Ein durchwachsener Auftritt des EC-KAC im Auswärtsspiel bei den Vienna Capitals mündete im Schlussdrittel auch in Gegentoren, die Rotjacken unterlagen in der Hauptstadt letztlich mit 1:4.

Die Rotjacken kamen in den ersten zehn Minuten zu den etwas besseren Gelegenheiten, konnten daraus aber kein Kapital schlagen. In Führung ging damit Wien, als Bradley bei doppelter numerischer Überlegenheit ein Prokeš-Zuspiel hoch in die kurze Ecke klopfte. Im zweiten Abschnitt vergab der Torschütze einen Penalty Shot, die Klagenfurter kamen aus einem Konter heraus durch Ganahl zum Ausgleich. Im dritten Durchgang verließen die Rotjacken dann über weite Strecken ihre Spielstruktur, zahlreiche Ausschlüsse auf beiden Seiten sorgten für viele Special Team-Situationen und in diesen fixierten die Capitals ihren Sieg. Zunächst sorgte Wall aus der rechten Ecke kommend für die neuerliche Führung, dann erzielte Zimmer im Powerplay von halbrechts Treffer Nummer drei. Den Endstand stellte Bradley sicher, der den Puck in einer „Sechs-gegen-Vier“-Sequenz für den EC-KAC eroberte und ins verwaiste Gehäuse setzte.

Drittel 1

Die erste Gelegenheit ergab sich für die Rotjacken, die in der Anfangsphase zu den besseren Offensivszenen kamen: Manuel Ganahl legte im hohen Slot auf Luka Gomboc quer, der im hinteren Bereich des rechten Faceoff-Kreises freie Bahn hatte, seinen gezogenen Schlenzer aber am Kasten vorbei setzte (2.). Auf der Gegenseite profitierte Max Zimmer von einem Klagenfurter Abspielfehler hinter dem eigenen Kasten, er setzte Rafael Rotter an den linken Hashmarks in Szene, der jedoch am Blocker von Sebastian Dahm scheiterte (4.). Als der KAC-Goalie einen Rim der Wiener hinter dem Tor abfangen wollte, sprang der Puck von der Bande vor den Kasten, Clemens Unterweger konnte ihn gerade noch vor dem ins leere Gehäuse einschussbereiten Mathias Böhm wegspitzeln (7.). Im ersten Powerplay der Rotjacken war die beste Möglichkeit ein Postma-Schuss aus der Halbdistanz, Lucas Lessio wischte am Crease nur hauchdünn über den Rebound (8.). Dann umkurvte Lessio den Kasten und legte an den rechten Faceoff-Kreis zu Matt Fraser zurück, seinen Handgelenksschuss konnte Bernhard Starkbaum aber mit der Stockhand abwehren (11.).

Auf Seiten der Gastgeber sprang der Rebound eines Schusses von Jérémy Grégoire aus dem Zentrum in den Slot zu Nikolaus Hartl zurück, dessen Abschluss die KAC-Abwehr aber blocken konnte (12.). Weil die Gäste dann einen Wechselfehler begingen und wenig später auch Clemens Unterweger für einen Cross Check in die Kühlbox musste, ergab sich eine „Fünf-gegen-Drei“-Möglichkeit für die Capitals, die diese nach nur zehn Sekunden auch ausnutzen konnten: Radek Prokeš spielte einen Querpass dem Torraum entlang und Matt Bradley setzte die Scheibe von der linken Seite aus und aus bereits recht spitzem Winkel hoch in die kurze Ecke (15.). Im folgenden einfachen Powerplay ergab sich eine recht ähnliche Szene, nun war Antal der Passgeber und Hartl der Empfänger, in diesem Fall ging die Direktabnahme aber nur flach an das horizontale Außengestänge (17.).

