlich in der KAC-Defensivzone ab: Florian Vorauer wehrte einen Kirchebner-Schuss aus der Halbdistanz mit dem Blocker ab und verneinte dann Paul Huber, der zwischen den Hashmarks an einen Rebound gekommen war, stark mit den Beinschonern (3.). Auch gegen Tim Harnisch aus dem hohen Slot (5.) und Nico Feldner aus halbrechter Position (8.) war der Rotjacken-Goalie zur Stelle, dazwischen versuchte Finn van Ee beim partiellen Breakaway den Beinschuss, Nicolas Wiesers schloss aber im letzten Moment seine Pads (7.). Thomas Hundertpfund und Simeon Schwinger vermochten nicht von einem Grazer Turnover an der eigenen blauen Linie zu profitieren (12.), im ersten rot-weißen Powerplay des Abends gelangten nach Direktabnahmen von Nickl (12.) und St. Denis (13.) am Torraum keine Mitspieler an die Abpraller. Nach einem knapp am Gehäuse vorbeisegelnden MacKinnon-Fernschuss durch den Verkehr (15.) hatte der EC-KAC die beste Möglichkeit im Startdrittel: Schwinger legte links in der Tiefe quer, Hundertpfund schlenzte von rechts aus bei schon recht spitzem Winkel mit der Vorhand an die Querlatte (16.). Spät im ersten Durchgang enteilte Chris Collins zu einem „Zwei-auf-Eins“, durch guten Backcheck wurde er aber nach außen abgedrängt, sodass Florian Vorauer mit seinem Abschluss keine Probleme hatte (19.).

Den zweiten Abschnitt eröffnete ein Currie-Schlagschuss aus dem rechten Rückraum, der an die Außenstange klatschte (21.), auf der Gegenseite blieb ein Hundertpfund-Querpass von der Grundlinie aus am liegenden Torhüter hängen (22.). Eine dicke Gelegenheit leitete David Waschnig mit einem scharfen Schlenzer aus halblinker Position ein, er ging mit seinem eigenen Rebound hinter den Kasten, beim Vollenden seines Wraparounds auf die Vorhand wurde ihm jedoch noch der Schläger blockiert (24.). Fast noch zwingender war auf der anderen Seite eine Möglichkeit, die Chris Collins von der rechten Halfwall aus eingeleitet hatte: Gegen den halblinks völlig frei zum Abschluss gekommenen Paul Stapelfeldt rettete Florian Vorauer aber mit dem rechten Arm (27.). In einer ersten Phase numerischer Unterlegenheit klärten die Rotjacken nicht nur fünf Mal die Zone, sie kamen auch selbst zur besten Chance: Im „Zwei-auf-Eins“ war für Schwinger aber keine Passmöglichkeit mehr gegeben, sodass er mit der Rückhand selbst abschließen musste und dabei von Wieser verneint wurde (31.). Bei Even Strength parierte der Grazer Schlussmann einen Hudson-Schuss aus dem Zentrum mit dem Catcher (35.), als auf Seiten der Steirer Jonas Dobnig der verlängerten Torlinie entlang zog und dann einen Haken vor den Crease anbrachte, wischte er letztlich über die Scheibe (36.). Ihr zweites Überzahlspiel des Abends konnten die Hausherren nach nur 16 Sekunden zum Führungstreffer nutzen: Josh Currie verzögerte am rechten Anspielpunkt in der Schussbewegung, entledigte sich damit eines möglichen Block-Versuchs und schoss dann aus dem Handgelenk in die lange Ecke ein (36.). Auch die letzte gute Möglichkeit im zweiten Abschnitt hatte Graz: Paul Huber brachte im „Zwei-gegen-Eins“-Vorstoß von der linken Seite aus einen diagonalen Flip-Pass an, den Nick Swaney vor dem kurzen Pfosten an diesem vorbei verlängerte (40.).

