Vor dem vierten und vorerst letzten Saisonduell der Rotjacken mit den Bullen stellt kac.at den amtierenden ICE-Champion aus Salzburg ausführlich vor.

Aktuelles:

Der Titelverteidiger mischt auch in der Saison 2022/23 wieder ganz vorne in der Tabelle mit, die Bullen haben in 15 ihrer jüngsten 17 Spiele gepunktet, ihre eindrucksvolle Serie von sieben Regulation-Siegen am Stück endete erst am Freitagabend mit einer 2:5-Niederlage beim EC VSV. Diese zeichnete sich bereits in der Anfangsphase der Partie ab: Der EC Salzburg, erfolgreichste Mannschaft der Liga in Situationen bei numerischem Nachteil, kassierte in den ersten neun Minuten der Partie drei Strafen, die von Villach allesamt in Treffer konvertiert werden konnten. Noch vor dem Ende der zehnten Spielminute lagen die Mozartstädter mit 0:4 im Hintertreffen, ein Defizit, das sie trotz deutlicher spielerischer Vorteile im weiteren Verlauf des Spiels nicht mehr kompensieren konnten. Der amtierende Meister, zuletzt über Wochen „heimlicher Tabellenführer“ im nach Punkteschnitt pro Spiel gereihten Ranking, liegt damit aktuell auf Position drei. Trotz der vielen Verlusttreffer in der Partie in Villach verfügt der EC Salzburg unverändert über die statistisch deutlich beste Defensive der Liga: Im Schnitt kassierte man bislang 1,91 Gegentore pro Saisonspiel, bei den übrigen zwölf ICE-Teams lag dieser Wert bei 2,95, also um knapp 54 Prozent höher.

Spieler im Fokus:

Mit Atte Tolvanen verfügt der EC Salzburg über den erfolgreichsten Goalie der win2day ICE Hockey League: Der Finne, der am Freitag im Villach eingewechselt wurde und danach ein Mal hinter sich greifen musste, kassierte bei jedem seiner letzten neun Einsätze gar keinen oder maximal einen Gegentreffer. Mit einem saisonalen GAA von 1,59 liegt er aktuell auf bestem Kurs zu einem neuen Ligarekord (J.-P. Lamoureux 2019/20 mit 1,75), insgesamt kann der Torhüter seit seinem Wechsel in die Mozartstadt im September 2021 auf eine herausragende Winning Percentage von 75,5 Prozent verweisen (40 Siege, 13 Niederlagen). Über sein erstes Saisontor freuen konnte sich am Freitag Ty Loney: Der US-Amerikaner verpasste aufgrund einer Oberkörperverletzung und deren Nachwirkungen 39 der bislang 43 Bewerbsspiele Salzburgs in der laufenden Saison, schaffte vergangene Woche aber sein lange ersehntes Comeback und punktete seither bei jedem seiner drei Ligaspieleinsätze. Gefahr für den Gegner geht beim amtierenden Meister auch stets von den Abwehrreihen aus: Mit fünf wurde mehr als die Hälfte von Salzburgs neun Saisontreffern gegen den EC-KAC von Verteidigern erzielt, sinnbildlich dafür steht Chay Genoway. Der Routinier aus Kanada ist aktuell der einzige Abwehrspieler in der Liga, der auf eine zweistellige Anzahl an Saisontoren verweisen kann (zehn).

Bilanz gegen den EC-KAC:

Der EC Salzburg und der EC-KAC stehen sich am Sonntag zum insgesamt bereits 157. Mal gegenüber, keinen Gegner bespielten die Rotjacken seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 häufiger. Von den bisherigen Duellen gingen 83 an den aktuellen Champion und 73 an den Rekordmeister, in der jüngeren Vergangenheit hatte allerdings Klagenfurt häufiger das bessere Ende für sich: Elf der letzten 17 Partien brachten einen KAC-Erfolg. In der Regel begegnen sich die beiden Teams auf Augenhöhe, so entschied in sieben der jüngsten neun Begegnungen nur ein einziger Treffer Differenz zwischen Sieg und Niederlage. Im Volksgarten gastieren die Rotjacken seit dem Liga-Einstieg der Bullen im Herbst 2003 bislang 77 Mal, nur in 17 dieser Spiele (darunter dem ersten Auswärtsspiel gegen Salzburg in der laufenden Saison) setzten sie sich in 60 Minuten durch, elf weitere Male gab es rot-weiße Siege nach Verlängerung oder Penaltyschießen. Auch in der Fremde fiel die rezentere Bilanz der Klagenfurter recht positiv aus: Fünf der letzten sieben Partien in der Mozartstadt konnte der EC-KAC für sich entscheiden.

KAC-RBS (09.12.2022)

Das letzte Duell:

Zuletzt standen sich Bullen und Rotjacken am 9. Dezember in Klagenfurt gegenüber, in einer denkwürdigen Begegnung vor 3.587 Zuschauern setzte sich der personell massiv geschwächte EC-KAC mit 3:2 nach Verlängerung durch. Die Gastgeber mussten ohne zwölf Stammspieler antreten und konnten nur noch 13 Skater aufbieten, dennoch sorgten Manuel Ganahl und David Maier für eine 2:0-Führung nach dem ersten Abschnitt. Diese glich der Titelverteidiger im zweiten Drittel aus, in der Verlängerung sorgte Lucas Lessio, von Paul Postma auf die Reise geschickt, für die Entscheidung zu Gunsten der Rotjacken. Salzburg agierte aufgrund der Rahmenbedingungen freilich sehr dominant, bei Even Strength kamen die Mozartstädter auf 13:49 Minuten an Scheibenbesitz im Angriffsdrittel, denen lediglich 6:38 Minuten der Klagenfurter gegenüberstanden. Die Hausherren verstanden es allerdings sehr gut, den amtierenden Champion auf den Außenpositionen zu halten: Salzburg kam auf nur sieben Torschüsse aus dem Slot, in den übrigen Saisonspielen ließ der EC-KAC durchschnittlich 10,6 Shots aus dieser gefährlichen Zone zu. Aufgrund des enorm ausgedünnten Lineups kamen bei den Rotjacken insbesondere die fünf verbliebenen Abwehrspieler auf überproportional große Spielanteile: So stellten die 34:06 Minuten Time-on-Ice für Steven Strong in dieser Begegnung beispielsweise den Höchstwert eines KAC-Spielers 2022/23 dar.

Spielbericht: „Heroische Rotjacken“ (kac.at, 09.12.2022)