Drittel 2

Der zweite Abschnitt wurde von einem „Zwei-gegen-Eins“-Konter der Rotjacken eröffnet, bei dem der Tičar-Querpass auf Gomboc aber zu weit in den Rücken des jungen Slowenen kam, sodass dieser die Bodenhaftung verlor, anstatt einen Schuss abgeben zu können (22.). Nach einem ernüchternden KAC-Powerplay ohne Torschussversuch kam Lucas Lessio zur nächsten Möglichkeit, als er durch den Slot kreuzte und dann von halblinks abzog, Starkbaum zog seine rechte Schulter hoch und lenkte die Scheibe über die Querlatte. Dann wurde ein Capitals-Querpass aus der Rundung vor dem Tor gefährlich abgefälscht, Sebastian Dahm war aufmerksam, noch im gleichen Angriff setzte Grégoire einen Drehschuss aus dem Zentrum über den Kasten (jeweils 25.). Im dritten Powerplay der Klagenfurter in dieser Begegnung enteilte Matt Bradley der rot-weißen Hintermannschaft, sodass Paul Postma zur Notbremse greifen musste. Den dafür verhängten Penalty Shot schloss der Topscorer der Wiener mit einem Schlenzer von den linken Hashmarks aus ab, der jedoch sein Ziel verfehlte (29.).

Im verbleibenden Überzahlspiel wurde der EC-KAC nur ein Mal richtig gefährlich, Rok Tičars Direktabnahme vom rechten Faceoffpunkt aus flog an der kurzen Kreuzecke vorbei (31.). Nachdem Matt Fraser den Abschluss eines „Drei-gegen-Zwei“-Angriffs der Rotjacken aus dem Zentrum neben den Kasten gesetzt hatte (32.), kamen die Gäste dank eines Finkelstein-Rückpasses ins Niemandsland zu einem weiteren Konter – und nun auch zum Ausgleichstreffer: Nach dem Zoneneintritt über links spielte Luka Gomboc auf die rechte Seite zu Manuel Ganahl quer, der noch ein paar Meter machte und dann Bernhard Starkbaum unter dessen Arm hindurch in der langen Ecke bezwingen konnte (34.). Möglichkeiten aus dem Slot von Grégoire und Antal wurden vom Rotjacken-Goalie pariert bzw. seinen Vorderleuten geblockt (jeweils 35.), als der EC-KAC „Drei-auf-Zwei“ konterte, wurde Ganahls Pass zur Mitte gestoppt (37.). Auch die letzte Chance im zweiten Drittel hatte der Jubilar (700. Ligaspiel), sein Schlenzer von den rechten Hashmarks aus segelte aber über die Querlatte (40.).

Drittel 3

Ein frühes Überzahlspiel der Wiener im dritten Durchgang hatte in einer feinen Kurzpasskombination seinen Höhepunkt, die mittig vor dem Torraum bei Jérémy Grégoire endete, der die Scheibe aber zu zentral auf Sebastian Dahm feuerte (42.). Kurz nach dem Powerplay kamen die Capitals zur nächsten Großchance: Bradleys Onetimer vom linken Anspielkreis aus prallte von der Stange an den Crease zurück, wo der noch behinderte Zimmer den Puck um Zentimeter flach an der Stange vorbei stocherte (43.). Die neuerliche Führung für die Gastgeber war damit aber nur kurz verschoben: Alex Wall zog von der rechten Rundung aus flach zum Tor, scheiterte im ersten Versuch, konnte im zweiten dann aber einkehren, weil sein direkter Gegenspieler Jesper Jensen Aabo ohne Schläger, der Sekunden zuvor in einer Spalte zwischen den Bandenelementen steckengeblieben war, kaum Störungsmöglichkeiten hatte (44.). Weil Lessio sich an Bradley rächte, der einmal mehr nach dem Freeze auf Dahms Fanghandschuh geklopft hatte, kamen die Capitals zu ihrem nächsten Überzahlspiel: Rafael Rotter bediente von hinter dem Tor aus Radek Prokeš an den linken Hashmarks, der seine Direktabnahme aber über den Kasten setzte, gegen den halblinks frei vor ihm aufgetauchten Max Zimmer parierte der KAC-Goalie den Initialversuch ebenso wie die beiden Nachschüsse (jeweils 47.).