Als die Gastgeber bei einem Odd Man Rush noch nach hinten ablegten, spitzelte Raphael Herburger den Puck im letzten Moment vor dem heranrauschenden Clay Hanus weg (42.), im nächsten Klagenfurter Powerplay fanden Distanzschüsse von Jensen Aabo (43.) und Drozg (44. und 45.) den Weg in die Maschen nicht. Besser machten es bei numerischem Vorteil die 99ers: Nachdem Paul Huber am Crease noch über die Scheibe gewischt hatte (46.), gelang Kevin Conley sein erster Saisontreffer. Zwar traf er zwischen den Hashmarks nach Feldner-Schuss den Rebound nicht richtig, vom Knie MacKinnons aus sprang das Spielgerät aber über die Linie (47.). Graz legte nach und erzielte den einzigen Even Strength-Treffer in dieser Partie: Frank Hora schoss von der blauen Linie und erneut Conley fälschte mit dem Schläger zum 3:0 ab (49.). Zur Drittelmitte setzte der EC-KAC zur Schlussoffensive an: Manuel Wadel passte aus der linken Rundung vor das Tor, wo David Waschnig direkt übernahm, jedoch nur den Beinschoner von Nicolas Wieser fand (51.). Bei numerischer Unterlegenheit gelangten die Rotjacken auf die Anzeigetafel: Nachdem Finn van Ee sich an der Bande lange gegen zwei, später drei Gegenspieler behaupten konnte, versuchte Paul Huber per Rim zu klären, die Scheibe sprang vom Schiedsrichter zu Tobias Sablattnig, der flach zum Kasten zog und dann im Fallen sehenswert mit der Rückhand einschob (55.). Gegen Chris Collins vom rechten Anspielpunkt aus war Florian Vorauer mit der Schulter zur Stelle (55.), dann verließ er sein Gehäuse früh zu Gunsten eines sechsten Feldspielers. Thomas Hundertpfund scheiterte aus dem Zentrum (57.), dann ermöglichte ein Offensivzonen-Foul von Roy sogar ein rot-weißes „Sechs-gegen-Vier“: Die Klagenfurter schossen aus allen Rohren und von den besten Positionen aus, waren im Abschluss jedoch nicht vom Glück verfolgt oder wurden von Goalie Wieser verneint: Thimo Nickl (58.), Raphael Herburger und Thomas Hundertpfund (jeweils 59.) scheiterten, ein Schuss von Jesper Jensen Aabo aus dem hohen Slot und einer von Daniel Obersteiner vom Torraum aus (jeweils 60.) wurden jeweils hauchdünn am Gehäuse vorbei abgefälscht. Der EC-KAC musste Graz-Liebenau zum zweiten Mal in Folge ohne Punkt verlassen – was zuletzt 2018 passiert war.

Post Game-Kommentar von Head Coach Kirk Furey:

„Unsere Mannschaft hat über weite Strecken der 60 Spielminuten eine gute kämpferische Leistung gebracht. Graz hat Profit aus seinem Powerplay gezogen, uns ist das leider nicht gelungen, das hat den Unterschied gemacht. Es kommt im Eishockey oft auf Details an, wenn es gut läuft, fallen diese oft auf die eigene Seite, das haben wir heuer schon selbst erlebt. Aktuell ist das leider nicht so, daher müssen wir uns aus dieser Situation herausarbeiten und dürfen nicht den Kopf hängen lassen. Ich denke, die Schlussphase hat gezeigt, dass unsere Truppe das auch nicht macht, sondern nie aufgibt. Wir müssen ein paar Kleinigkeiten an der Abstimmung verbessern und diese dann auch nachhaltig in unser Spiel implementieren, schon am Sonntag im Heimspiel gegen Linz.“

ICE Hockey League, 17. Runde
30. Oktober 2026 / 18:30 Uhr
Merkur Eisstadion, Graz, AUT, 4.126 Zuschauer
ICE
Graz99ers
3
:
1
(0:0, 1:0, 2:1)
EC-KAC
Schiedsrichter
M.Nikolić (AUT), Ofner (AUT)
Aufstellung EC-KAC
Vorauer (Mitens) MacKinnon-Jensen Aabo, Böhs-Nickl, Unterweger-Simović Drozg-St. Denis-Hudson, Schwinger-Hundertpfund-Herburger, Obersteiner-van Ee-Sablattnig, Dreier-Waschnig-Wadel
Fehlende Spieler
Dahm, Preiml, Petersen, Muršak, Öfner, Hochegger, Fraser (alle verletzt), Göransson (krank)
Torfolge
1:0 Josh Currie (35:41/Clay Hanus, Kevin Roy/PP1) 2:0 Kevin Conley (46:52/Nico Feldner, Frank Hora/PP1) 3:0 Kevin Conley (48:22/Frank Hora, Clay Hanus) 3:1 Tobias Sablattnig (54:24/SH1)