Im fünften Powerplay des Abends gelang Wien dann jedoch sein zweiter Treffer: Max Zimmer ließ halbrechts im Rückraum mit einem Doppelhaken seinen Gegenspieler stehen und sendete aus dem Handgelenk sehenswert zum 3:1 und damit zur Vorentscheidung ein (51.). Die Rotjacken riskierten schon früh alles, während einer Hinausstellung gegen Rotter verließ Sebastian Dahm bereits knapp sechseinhalb Minuten vor dem Ende seinen Posten. Richtig zwingende Chancen ergaben sich bei „Sechs-gegen-Vier“ jedoch nicht und so mussten die Klagenfurter den zweiten Empty Net-Gegentreffer der laufenden Saison hinnehmen: Matt Bradley stocherte an der eigenen blauen Linie den Puck von Paul Postmas Schläger, lief auf das leere KAC-Gehäuse zu und vollendete zum 4:1-Endstand (55.). Weil wenig später Mario Fischer auf die Strafbank musste, ersetzte Klagenfurt seinen Torhüter erneut durch einen sechsten Feldspieler, der in dieser Situation freigespielte Thomas Hundertpfund zimmerte seine Direktabnahme von rechts aber über die kurze Kreuzecke (55.). Die Rotjacken, die im Schlussabschnitt über weite Strecken ihre Spielsturktur verloren hatten, fingen sich in der vorletzten Minute fast noch Verlusttreffer Nummer fünf ein, den Brunner-Onetimer aus halbrechter Position im Slot stoppte Sebastian Dahm jedoch mit den Beinschonern (58.). (HB)

Post Game-Kommentar von Head Coach Petri Matikainen:

„Ich bin über unseren heutigen Auftritt enttäuscht, Wien war das deutlich bessere Team, sowohl eisläuferisch als auch kämpferisch. Wir blieben vom Score her zwar bis in den Schlussabschnitt hinein im Spiel, letztlich war es aber kein zufriedenstellender Abend. Wir verloren zu viele Zweikämpfe und ließen den Gegner gut aussehen, nach den guten Auftritten zuletzt war das heute leider keine positive Leistung meiner Mannschaft. Volles Haus, hitzige Atmosphäre, wir waren heute aber mental nicht mit dieser Situation kompatibel, standen auch nicht eng genug zusammen, das können wir zweifellos viel besser.“

ICE Hockey League, 37. Runde
06. Jänner 2023 / 17:30 Uhr
Steffl Arena, Wien, AUT, 7.022 Zuschauer
ICE
Vienna Capitals
4
:
1
(1:0, 0:1, 3:0)
EC-KAC
Schiedsrichter
Trilar (SLO), Zrnić (SLO)
Aufstellung EC-KAC
Dahm (Vorauer) Strong-Postma, Unterweger-Vallant, Jensen Aabo-Unterluggauer, T. Klassek Ganahl-Tičar-Gomboc, Fraser-Hundertpfund-Lessio, Bukarts-Zalewski-Hochegger, Kraus-Piuk-M.Witting, S.Witting
Fehlende Spieler
Steffler, Preiml, Petersen, Haudum, Koch, Bischofberger, Obersteiner (alle verletzt), Maier (krank), Sablattnig, Tialler, van Ee (alle Nationalteam)
Torfolge
1:0 Matt Bradley (14:50/Radek Prokeš, Max Zimmer/PP2) 1:1 Manuel Ganahl (33:49/Luka Gomboc) 2:1 Alex Wall (43:27) 3:1 Max Zimmer (50:23/Rafael Rotter, Lukas Kainz/PP1) 4:1 Matt Bradley (54:22/SH1, EN)